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Ansgar Brockmann will es noch mal wissen

Der Kandidaten-Check von OM online: Neuenkirchen-Vördens Bürgermeister strebt eine 2. Amtszeit an. Er tritt als Einzelbewerber an und hofft auf die Unterstützung aller Parteien im Ort.

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Mobilität als großes Thema für die nächste Amtszeit: Ansgar Brockmann bewirbt sich erneut für den Bürgermeisterposten. Foto: Lammert

Mobilität als großes Thema für die nächste Amtszeit: Ansgar Brockmann bewirbt sich erneut für den Bürgermeisterposten. Foto: Lammert

Premiere für den Kandidaten-Check von OM online. In dieser Reihe stellen wir zur Kommunalwahl im September die Bürgermeister- und Landratskandidaten in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta vor. Das Konzept: Einen thematischen Treffpunkt darf der Kandidat wählen, den anderen bestimmt die Redaktion. Den Auftakt macht Neuenkirchen-Vördens amtierender Bürgermeister.

Ansgar Brockmann will es noch einmal wissen. Vor 7 Jahren bewarb er sich als einziger Kandidat bei der Kommunalwahl für das Amt des Neuenkirchen-Vördener Bürgermeisters. Zwar hat Brockmann ein CDU-Parteibuch; angetreten war er indes als überparteilicher Einzelbewerber.

Nun hat Brockmann bei Jürgen Rolfsen und Sandra Röwe von der Wahlleitung der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden erneut seine Unterlagen eingereicht. "Ich werde, wie im Jahr 2014 auch, als Einzelbewerber antreten und lade alle demokratischen Parteien und Organisationen ein, mich als überparteilichen und unabhängigen Kandidaten zu unterstützen", sagte der Amtsinhaber und Kandidat.

Warum tritt er noch einmal an, schließlich ist das Amt des Bürgermeisters nicht immer vergnügungssteuerpflichtig? Vom Grundsatz her mache es Spaß, die Gemeinde Neuenkirchen-Vörden mitzuentwickeln, antwortet der 54-Jährige. Mit dem interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet Niedersachsenpark gebe es einen Motor, der die Gemeindeentwicklung gewerblich antreibe.

"Wir kommen auf ein ganz anderes Level."Ansgar Brockmann, Bürgermeister

Auch die Wohnbauentwicklung bringe Neuenkirchen-Vörden voran, ebenso zum Beispiel der Ausbau der Schulen und Kindergärten. "Wir kommen auf ein ganz anderes Level", sagt der Bürgermeister. Auch wenn nicht immer alles glattgehe. "Das Leben besteht aus Kompromissen, und ich sehe mich als Mittler zwischen den Fraktionen."

Die Zusammenarbeit mit den im Rat vertretenen Fraktionen schätzt Ansgar Brockmann in dieser Wahlperiode als gut ein. Die Entscheidungsfindung sei transparent, sagt er und versteht anderslautende Kritiken nicht. "Nur sehr wenige Entscheidungen werden in nicht-öffentlichen Sitzungen getroffen."

Für seine nächste Amtsperiode, die im Falle einer Wahl nur noch 5 statt 7 Jahre dauern würde, strebt der 54-Jährige an, ein Leitbild für Neuenkirchen-Vörden zu entwickeln. "Das geht nicht in 3 Monaten", betont der gebürtige Alfhausener. Es werde wohl eher ein dauerhafter Prozess werden.

Seinen zweiten Schwerpunkt wolle er auf das Thema Mobilität legen. Es werde wichtig sein, mehr über Klima- und den Naturschutz nachzudenken.

Mobilitätsstation am Bahnhof soll Beitrag zum Klimaschutz sein

Dabei solle die geplante Mobilitätsstation am Bahnhof in Neuenkirchen ein wichtiger Baustein sein. Denkbar sei, dass Bürger von dort aus die unterschiedlichsten Verkehrsmittel nutzen können, neben dem Auto, der Bahn und dem Bus Leihräder oder Miet-E-Bikes.

Ein Teil der Mobilität sei auch das Radwegenetz. Die Gemeinde gehöre  mit Rieste, Bersenbrück sowie den Landkreisen Osnabrück und Vechta zu den Auftraggebern einer Machbarkeitsstudie für Radwegeverbindungen von den Bahnhöfen Rieste und Neuenkirchen in den Niedersachsenpark. Zudem werde die Radwegeverbindung von Neuenkirchen nach Vörden untersucht.

Gemeindeverwaltung prüft Alternativen zum Hörster Schulweg

Heftige Diskussionen gibt es um den Hörster Schulweg. Zumindest ein Teilstück wird wegfallen, wenn Ovobest ein Bauvorhaben umsetzt. Das wird aber nach Ansicht Ansgar Brockmanns, der selber ein begeisterter Radfahrer ist, nicht vor 2023 geschehen. Und so lange bleibe dieser Schulweg für Radfahrer nutzbar.

Dennoch prüfe die Gemeinde weitere Verbindungen, unter anderem eine entlang der Vördener Aue von der sogenannten Kruse-Brücke über die Autobahn bis zum Sportplatzgelände in Vörden. Das dauere aber, weil es viel zu beachten gebe, sagt der Bürgermeister.

Brockmann denkt über Radwegeverbindung östlich der Landesstraße 76 nach

Er selber bringt eine andere Variante ins Spiel: eine Radwegverbindung östlich der Landesstraße von Vörden nach Neuenkirchen. Sie könnte schon derzeit bis auf ein kurzes Stück über Gemeindewege führen. Und für die letzten 150 Meter ließe sich eine Lösung finden. Der Vorteil wäre: Radfahrer müssten die vielbefahrene Landesstraße erst im  Vördener Ortskern und nicht außerhalb der geschlossenen Ortschaft kreuzen.

"Ich hatte mit Diskussionen gerechnet, aber nicht mit so emotionalen."Ansgar Brockmann, Bürgermeister

Möglicherweise kann sich Ansgar Brockmann am Ende der nächsten Wahlperiode die Lösung des Radwegeproblems auf seine Fahne schreiben. Am Ende dieser Amtsperiode bezeichnet er die Übertragung des Vördener Wasserwerks von der Gemeinde auf den  Wasserverband Bersenbrück sowie die Ortsentwicklungen in Neuenkirchen und Vörden als die wichtigsten Entscheidungen. 

Am wenigsten "gebraucht" habe er im Nachhinein die von ihm angestoßene Debatte über den Zusammenschluss der beiden Grundschulen Neuenkirchen und Vörden. "Ich hatte mit Diskussionen gerechnet, aber nicht mit so emotionalen", erinnert sich Ansgar Brockmann an wahrlich stürmische Wochen.


Zur Person:

  • Ansgar Brockmann (54) ist in Alfhausen aufgewachsen.
  • Der Diplom-Verwaltungswirt ist verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes.
  • Seit 1993 ist Ansgar Brockmann in der Gemeindeverwaltung Neuenkrichen-Vördens tätig. 2002 wurde er Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Außerdem war er Kämmerer.
  • Am 25. Mai 2014 wählten ihn die Neuenkirchen-Vördener mit 88,17 Prozent der abgegebenen Stimmen als Einzelbewerber mit zum Nachfolger des 2013 verstorbenen Alfons Wieschmanns.
  • Zu den Hobbys gehören das Fahrradfahren, Kochen und das Lesen von Kriminalromanen.

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