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Zweitklässler schreiben Brief an die Bundeskanzlerin

Die Overbergschule in Vechta macht zum "Red Hand Day" auf das Schicksal von Kindersoldaten aufmerksam.  Ein Filmprojekt leistet Aufklärung.

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Red Hand Day: Die Kinder haben als Zeichen der Warnung mehrere hundert Handabdrücke hergestellt, die in der Aula der Grundschule zur Schau gestellt werden. Foto: Overbergschule

Red Hand Day: Die Kinder haben als Zeichen der Warnung mehrere hundert Handabdrücke hergestellt, die in der Aula der Grundschule zur Schau gestellt werden. Foto: Overbergschule

Die Klasse 2c der Overbergschule in Vechta hat einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben. Darin machen die Grundschüler auf den "Red Hand Day" aufmerksam. „Kinder sollen nicht in den Krieg. Das muss aufhören“ lautet ihre Botschaft, verbunden mit der Forderung, dass Erwachsene die Probleme "unter sich ausmachen und nur mit Worten streiten".

Beim "Red Hand Day" handelt es sich um einen weltweiten Aktionstag, der jedes Jahr am 12. Februar an das Schicksal von Kindern erinnern soll, die zum Kampfeinsatz in Kriegen und bewaffneten Konflikten gezwungen werden. "An diesem Thema wird seit einigen Jahren im Rahmen der politischen Bildung an der Overbergschule gearbeitet", berichtet Rektorin Kerstin Dieker.

Menschenrechtsverletzung ist Thema im Unterricht

Die Schüler lernen die Lebensbedingungen von Kindern auf der ganzen Welt kennen. Dabei erfahren sie, wie wichtig Meinungsfreiheit als Beitrag zur Partizipation und Demokratie ist. "Die Vermittlung von Grundrechten und ihre Bedeutung für den Einzelnen und das Zusammenleben ist ein grundsätzlicher Bestandteil des demokratischen Lernens und gehört zu unserem Bildungsverständnis", so Dieker.

In ihrem Brief an die Kanzlerin haben die Zweitklässler formuliert, was seit einigen Tagen den Unterricht in der Schule bestimmt. Hier wird mit den Lehrern über den Einsatz von Kindersoldaten und die damit verbundene Menschenrechtsverletzung gesprochen. Basis ist ein Film, der vor einem Jahr im Rahmen der Begabtenförderung in Kooperation mit dem Gymnasium Antonianum gedreht wurde.

Die Geschichte erzählt kindgerecht, wie es dem kleinen Josef in seinem Heimatland ergeht, als er von Erwachsenen in den Krieg geschickt wird. Dort muss der Junge nicht nur anderen Menschen etwas Böses antun, sondern auch selbst Angst und Gewalt erleben. Als ihm die Flucht gelingt, will seine Familie ihn nicht mehr zu Hause aufnehmen. Nun lebt er in einem Kinderheim von Unicef, wo er lernt, ein normales Kind zu sein.

Um auf solche Schicksale aufmerksam zu machen, wenden sich die Grundschüler an die Kanzlerin. Adressat im vergangenen Jahr war der Bürgermeister der Stadt Vechta. Damals wurden 250 Handabdrücke – das Symbol des Aktionstages – auf einem großen weißen Tuch überreicht und im Rathaus aufgehängt. In diesem Jahr zieren die roten Hände eine große, weiße Fläche in der Aula der Schule.

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