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6868 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Update (7.30 Uhr) Der Nordwesten bleibt weiter Corona-Hotspot. Von Bremen bis zur Grafschaft Bentheim zieht sich ein "roter Gürtel". Besonders hart betroffen: die Stadt Delmenhorst.

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Symbolfoto: dpa/Hoppe

Symbolfoto: dpa/Hoppe

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht.

Rate der positiven Testergebnisse ist gestiegen

Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Wie das RKI aber gleichzeitig mitteilt, hängt Zahl der gemeldeten Neuinfektionen nur teilweise mit der Zahl der durchgeführten Tests zusammen. Mehr Tests können "zu einem Anstieg der Fallzahlen führen, da zuvor unentdeckte Infizierte erkannt werden", erklärt das Robert-Koch-Institut. Das bedeute aber nicht, "dass umgekehrt die beobachteten steigenden Fallzahlen nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären wären."

Laut Angaben des RKI werden seit Ende August bundesweit zwischen 1,1 Millionen und 1,2 Millionen Abstriche pro Woche genommen. Während sich dieser Durchschnittswert bis Mitte Oktober konstant in diesem Bereich bewegt, hat sich die Rate der positiven Test erhöht: Von 0,74 Ende August auf 2,48 in der ersten Oktoberwoche.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Im Nordwesten bleibt das Oldenburger Münsterland laut Berechnungen des RKI ein Hotspot (Kreis Cloppenburg 145,3 und Kreis Vechta 109,9). Von Bremen mit einer 7-Tagesinzidenz  von 87,9 bis zu niederländischen Grenze im der Grafschaft Bentheim (78,0) zeiht sich eine Art "roter Gürtel" auf der RKI-Karte. Besonders hat getroffen ist die Stadt Delmenhorst.

Bei einer 7-Tagesinzidenz von 211,5 sind dort am Montag neue Maßnahmen erlassen worden. Die kreisweite Stadt gilt seit Tagen als bundesweiter Hotspot mit den meisten gemeldeten Neuinfektionen. Dort gilt eine erweiterte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Gottesdienste und Veranstaltungen sind dort untersagt worden. Die Delmenhorster Stadtverwaltung kann keinen alleinigen Hotspot für die Vielzahl an Neuinfektionen ausmachen. Die Bürger werden aufgerufen, möglichst zuhause zu bleiben.

Noch drastischere Maßnahmen sind im bayrischen Landkreis Berchtesgadener Land ergriffen worden. Dort liegt die 7-Tagesinzidenz bei 236,0. Dort gelten ab dem 20. Oktober um 14 Uhr Ausgangsbeschränkungen: Schulen und Kitas schließen, Veranstaltungen werden verboten, auch Restaurants dürfen nicht mehr öffnen. Die Bewohner des Landkreises dürfen ihre eigenen vier Wände nur noch aus eng definierten Gründen verlassen - zum Beispiel, um zur Arbeit zu gehen oder einzukaufen. Treffen mit Leuten eines zweiten Hausstands sind verboten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 373.167 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 20.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9836. Das waren 47 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 298.300 Genesene.

Der R-Wert liegt aktuell bei 1,35

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,35 (Vortag: 1,44). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 13 bis 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,25 (Vortag: 1,35). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

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