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A20-Protestcamp im Ammerland bereitet sich auf Winter vor

Autobahn-Gegner protestieren mit einem Camp im Ammerland gegen die geplante Küstenautobahn A20. Nun könnte bald eine Entscheidung zu dem ersten Bauabschnitt in Niedersachsen anstehen.

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Neben dem Protestcamp wurden Baumhäuser gebaut. Foto: Schuldt

Neben dem Protestcamp wurden Baumhäuser gebaut. Foto: Schuldt

Rund ein halbes Jahr nach dem Aufbau eines Protestcamps gegen den Bau der Küstenautobahn A20 machen Umweltaktivisten ihr Lager bei Westerstede im Ammerland winterfest. "Es ist nicht geplant zu gehen", sagte Mischa Lauterbach von der Initiative Moor bleibt Moor. Die Autobahngegner richten sich auf einen ereignisreichen Winter ein, denn in wenigen Wochen soll am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über den ersten, 13 Kilometer langen Abschnitt der A20 in Niedersachsen von der A28 bei Westerstede bis zur A29 bei Jaderberg verhandelt werden. Landwirte und ein Umweltverband haben dagegen Klage eingereicht. "Da könnte sich dann entscheiden, dass dieser Bauabschnitt rechtswidrig ist", sagte Lauterbach.

Der Bund plant, die bereits existierende Küstenautobahn A20 vom polnischen Stettin über Bad Segeberg in Schleswig-Holstein hinaus bis nach Niedersachsen zu verlängern. Sie soll die deutschen Seehäfen besser verbinden. Dabei sind Tunnel unter Elbe und Weser geplant. Über den Bau wird immer wieder gestritten, Klagen verzögern den Beginn. Befürworter erwarten durch die A20 eine Stärkung der norddeutschen Wirtschaft. Kritiker fürchten dagegen schwere Schäden für Moore, Marschlandschaften und Wälder durch den Autobahn-Neubau.

Zwischen 10 und 20 Autobahngegner leben abwechselnd in dem Camp

Die Aktivistinnen und Aktivisten des A20-Protestcamps im Ammerland sehen ihre Position gegen den Autobahn-Neubau gestärkt und verweisen auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Frühjahr, wonach der Gesetzgeber verpflichtet wurde, beim Klimaschutz nachzubessern. Auch ein kürzlich veröffentlichtes Rechtsgutachten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu verfassungsrechtlichen Bedenken beim Bundesverkehrswegeplan lasse nur den Schluss zu, Autobahn-Bauvorhaben wie die A20 zu stoppen, sagte Lauterbach.

Sollte das Urteil aber positiv für den Bau ausfallen, könnten nach Einschätzungen der Autobahn-Gegner bereits Anfang 2022 die ersten Bagger rollen. "Dann müssten wir erst recht bleiben", sagte Lauterbach. Um sich für die kalte Jahreszeit zu rüsten, seien die Zelte, die Mitte Mai auf der Wiese eines vom Trassenbau betroffenen Landwirts aufgeschlagen worden waren, abgebaut und Wohnwagen aufgestellt worden. Sie bildeten nun eine Wagenburg, sagte Lauterbach. Zuletzt sei das Lager noch gewachsen. Zwischen 10 und 20 Autobahngegner leben den Angaben zufolge abwechselnd in dem Camp.

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