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Abgeordneter: Menschen in Mariupoler Theater haben überlebt

Die Schreckensnachrichten aus der belagerten ukrainischen Stadt Mariupol reißen nicht ab. Nun soll ein Theater bombardiert worden sein, das Hunderte Zivilisten als Schutzraum nutzten.

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Das durch Beschuss beschädigte Schauspielhaus in Mariupol. Foto: dpa/Uncredited/Donetsk Regional Civil-Military Administration Council/AP

Das durch Beschuss beschädigte Schauspielhaus in Mariupol. Foto: dpa/Uncredited/Donetsk Regional Civil-Military Administration Council/AP

Für einen offenbar verheerenden Bombenangriff auf ein Theatergebäude in der belagerten ukrainischen Stadt Mariupol haben sich Kiew und Moskau gegenseitig die Schuld gegeben.

Ukrainischen Behördenangaben zufolge hatten sich mehr als 1000 Menschen in dem Theater befunden. Der Vorfall sei eine «weitere Tragödie» in der Stadt, schrieb Bürgermeister Wadim Bojchenko in der Nacht auf seinem Telegram-Kanal. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einer Videobotschaft, die Menschen hätten dort Schutz vor Beschuss gesucht. Nun sei das Gebäude zerstört.

Luftschutzkeller hat den Angriff offenbar überstanden

Der Luftschutzkeller des Gebäudes ist Angaben eines Parlamentsabgeordneten zufolge intakt geblieben. "Nach einer schrecklichen Nacht der Ungewissheit am Morgen des 22. Kriegstages endlich gute Nachrichten aus Mariupol! Der Luftschutzbunker hat standgehalten", schrieb Serhij Taruta am Vormittag auf Facebook. Mit dem Entfernen der Trümmer sei begonnen worden. "Die Menschen kommen lebend heraus!" Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

"Heftiger russischer Angriff auf das Drama-Theater, wo sich Hunderte unschuldiger Zivilisten versteckt haben", schrieb der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Mittwochabend auf Twitter.

Russland dementiert den Luftangriff

Russlands Verteidigungsministerium wiederum behauptete, am Mittwoch gar keine Luftangriffe gegen Bodenziele in Mariupol ausgeführt zu haben und machte das ukrainische nationalistische Regiment Asow für die Attacke verantwortlich. Menschen sollen verschüttet worden sein, zunächst gab es keine Angaben zu Opfern.

Der zentrale Bau und der Eingang zum Schutzkeller in dem Gebäude seien zerstört worden, schrieb die Stadtverwaltung. "Es ist noch immer unmöglich, das Ausmaß dieser furchtbaren und unmenschlichen Tat zu erfassen." Videos im Internet zeigen Schutt, Trümmer und dichte Rauchwolken. Moskau wiederum warf den ukrainischen Soldaten vor, das Gebäude zuerst vermint und angegriffen zu haben. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Neben dem Theater soll ukrainischen Angaben zufolge noch ein weiterer Ort bombardiert worden sein, an dem sich Zivilisten aufhielten. Getroffen worden sei ein Schwimmbad, in dem Frauen mit Kindern sowie Schwangere Schutz gesucht hätten, meldete die Agentur Unian unter Berufung auf den Chef der Militärverwaltung des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko. Menschen seien verschüttet worden, sagte Kyrylenko demnach. Auch für diesen Angriff machte die ukrainische Seite russische Soldaten verantwortlich.

Mariupol ist seit Wochen von russischen Truppen eingeschlossen und wird von mehreren Seiten aus beschossen. Hunderttausende Menschen sollen unter katastrophalen Bedingungen in der Stadt am Asowschen Meer eingeschlossen sein.

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