Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Zwei Friesoyther Schulen platzen aus allen Nähten

Die Gebäude der Marienschule und der HvO sind viel zu klein, Container keine Dauerlösung. Jetzt soll der Raumbedarf aller städtischen Schulen geprüft werden.

Artikel teilen:
Notlösung: Zwei Klassen muss die Marienschule in Containern unterbringen, die Räume reichen trotzdem bei Weitem nicht aus. Jetzt soll der Raumbedarf berechnet und eine Lösung gefunden werden. Foto: Stix

Notlösung: Zwei Klassen muss die Marienschule in Containern unterbringen, die Räume reichen trotzdem bei Weitem nicht aus. Jetzt soll der Raumbedarf berechnet und eine Lösung gefunden werden. Foto: Stix

Von außen wirkt die Friesoyther Marienschule imposant. Ein zweigeschossiges Haupthaus, rechts davon ein Anbau mit zwei Gebäudeteilen, am Ende des Schulhofes ein weiterer Querflügel. Die Flure sind breit, der Verwaltungstrakt ausreichend, die Aula großzügig. Das Problem: Es fehlen Klassenzimmern. Und zwar einige.

"Die Marienschule war mal eine kleine Schule", erläuterte Schulleiterin Ina Niehaus am Mittwochabend auf der Sitzung des Schulausschusses. "Das hat sich zwischenzeitlich geändert." Ursprünglich genügten die sechs Klassenzimmer und die drei Funktionsräume, in denen beispielsweise Werken oder Kunst- und Musikunterricht stattfand. Heute hat die Marienschule elf Klassen. 

Zwölf Klassenzimmer sowie Gruppen- und Fachräume bräuchte die Marienschule

Als Folge davon sind die Funktionsräume, obwohl von Größe und Zuschnitt nicht wirklich geeignet, zu Klassenzimmern geworden, zwei weitere Klassenräume müssen auf Container ausweichen. Und für die gilt das Gleiche wie für die Funktionsräume: Sie sind zu klein, es fehlt der Platz für einen Stuhlkreis, für Gruppenarbeit und für den Bewegungsdrang der Kinder. "Grundschüler leben in ihrem Klassenzimmer", bringt es Niehaus auf den Punkt. Zwölf Klassenzimmer sowie separate Gruppen- und Fachräume bräuchte die Marienschule, um zukunftssicher aufgestellt zu sein.

Zu klein: Von außen wirkt das Gebäude der Marienschule mit dem zweigeschossigen Haupthaus groß genug für eine Grundschule. Doch statt der benötigten zwölf gibt es nur sechs Klassenräume. Foto: StixZu klein: Von außen wirkt das Gebäude der Marienschule mit dem zweigeschossigen Haupthaus groß genug für eine Grundschule. Doch statt der benötigten zwölf gibt es nur sechs Klassenräume. Foto: Stix

Widerspruch aus dem Ausschuss und aus der Verwaltung gab es nicht. "Was fehlt, muss gebaut werden", sagte die Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers. "Wir haben dort ziemlich viel Platz, da kriegen wir was hin." In die anstehenden Bedarfsplanungen sollten, so Hamjediers, auch die anderen städtischen Schulen, soweit sie nicht gerade Neu- oder Erweiterungsbauten bekommen, aufgenommen werden.

Von sechs Behelfs-Containern an der Oberschule sind vier nur eingeschränkt nutzbar

Geprüft wird auch der Raumbedarf der Heinrich-von-Oytha-Oberschule in Altenoythe. Schulleiter Rasmus Braun hatte in einem entsprechenden Antrag an die Stadt vorgerechnet, wie viel Räume der HvO fehlen. Er kommt dabei auf einen zusätzlichen Bedarf von sieben Klassenräumen, drei Differenzierungsräumen, sechs Räumen für Inklusionsarbeit und für den Deutschunterricht für Flüchtlingskinder, einen flexiblen Raum für die Naturwissenschaften und einen Raum für Schüler mit Unterstützungsbedarf. Mit derzeit sechs Containern als Behelfsräume, von denen vier nur eingeschränkt nutzbar seien, könne der Bedarf nicht gedeckt werden.

Ursprünglich sei die Schule, so Braun, für 48 Schülerinnen und Schüler pro Jahr konzipiert worden. Von Beginn an seien es mehr gewesen, derzeit liegt jeder Jahrgang bei 85 bis 90 Kindern und Jugendlichen. Das entspreche 4 Klassen pro Jahrgang, also 24 in der gesamten Schule. Entsprechend groß sei demnach der Bedarf an Klassenräumen und an Lehrkräften. Das wiederum habe dazu geführt, dass beispielsweise das Lehrerzimmer längst viel zu klein sei, so Braun.

Nur bedingt nutzbar: Von sechs Containern, die an der Oberschule Altenoythe die Raumnot lindern sollen, entsprechen 4 nicht den Anforderungen. Foto: StixNur bedingt nutzbar: Von sechs Containern, die an der Oberschule Altenoythe die Raumnot lindern sollen, entsprechen 4 nicht den Anforderungen. Foto: Stix

Hamjediers verwies darauf, dass mit dem Neubau der Gerbertschule Platz für die Oberschule frei werde. Dennoch: "Wir werden nicht nur sanieren müssen, sondern auch erweitern", sagte sie. Man müsse alle Schulen in den Blick nehmen und bei der Umsetzung vom Bedarf ausgehen. "Wir sind im Schulbereich nicht gut aufgestellt", gestand sie, "haben uns aber gegenüber 2016 verbessert." Im 1. Halbjahr 2023, so der Beschluss des Ausschusses, soll der künftige Raumbedarf der Oberschule berechnet und den Gremien vorgelegt werden.

Beide Schulen werden demnach noch einige Zeit mit den Containern leben müssen. Immerhin sollen die nach einem Beschluss des Ausschusses so versetzt werden, dass sie, etwa durch bessere räumliche und technische Anbindung, den Ansprüchen eher gerecht werden als bislang. Etwas über 50.000 Euro müssen dafür im Haushalt 2023 untergebracht werden.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Zwei Friesoyther Schulen platzen aus allen Nähten - OM online