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Anstand statt Hass und Hetze

Thema: Gemäßigte Parteien profitieren von Inhaltsübernahme nicht – Eine Studie belegt: Wer rechte Themen übernimmt, stärkt damit vor allem die Radikalen. Die Politik sollte daraus ihre Lehren ziehen.

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Wenn am Sonntag in Frankreich gewählt wird, hält ganz Europa den Atem an. Wird die rechtsextreme Marine Le Pen als erste Präsidentin in den Élysée-Palast einziehen? Verfängt ihre mit fremdenfeindlichen Ressentiments spielende Strategie wirklich bei einer Mehrheit der Franzosen? Und was bedeutet das für Deutschland? Auch bei uns haben rechte Parolen längst Einzug in die Politik gehalten, hetzten AfD-Politikerinnen im Bundestag wutschäumend gegen "Kopftuchmädchen und Messermänner" oder forderten sogar den Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge.

Dass sich ein Teil des Wahlvolkes an dieser verrohten Sprache nicht zu stören scheint, ist schlimm. Mit ähnlich fragwürdigen Mitteln am rechten Rand zu fischen, bekommt den gemäßigten Parteien allerdings nicht. Am Ende entscheidet sich die Zielgruppe fast immer für das Original. Immerhin haben das die meisten demokratischen Politiker inzwischen kapiert. Sie müssen stattdessen Methoden entwickeln, mit denen sich Populisten entzaubern lassen. Das ist nicht einfach, aber möglich, denn inhaltlich haben diese nichts zu bieten.

Gegen den verbalisierten Hass helfen vor allem zwei scharfe Waffen: Aufrichtigkeit und Anstand. Hinzu kommt die Fähigkeit, komplexe Dinge klar und verständlich zu erklären. Die Menschen haben ein Gespür dafür, ob sich jemand wirklich für ihre Probleme interessiert oder nur anbiedert.

Viele, die aus Protest gegen "die da oben" rechts wählen, lassen sich so für die Demokratie zurückgewinnen. Man sollte sich aber auch nichts vormachen: Bei anderen sind Hopfen und Malz verloren. Da hilft nur eine klare Kante.

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