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Amtsunfähigkeit gepaart mit Reformunfähigkeit

Der nächste "Wumms" von SPD-Kanzler Olaf Scholz muss her: Er muss seine Parteigenossin Verteidigungsministerin Christine Lambrecht endlich aus dem Amt nehmen.

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Wenn man eine Armee so führt und den Mangel so amtlich-behäbig verwaltet wie es aktuell geschieht, dann muss man sich nicht wundern, dass der Soldat nur noch im weißen Unterhemd dasteht, statt im gefleckten Kampfanzug. Der Bericht „Kritische Bestandsaufnahme für eine Bundeswehr der Zukunft“, den Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) in der kommenden Woche vorlegen wird, und dessen wesentliche Inhalte nach Berichten des „Spiegel“ und von „Die Welt“ bekannt geworden sind, macht erschreckend deutlich, dass angesichts der rund 200 Maßnahmen, die dort aufgezählt sind, selbst das weiße Hemd für deutsche Soldaten nicht selbstverständlich ist.

Wenn im Bericht laut „Welt“ davon die Rede ist, dass man die Fertigungskapazitäten der von den Soldaten ungeliebten Essensrationen, der so genannten Einpersonenpackungen (EPA), erhöhen muss, dann steht zu befürchten, dass der deutsche Kämpfer noch nicht einmal gut verpflegt in den Einsatz zieht.

Jetzt fehlen der Bundeswehr offensichtlich auch noch die Essensrationen

Der Ergebnisbericht der Ministerin macht klar, dass offensichtlich alle Lager der Bundeswehr leer sind. Nicht nur Munition, einsatzfähige Panzer, Hubschrauber und Flugzeuge fehlen, sondern fernab aller erheblichen technischen Probleme nun auch das Essen für den Notfall.

Da trifft es sich gut, dass der Bericht von einer Stärke der Bundeswehr im Jahr 2031 von 203.000 dienenden Männern und Frauen ausgeht, es aber aktuell nur knapp über 183.000 sind – und es wohl angesichts des allgemeinen Kräftemangels auf dem Arbeitsmarkt auch nicht so schnell mehr werden.

Bemerkenswert: Der Bericht, der im Bundestag vorgelegt wird, lässt die großen Juckepunkte aus. So etwa die jahrzehntelang unterlassene Beschaffung militärischen Großgerätes. Auch das „Wie“ einer Neuaufstellung der Bundeswehr ist kein Thema, es ist lediglich die Rede von Prüfaufträgen und Anstrengungen, die zu unternehmen sind.

Nein, auch Lambrecht strebt offensichtlich nicht die nötige, große Reform aller Bereiche der Bundeswehr bis hinein in die zivile Verwaltung an. Sie ist nicht die Macherin, die sie mit einer penetranten Sturheit vorgibt zu sein. Was Lambrecht vorlegt, sind bloße Willenserklärungen, die nicht helfen werden, diesen Staat und seine Streitkräfte wehrhaft werden zu lassen.

"Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ist nicht die Macherin, die sie mit penetranter Sturheit vorgibt zu sein."Roland Kühn, Reporter

Angesichts von Pannenflügen, von Stöckelschuhen bei der Ernstfallübung und einem Silvester-PR-Desaster darf die Ministerin nicht weitermachen. Das Volk spricht: Umfragen bestätigen, nach denen mit Lambrecht 70 Prozent der Befragten weniger oder gar nicht zufrieden sind.

Das jetzt vorgelegte Papier ist kein „Wumms“ wie es Kanzler Olf Scholz von seiner Parteigenossin verlangen müsste, sondern zeigt die Schwächen der in einem hoch sensiblen Gebiet wie der Verteidigung amateurhaft agierenden Ministerin auf. Das 63-Seiten-Papier ist Ausdruck eines Wollens, dass kein Können nach sich ziehen wird.

100 Milliarden Euro werden irgendwo und nicht nachhaltig versickern

Lambrecht muss gehen. Es steht – wieder einmal - zu befürchten, dass 100 Milliarden Euro, die der deutsche Staat, also die Steuerzahler, für eine verteidigungsfähige Armee bereitstellen, irgendwo und nicht nachhaltig versickern.

Wenn der deutsche Soldat nicht bereits vorher verhungert ist (siehe oben), wird er am Ende wieder nur im weißen Hemd dastehen. Es gilt gallig anzumerken: Das Hemd taugt wenigstens als weiße Flagge.

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