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Althusmann prophezeit Verschiebung der Wirtschaftskraft von Süd nach Nord

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann war auf Stippvisite in Friesoythe. Den inhaltlichen Schwerpunkt setzte er dabei auf die Energiepolitik.

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Wahlkampfunterstützung: Auf Einladung des CDU-Landtagskandidaten Lukas Reinken (links) war Niedersachsen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann am Freitag nach Friesoythe gekommen. Foto: Stix

Wahlkampfunterstützung: Auf Einladung des CDU-Landtagskandidaten Lukas Reinken (links) war Niedersachsen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann am Freitag nach Friesoythe gekommen. Foto: Stix

Für eine Stunde machte Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) am Freitag (19. August) Station in Friesoythe, um vor Parteimitgliedern und Wirtschaftsvertretern für die Wahl des CDU-Direktkandidaten Lukas Reinken und der CDU bei der Landtagswahl am 9. Oktober zu werben. Den inhaltlichen Schwerpunkt seiner Wahlkampfrede legte er dabei auf die Energiepolitik, denn, so der Minister, "die Energiepreise sind für Mittelständler von höchster Relevanz. Viele stehen mit dem Rücken an der Wand."

Vor diesem Hintergrund sei eine Mehrwertsteuersenkung für Gas zwar richtig, aber nicht ausreichend, so Althusmann. "Wir brauchen eine Steuerreduzierung für alle Energiekosten", forderte er in dem langen Teil seiner Rede, der sich mit der Bundespolitik befasste. Deutschland müsse aufpassen, wirtschaftlich leistungsfähig zu bleiben. Dafür allerdings würden, prognostizierte er, weder die vollständige Füllung der Gasspeicher noch der Import von Flüssiggas (LNG) ausreichen. "Die deutsche Wirtschaft droht in einen Gas- und Strommangel zu geraten", so seine Befürchtung. 

Minister setzt auf Ausbau der Wasserstofftechnologie

Sein Ziel sei es, erläuterte Althusmann, "dass Niedersachsen die Chancen nutzt, sich jetzt so aufzustellen, dass wir die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte meistern". Er sei "ausdrücklich für erneuerbare Energien", allerdings ließen sich Wind und Sonne noch nicht in ausreichenden Mengen speichern. Althusmann setzt deshalb auf den Ausbau der Wasserstofftechnologie, für den er eine Wasserstoffwirtschaftsstrategie habe ausarbeiten lassen. Insgesamt könne Niedersachsen so stärker als Bayern und Baden-Württemberg werden, hofft Althusmann. Seine Prognose: "Es wird eine Wirtschaftskraftverschiebung von Süden nach Norden geben, denn die Industrie wird sich verstärkt dort ansiedeln, wo die Energie entsteht."

In seiner Rede setzte Althusmann einen Schwerpunkt auf die Energiepolitik. Foto: StixIn seiner Rede setzte Althusmann einen Schwerpunkt auf die Energiepolitik. Foto: Stix

Eine wirkliche Diskussion mit dem Publikum kam nicht zustande, da Althusmann sich nach seiner Rede auch bei der Beantwortung der ersten Frage, wie er selbst gestand, nicht eben kurz fasste. Auf die Frage, warum die Politik die Kraft von Bürgergenossenschaften für Windparks nicht stärker nutze, warum Planungen so langwierig seien, gönnte sich Althusmann einen Exkurs zum Thema Solarenergie.

„Wir brauchen eine Solaranlagen- und Windanlagen-Produktion in Deutschland.“Bernd Althusman, Wirtschaftsminister

Er beklagte, dass Solar- und Windanlagen nicht mehr in Deutschland, sondern in Asien produziert werden – ein Umstand, den Fachleute mit Verweis auf die Politik des früheren Bundesministers Peter Altmaier (CDU) auch als "Altmaier-Delle" bezeichnen. "Wir brauchen eine Solaranlagen- und Windanlagen-Produktion in Deutschland", betonte Althusmann. Dafür wäre Niedersachsen, das zudem auch ein Land der Geothermie sei, prädestiniert. Und natürlich müsse man auch die Energieproduktion stärker unterstützen, und dafür müsse man den Bürgergesellschaften die Arbeit erleichtern.

Konkret und kurz dann die Antwort auf die Frage, was eine von Althusmann geführte Regierung gegen den Ärztemangel im ländlichen Raum tun werde. Althusmann versprach 200 zusätzliche Medizinstudienplätze, erinnerte aber daran, dass die ersten Absolventen daraus frühestens nach 6 bis 10 Jahren für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden. Zudem brachte er eine Landarztquote und eine Hausarztprämie ins Gespräch.

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