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Alte Hofstelle Kessing wird zum Gewerbegebiet

Der Dammer Stadtrat hat den Bebauungsplan "Kösterberndstraße" beschlossen. Der Unternehmer Jochen Wübker kann das Areal nun als Lager nutzen.

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Die Wallhecke am Rand der Gewerbefläche an der Kösterberndstraße steht unter einem ganz besonderen Schutz. Foto: Lammert

Die Wallhecke am Rand der Gewerbefläche an der Kösterberndstraße steht unter einem ganz besonderen Schutz. Foto: Lammert

Nach mehr als dreieinhalb Jahren ist das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes "Kösterberndstraße" in Damme beendet. Bei seiner Sitzung am Dienstag beschloss der wegen der Corona-Krise in kleinerer Besetzung unter der Leitung des CDU-Politikers Alois Enneking tagende Stadtrat im Rathaus den Bebauungsplan als Satzung.

Damit kann das Unternehmen Wübker Straßen- und Tiefbau die von ihm erworbenen 21.000 Quadratmeter der ehemaligen Hofstelle Kessing nach eigenen Plänen umgestalten. Firmenchef Jochen Wübker, der die Ratssitzung als Zuschauer verfolgte, erklärte, er werde das Areal und die Gebäude, die er nicht abreißen lässt, als Lagerfläche nutzen.

Das vorhandene, etwa ein Hektar große Firmenareal an der Robert-Bosch-Straße sei zu klein. "Ich kann nicht einmal unsere Lkw dort abstellen", erklärte der Unternehmer, der seine Firma vor 21 Jahren als Ein-Mann-Betrieb gegründet hat und inzwischen 75 Mitarbeiter beschäftigt. Allein der Fuhrpark des Betriebs umfasst rund 50 Fahrzeuge.

Die Politiker stimmten dem Bebauungsplan ohne Diskussion zu. Zuvor hatte Bürgermeister Gerd Muhle (CDU) auf einige Punkte hingewiesen, die zuletzt strittig waren; es hatte daher in diesem Jahr noch eine verkürzte Auslegung der Planunterlagen gegeben.

Bemängelt hatte der Landkreis Vechta im Rahmen des ersten Auslegungsverfahrens vom 9. Dezember 2019 bis 15. Januar 2020 unter anderem eine Zufahrt zu dem Areal, die der Voreigentümer durch die schützenswerte Wallhecke gebaut hatte. Diese Zufahrt darf nun doch bleiben. Darauf hätten sich die Stadt und der Landkreis geeinigt, sagte der Bürgermeister. 

Ferner ist im Plan jetzt eine zehn Meter breite Schutzzone für die Wallhecke festgelegt. Die Baugrenze orientiert sich an den vorhandenen Gebäuden. Sie haben - ebenso wie bereits versiegelte Flächen im Schutzbereich - Bestandsschutz.

In dem von der Bebauung ausgenommenen Areal sind zukünftig zum Beispiel Garagen ebenso untersagt wie Versiegelungen jeglicher Art, Aufschüttungen oder Abgrabungen. Ausgenommen sind davon nach Angaben der Stadtverwaltung ausschließlich die im Bebauungsplan festgesetzten Zufahrten. Die Hauptzufahrt wird sich im Einmündungsbereich der Robert-Bosch-Straße auf die Kösterberndstraße befinden.

Rat weist Einwand eines Grundstückseigentümers zurück

Gegen die Verdoppelung des Schutzstreifens bei der Wallhecke hatte ein Grundstückseigentümer protestiert. In seiner Stellungnahme hieß es, seine Eigentümerbefugnisse würden ohne hinreichende Rechtfertigung unverhältnismäßig eingeschränkt. Dem folgte der Rat aber mit Blick auf die langfristige Sicherung der Wallhecke nicht.

In der Beschlussvorlage für den Rat heißt es, die Ausweisung der ehemaligen Hofstelle Kessing auf 21.000 Quadratmetern als Gewerbefläche und im restlichen Bereich als eingeschränktes Gewerbegebiet stärke den Gewerbestandort Damme.

Unterdessen hat Jochen Wübker begonnen, sein neu gekauftes Areal herzurichten. Zwei der sechs ehemaligen Ställe werden abgerissen, um mehr Platz für den Fuhrpark zu schaffen. Die übrigen Gebäude bleiben stehen. 

Das Unternehmen Wübker Straßen- und Tiefbau ist nach Worten seines Inhabers vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen tätig. Die Ausnahme sei die von zwei Mitarbeitern bediente Bodenaufbereitungsanlage, die bundesweit im Einsatz sei. Die Anlage ermöglicht es, ausgekoffertem Mischboden Kalk und Zement zuzusetzen und diesen Boden auf diese Weise tragfähig zu machen, damit er als Unterbau verwendet werden kann.

Wegen der Corona-Pandemie hatten sich die Ratsfraktionen auf ein Pairing geeinigt.  Foto: LammertWegen der Corona-Pandemie hatten sich die Ratsfraktionen auf ein Pairing geeinigt.  Foto: Lammert

Wegen der Corona-Pandemie hatten sich die Ratsherren und Damen auf eine Pairing-Vereinbarung verständig. Der Ratssaal wäre für alle 29 Mitglieder plus Vertreter der Verwaltung zu klein gewesen; Abstände hätten nicht eingehalten werden können.

Von der CDU-Fraktion nahmen neun, von der SPD-Fraktion drei und von der FDP-Fraktion zwei Mitglieder teil. Hinzu kam Bürgermeister Gerd Muhle. Die Zahl der Zuschauer war auf sieben begrenzt. Letztlich fanden sich sechs ein.

Gremien kehren im Juni und Juli zur normalen Besetzung zurück

Der Bürgermeister kündigte an, dass die politische Arbeit der Ratsgremien im Juni und Juli wieder wie gewohnt weitergehen soll. Das bedeutet: Die Ausschüsse werden wie vor der Corona-Pandemie öffentlich tagen. Die Ratssitzung am 7. Juli soll mit allen Mitgliedern stattfinden. Der Sitzungsort wird dann aber nicht der Ratssaal sein. Möglicherweise werden auch nicht alle Ausschusssitzungen dort stattfinden.

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