Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

7595 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Auch am Mittwoch bleiben die Zahlen im Nordwesten hoch. Spitzenreiter bei der Inzidenzzahl im Land Niedersachsen ist nach wie vor die kreisfreie Stadt Delmenhorst.

Artikel teilen:
Das RKI appelliert weiter an die gesamte Bevölkerung sich für den Infektionsschutz zu engagieren. Foto: dpa/Soeder

Das RKI appelliert weiter an die gesamte Bevölkerung sich für den Infektionsschutz zu engagieren. Foto: dpa/Soeder

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 7595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

"Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schreibt das RKI in seinem Lagebericht. "Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert." Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, Lüften von Innenräumen und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung. Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - sei im Bundesschnitt auf 48,6 gestiegen.

OM bleibt Corona-Hotspot

Im Nordwesten Deutschlands ist das Oldenburger Münsterland nach Berechnungen des RKI weiterhin ein Hotspot. Die Inzidenzzahl für den Landkreis Cloppenburg liegt mit Stand von Mittwoch (0 Uhr) bei 123,6. Etwas darunter liegt der Landkreis Vechta mit 82,8 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Von Bremen (95,0) bis zum Grenzgebiet zu den Niederlanden in der Grafschaft Bentheim (54,0) bleibt die Inzidenzzahl über der kritischen 50er Marke. 

Spahn befürwortet strikte Ausgangsbeschränkungen in Berchtesgarden

Noch drastischere Maßnahmen sind im bayrischen Landkreis Berchtesgadener Land ergriffen worden. Dort liegt die 7-Tagesinzidenz bei 236,0. Dort gelten seit dem 20. Oktober um 14 Uhr Ausgangsbeschränkungen: Schulen und Kitas schließen, Veranstaltungen werden verboten, auch Restaurants dürfen nicht mehr öffnen. Die Bewohner des Landkreises dürfen ihre eigenen 4 Wände nur noch aus eng definierten Gründen verlassen - zum Beispiel, um zur Arbeit zu gehen oder einzukaufen. Treffen mit Leuten eines zweiten Hausstands sind verboten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die rigorosen Ausgangsbeschränkungen im Berchtesgadener Land begrüßt. Zwar bringe der neue Corona-Lockdown "harte zwei, drei Wochen", so Spahn. Doch die Maßnahme helfe, um die Ausbreitung des Virus "auch wirklich effizient wieder unter Kontrolle zu bringen." Besser als mit innerdeutschen Reisebeschränkungen zu reagieren, so Spahn weiter. Das Vorgehen der bayerischen Landesregierung sei "genau richtig". 

380.762 bestätigte Infektionen seit Pandemiebeginn

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 380.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9875. Das waren 39 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 302.100 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt in Deutschland laut RKI-Lagebericht bei 1,25 (Vortag: 1,35). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 12 bis 13 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,23 (Vortag: 1,25). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

7595 Corona-Neuinfektionen in Deutschland - OM online