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18 Anträge zur Herabsetzung der Gewerbesteuer eingegangen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Goldenstedter Finanzhaushalt müssen abgewartet werden, heißt es aus dem Rathaus. Rettungspakete für die heimische Wirtschaft sind bisher nicht angedacht.

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Die Gemeindeverwaltung steht in regelmäßigem Kontakt mit Handels- und Gewerbeverein und der Mittelstandsvereinigung. Foto: Ferber

Die Gemeindeverwaltung steht in regelmäßigem Kontakt mit Handels- und Gewerbeverein und der Mittelstandsvereinigung. Foto: Ferber

Die Auswirkungen der Corona-Krise machen sich in nahezu allen Lebensbereichen bemerkbar - vor allem auch finanziell. Da macht die Gemeinde Goldenstedt keine Ausnahme. Wie Fachbereichsleiter Steffen Boning auf Nachfrage informiert, sind bisher "bei der Gemeinde Goldenstedt beziehungsweise  beim Finanzamt Vechta 18 Anträge zur Herabsetzung der Gewerbesteuer mit einem Gesamtvolumen von zirka  840.000  Euro eingegangen". Zum Vergleich: Sonst sind es etwa fünf Anträge - pro Jahr (!).

Kommunale Hilfen sind derzeit nicht geplant

Liquiditätshilfen oder Rettungspakete für die heimische Wirtschaft, erklärt Boning weiter, seien indes bisher nicht angedacht. Die Gemeindeverwaltung stehe jedoch im Kontakt mit dem Handels- und Gewerbeverein (HGV) sowie mit der Mittelstandsvereinigung (MIT). "Seitens der Gemeindeverwaltung wurden in mehreren Fällen Hilfestellungen bei der Beantragung der Bundes- und Landesfördermittel geleistet. Die genauen Auswirkungen der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Steuerherabsetzungen auf den Finanzhaushalt der Gemeinde Goldenstedt müssen abgewartet werden", sagt der Fachbereichsleiter und Gemeindesprecher.

Keine Verschiebung von Projekten geplant

Aber sind Folgen der Corona-Krise für andere Bereiche bereits absehbar, etwa im Bausektor? Steffen Boning: "Bisher sind seitens der Gemeindeverwaltung sowie der politischen Gremien keine Planungen bezüglich der Verschiebung oder Streichung von Projekten angestoßen worden. Auch hier sollte keinesfalls vorschnell gehandelt werden." Es komme der Gemeinde Goldenstedt sicherlich auch zugute, dass die kostenintensiven Maßnahmen wie die Erweiterung der Huntetalschule, die Neubauten der beiden Kindergärten im Baugebiet Im Iland (an der Bundeskanzler-Kohl-Straße) und am Standort St. Gorgonius (Überthünen) sowie die Sanierung der Ortsdurchfahrt bereits auf mehrere Haushaltsjahre angelegt seien.

Mitarbeiter der Gemeinde arbeiten aus dem Homeoffice

Auch das Thema Homeoffice spielt bekanntlich eine große Rolle in Corona-Zeiten. Wie das bei der Gemeinde gehändelt wird, erläutert  Steffen Boning:  "Da innerhalb der Gemeindeverwaltung bereits vor der Corona-Pandemie Homeoffice auf verschiedenen technischen Wegen möglich war, und die Gemeinde Goldenstedt als Mitglied der KAI-Gruppe (Kommunale Anwendergemeinschaft für Informations- und Kommunikationstechnik; Anm. d. Redaktion) dafür nicht auf Fremdsysteme zurückgreifen muss, mussten keine weiteren IT-Investitionen vorgenommen werden."

"Wir sollten jetzt zunächst die weitere Entwicklung abwarten..."Alfred Kuhlmann, Bürgermeister

Eine eigene Corona-Kostenstelle, ergänzt der Fachbereichsleiter, musste nicht eingerichtet werden. Die zusätzlichen Kosten für Hygienemaßnahmen und weiteres seien den entsprechenden Budgets zugeordnet. Einsparungen seien dagegen im Bereich der Bewirtschaftungskosten (Strom, Gas, Wasser) für die Schulen und Sporthallen, durch ausgefallene Veranstaltungen (unter anderem der Frühjahrsmarkt, die Bezuschussung von Jugendfahrten) und die ausgefallene Ferienbetreuung in den Osterferien zu erwarten.

Abschließend heißt es von Bürgermeister Alfred Kuhlmann (parteilos): „Wir sollten jetzt zunächst die weitere Entwicklung abwarten, um zu schauen, wie sich die Corona-Pandemie tatsächlich auf den Haushalt auswirkt. Gegebenenfalls müssen Rat und Verwaltung dann mit einem entsprechenden Nachtragshaushalt reagieren.“

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