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Ärmel hoch und Spritze statt Gießkanne: So kann die EU den USA Paroli bieten

Thema: Debatte über riesiges US-Subventionsprogramm in erneuerbare Energien – Die Europäer sollten Joe Bidens Mega-Wumms als Ansporn verstehen und nicht in Panik verfallen.

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Die Europäische Union (EU) will 20 Milliarden Euro zusätzlich in die Energiewende stecken. Eine gute Nachricht? Grundsätzlich: Ja. Jeder einzelne Euro, der in Wind, Wasser und Sonne investiert wird – und nicht in Gas, Kohle oder Öl – ist ein gut angelegter Euro. Für mehr Nachhaltigkeit, für das Klima. Und damit auch für das Wohlergehen, die Gesundheit und die Zukunft. Allerdings sollen mit diesem Programm auch Projekte für fossile Energieträger wie Flüssigerdgas oder Öl gefördert werden, das Ganze also wieder einmal möglichst breit und kontraproduktiv gestreut werden. Genau hier beginnt es unglaubwürdig und widersprüchlich zu werden, letztlich sogar zu verwässern.

Ohnehin ist dieses Vorhaben nicht mehr als eine erste, billige – und das ist durchaus im doppelten Sinne gemeint – Antwort auf Joe Bidens Inflationssenkungsgesetz in den USA. Europa versucht gerade krampfhaft, an jeder Schraube zu drehen, um diesem Wortungetüm mit realem Mega-Wumms etwas entgegenzusetzen. Oder anders formuliert: Die EU hat schlichtweg Panik, dass sich die eigene, jahrelange Untätigkeit nunmehr rächt und dadurch Wissen, Fertigungsstätten und Arbeitsplätze Richtung Amerika abwandern.

Wer umsteigt und investiert, profitiert auch

Und diese Panik ist durchaus verständlich, denn jenes US-Programm hat ein Volumen von 369 Milliarden Dollar. Nicht nur das: Hohe Fördergelder oder Steuergutschriften für grüne Energieprojekte gibt es dort drüben nur, wenn auch in den USA produziert wird. Letzteres lässt in Brüssel, Paris, Berlin & Co. die Alarmglocken schrillen.

Kann die EU dem US-Booster Paroli bieten? Könnte sie. Indem sie ihre Staatshilferegeln nicht nur vereinfacht, wie aktuell angedacht, sondern diese auch gezielt und konzentriert anwendet. Also: Hohe Subventionen für die Entwicklung effizienter Speichertechnologien und den zur Gewinnung von grünem Wasserstoff existenziellen Elektrolyseuren. Und hohe Steuergutschriften nur für Unternehmen, die diese Technologien einsetzen und in den Klimaschutz investieren. Spritze statt Gießkanne.

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