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Zwischen den Jahren: Was mir gut tut

Kolumne: Auf ein Wort – Die Zeit bis zum neuen Jahr ist ein wenig zeitlos, wie mir jüngst meine Armbanduhr zeigte. Wir sollten sie genießen, vor allem mit dem Blick aufs neue Jahr.

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Kurz vor Weihnachten ist meine Armbanduhr stehen geblieben. Die Zeiger bewegen sich nicht mehr, und auch die Datumsanzeige in dem kleinen Fenster rückt nicht mehr weiter. Ich finde, das passt in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr. Ich erlebe Tage, die nicht bestimmt sind von Terminen in meinem Kalender. Tage, in denen es nicht so wichtig ist, wie spät es ist. Ich weiß das zu schätzen, denn das ist nicht für jeden so. Für mich ist diese Zeit besonders.

Weihnachten klingt nach: Im Wohnzimmer ist es noch ein bisschen chaotisch, Geschenke liegen herum. Ich blättere in meinem neuen Buch oder probiere meine Musikbox aus. Ich denke noch einmal an meine Familie, die ich an den Feiertagen traf. An alles, was sie mir erzählten, und daran, wie wir gut gelaunt zusammensaßen. Ich schreibe die letzten weihnachtlichen Karten, die ich vor dem Fest nicht mehr geschafft habe. Ich wünsche ein frohes neues Jahr, besonders der einen Freundin, die am 1. Januar Geburtstag hat.

Es kommt mir so vor, als ob ich in diesen Tagen besonders verbunden bin mit all den Menschen, die zu meinem Leben gehören, obwohl ich nur wenige von ihnen sehe. Vielleicht gelingen noch ein oder zwei Gespräche per Skype; das würde mich freuen. Die Verbundenheit erfüllt mich und macht mich froh. Irgendwann kommt jedes Jahr auch das Gespräch darauf, wie die Weihnachtszeit früher war. Wir als Familie denken zurück an die Besuche bei denen, die heute nicht mehr unter uns sind. Ein bisschen Wehmut gehört dazu, aber auch Dankbarkeit.

"Ich berühre den Pfeil, und der Segen wird mir zugesprochen. Das tut mir gut. Segen begleitet mich."Martina Wittkowski

"Zwischen den Jahren" wird diese Zeit genannt, und ich mag sie besonders. Ich blicke zurück auf das vergangene Jahr: Höhepunkte kommen wieder in Erinnerung, aber auch Durststrecken. Ermutigende Worte, die andere mir sagten oder schrieben, fallen mir wieder ein. Aber auch Konflikte, die nicht spurlos an mir vorübergegangen sind. Es hat sich nicht alles aufgelöst. Manche Themen werden mich ins neue Jahr begleiten. Weit kann ich noch nicht schauen ins Jahr 2022. Die Pandemie macht das Planen schwierig und versieht die Vorfreude auf Feste und Auszeiten mit einem Fragezeichen. Auf jeden Fall wartet manche Herausforderung auf mich und auf uns.

In einer der Weihnachtskarten, die ich bekam, lag ein goldfarbener Anhänger, den ich an die Türklinke meines Arbeitszimmers gehängt habe. "Ich brauche Segen", steht darauf. Stimmt, Segen brauche ich. Gute Worte, die andere mir sagen, sie haben mich immer wieder gestärkt, und sie werden es auch im neuen Jahr tun. Und ich brauche gute Worte von Gott und sein Mitgehen, das mich auch durch das letzte Jahr getragen hat. Auf dem Anhänger aus der Weihnachtspost ist ein QR-Code. Ich scanne ihn ein und lese: "Ich will dich segnen, damit du ein Segen sein wirst" aus 1. Mose 12,2. Ich berühre den Pfeil, und der Segen wird mir zugesprochen. Das tut mir gut. Segen begleitet mich. (www.segen.jetzt)


Zur Person:

  • Martina Wittkowski ist Kreispfarrerin im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Oldenburger Münsterland.
  • Sie erreichen die Autorin unter: redaktion@om-medien.de.

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