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Zwischen Scheinwelt und Realität

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Das Schönheitsideal junger Menschen wird oft durch soziale Netzwerke geprägt. Trotz gefakter Schönheit werden im Netz immer beliebter.

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Viele, die auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook, TikTok und Co. unterwegs sind, werden dieses Szenario vielleicht kennen: Ich scrolle entspannt durch den Feed und wieder einmal ploppt das Foto einer Influencerin, eines Models oder einer Sängerin auf. Das Foto: meist leicht bekleidet mit Top-Figur vor einer Villa, einem Sportwagen oder einem Strand mit türkisblauem Wasser. Die Kommentare darunter: Komplimente mit bunten Herzchen und Flammen-Emojis. Meist hat der Beitrag Tausende, wenn nicht sogar Millionen Likes.

Ich fühle mich, während ich gerade neben meiner Packung Chips auf dem Bett dieses Foto sehe, etwas komisch. Dass nicht nur ich mich bei diesen meist mit Photoshop bearbeiteten Aufnahmen etwas unwohl fühle, berichten mittlerweile viele junge Menschen. Besonders Frauen vergleichen sich heutzutage oft mit internationalen Models und Stars über Social Media. Aber warum machen wir das? Die meisten von uns wissen, dass die Kurven der weltbekannten Kardashian-Familie nicht natürlich, sondern durch plastische Chirurgie entstanden sind. Die meisten von uns wissen auch, dass die Bilder von Stars und Sternchen trotzdem noch von Profis bearbeitet werden. Und trotz alledem werden die Beauty-Filter, die unsere Zähne noch weißer und unsere Nasen noch kleiner machen, immer beliebter. Um ein Foto ohne Beauty-Filter auf Instagram zu finden, muss man heutzutage schon lange suchen. 

"Das Schönheitsideal, das heutzutage über die sozialen Netzwerke verbreitet wird, ist schlichtweg unrealistisch."Lisa Bernhardt

Die Realität hat schon lange keinen Platz mehr in der digitalen Welt. Immer wieder schaue ich mir eine norddeutsche Influencerin und Model an, die jeden Tag Süßigkeiten in die Kamera hält. Auf dem nächsten Foto präsentiert sie ihren Waschbrettbauch in Sportklamotten. Ich frage mich: Stimmt das? Isst sie diese ganzen Süßigkeiten, die sie tagtäglich in die Kamera hält, und sieht trotzdem so aus - oder ist das alles mehr Schein als sein? 

Das sich unsere Schönheitsideale über die Jahrhunderte verändern, ist mir durchaus bewusst. So galt es doch im Zeitalter der Renaissance als Schönheitsideal, wenn die Frau eine etwas kräftige Figur und der Mann einen Vollbart, aber kurze Haare hatte. Doch das Schönheitsideal, das heutzutage über die sozialen Netzwerke verbreitet wird, ist schlichtweg unrealistisch. Wenn sich junge Mädchen eine Hüfte à la Kardashians wünschen, ist das schlichtweg nicht möglich. Leider beteuern Promis oft, dass sie keinerlei Eingriffe machen lassen haben oder ihre Bilder bearbeiten, anstatt dazu zu stehen, ein nicht gängiges Schönheitsideal zu verkörpern. Auch wenn den meisten jungen Frauen bewusst ist, dass das alles nicht realistisch ist, fällt es den meisten eben doch schwer, sich nicht zu vergleichen. Doch das wiederum ist menschlich. Menschliches Verhalten, das auch in der Welt der sozialen Netzwerke wieder mehr Platz finden sollte. Bis dahin sollten wir uns aber vielleicht alle mal vor den realen Spiegel stellen und sagen: Du bist schön!


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