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An Straßen und Radwegen wird nicht gespart

Die CDU-Landtagsabgeordneten frohlocken: Ihre Region wird überdurchschnittlich mit Zuschüssen bedient. Und davon profitieren kreisweit Pendler, Betriebe und Gemeinden.

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Kreisverkehr als Lösung? In Bösel wartet die Landesbehörde ab, bis die Gemeinde ihr Ortszentrum umbaut.  Dann soll die Landesstraße 835 gleich anschließend saniert werden. Archiv-Foto: Martin Pille

Kreisverkehr als Lösung? In Bösel wartet die Landesbehörde ab, bis die Gemeinde ihr Ortszentrum umbaut. Dann soll die Landesstraße 835 gleich anschließend saniert werden. Archiv-Foto: Martin Pille

Keine Streichungen, keine Pause: Das Land Niedersachsen und die Straßenbaubehörde in Lingen setzen den Ausbau von Radwegen und Straßen im Kreis Cloppenburg trotz pandemiebedingter Steuerausfälle ohne Abstriche auf hohem Niveau fort. Darauf haben der Leiter der Behörde, Klaus Haberland, und die beiden Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley (Garrel) und Christoph Eilers (Cappeln) am Montag hingewiesen.

Nach Angaben von Haberland summieren sich die öffentlichen Investitionen in den nächsten beiden Jahren auf 15 Millionen Euro im Kreis. Das ist fast ein ganzer Jahresetat der Behörde, die für etwa zehn Prozent des Straßen- und Radwegenetzes im Land verantwortlich ist. „Wir fahren seit 2019 einen Rekordhaushalt“, sagte Haberland. Nach Angaben von Bley hat der Finanzminister Hilbers (CDU)zugesagt, dass auch 2021/22 nicht gespart wird.

Allein 4,45 Millionen Euro aus einem Sondertopf für Ortsdurchfahrten sind für vier Projekte im Kreis fest zugesagt. Die Straßenplaner nehmen sich dabei nicht nur die Strecke zwischen den Ortsschildern vor, sondern sanieren sofort belastete oder marode Verbindungen zwischen den Gemeinden.

Vrees und Molbergen profitieren: Beide Ortsdurchfahrten plus die Landesstraße 836 auf über 8,2 Kilometern werden in den nächsten beiden Jahren ausgebaut. Zudem wird ein neuer Radweg angelegt.

Extra-Mittel aus Etat gegen "Moorversackungen"

Friesoythe bis Kampe: Die Landesstraße 832 wird auf über zwei Kilometern erneuert. Das abgesackte Stück vom Küstenkanal nach Harkebrügge wird noch in diesem Jahr für eine Million Euro saniert. Dafür gibt‘s Extra-Mittel aus einem Etat gegen „Moorversackungen“. Denn auch anderswo trocknet alter Torf unter den Straßen wegen der Dauer-Dürre aus und fällt in sich zusammen, erläuterte Bley im Pressegespräch.

Neue Ortsdurchfahrten gibt‘s 2020 und 2021 in Neuvrees (1,7 Kilometer) und Bösel (1,1 Kilometer). Dort wartet die Behörde auf die Pläne der Gemeinde. Der erwünschte Kreisel nahe der Kirche „ist nicht ohne“, warnte Haberland vorsorglich.

Löningen profitiert bei seinen großen Baustellen. 1,24 Millionen Euro fließen als Zuschuss in die neue Stadtstraße und in die Kreisstraße 162. Weitere 1,9 Millionen Euro gibt‘s für den zweiten Teil der Kreisstraße nach Huckelrieden. Der fast sieben Kilometer lange Radweg nach Lindern wird ab dem nächsten Frühjahr saniert. Das sagte Haberland zu. Die nötigen 800.000 Euro stammen aus einem neuen Sonderprogramm des Landes für Radwege und E-Mobilität.

Garrel streicht innerorts 518.000 Euro für den Ausbau der Kreisstraße 356 ein. Ein größerer Brocken ist die mit Garrel und der Gemeinde Großenkneten ausgehandelte Verbreiterung der Beverbrucher Straße um einen Meter auf rund fünf Kilometern Länge. Um den Bau zu beschleunigen, sollen beide Gemeinden klären, ob sie vorbereitende Untersuchungen der Natur- und Landschaftsbelastung übernehmen können, teilte Bley mit. Ohne den Verzicht der Anwohner auf Einsprüche sei das Vorhaben aber nicht durchführbar, betonte Haberland. Gelingt es, könnte frühstens 2022 gebaut werden. Ob die Landestraße Garrel-Varrelbusch schon 2021 erneuert werden kann, hängt vom Etat ab. Geplant ist die Strecke schon.

Verkehrsbehinderungen in Emstek 2021

Ab 2022 sehen die Pläne weitere Fahrbahn-Sanierungen vor: Lastrup-Ermke (mit neuem Radweg), Peheim-Vrees sowie die Ortsdurchfahrten Cappeln, Bevern und Garrel. „Gesetzt“, also fest vorgesehen ist für Haberland die fast vier Kilometer lange Ortsdurchfahrt in Hemmelte (mit neuem Radweg) entlang der Landesstraße 837. Im Moment laufen letzte Absprachen mit der Gemeinde Lastrup.

Emstek muss sich ab 2021 auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Die Ortsdurchfahrt in Richtung Drantum wird auf zwei Kilometern saniert. Bereits Mitte August dieses Jahres soll die Bundesstraße 72 zwischen Emstek-Ost und Höltinghausen erneuert werden.

Bley und Eilers hatten zuvor die Gemeinden nach ihren Ausbauwünschen gefragt. Gestern zogen beide eine zufriedene Bilanz: „Zu 90 Prozent“, so der Cappelner, stünden die vorgeschlagenen Ausbauten schon auf der Liste der Straßenbaubehörde. Auch mit dem Tempo der Landesbediensteten sind beide Abgeordneten zufrieden.

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