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"Zum guten Hirten" vor 60 Jahren geweiht

Am 4. September 1960 fand die Weihe der evangelischen Kirche in Damme statt. Daran erinnert die Kirchengemeinde mit einem Festgottesdienst.

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Ein Grund zum Feiern: Die evangelische Kirchengemeinde hat seit 1960 ihr Gotteshaus "Zum guten Hirten". Foto: Lammert

Ein Grund zum Feiern: Die evangelische Kirchengemeinde hat seit 1960 ihr Gotteshaus "Zum guten Hirten". Foto: Lammert

Den inzwischen 60. Jahrestag der Kirchweihe ihres Gotteshauses "Zum guten Hirten" und bereits den 115. Weihetag der Laurentiuskapelle feiert die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Damme am Sonntag (6. September). Dazu beginnt um 10 Uhr bei der Kirche "Zum guten Hirten" ein Freiluft-Festgottesdienst.

Nach Angaben von Pfarrer Uwe Böning findet der Gottesdienst bei jedem Wetter statt. "Sollte Regen drohen, sollten die Teilnehmer Regenschirme mitbringen", sagt der Geistliche. An einem Freiluft-Gottesdienst könnten wesentlich mehr Menschen teilnehmen als wenn der Gottesdienst in der Kirche stattfinden würde. Dann wären nur rund 30 Gläubige zugelassen. Und: Singen ist in der Kirche wegen der Corona-Pandemie weiterhin nicht erlaubt, draußen dagegen schon.

Oberkirchenrätin Mawick predigt am Sonntag

Die Predigt während des Gottesdienstes wird Oberkirchenrätin Gudrun Mawick aus Oldenburg halten. Musikalisch wirken der Posaunenchor und die Gruppe "Vielfalt" mit. Im Anschluss an den Gottesdienst besteht die Möglichkeit zu Gesprächen.

Vielleicht ist dann auch die Historie des Gotteshauses ein Thema. Der Bau hatte 1959 begonnen. Die Grundsteinlegung fand am 24. September 1959 statt, die Weihe fast genau ein Jahr später am 4. September 1960.

Uwe Böning freut sich, dass die Kirche "Zum guten Hirten" eine "kleine Schwester" hat, die zugleich auch eine "ältere" Schwester ist und gut angenommen wird: die Laurentiuskapelle. 1905 eröffnet war sie viele Jahrzehnte das Gotteshaus der Kirchengemeinde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Laurentiuskapelle plötzlich zu klein

Allerdings war sie nach dem Zweiten Weltkrieg zu klein, als die Zahl der protestantischen Christen auf bis zu mehr als 1700 wuchs und Damme von Neuenkirchen abgetrennt und zur eigenen Kapellengemeinde wurde. Die sonntäglichen Gottesdienste fanden seinerzeit im Saal des Kolpinghauses statt.

Bereits 1949 begannen die Planungen für den Bau einer Kirche. Doch erst am 23. Juli 1957 konnte die Kirchengemeinde das Grundstück am heutigen Westring erwerben. Die Gesamtkosten beliefen sich für das Gotteshaus, allerdings ohne Orgel, auf fast 199.000 Deutsche Mark (rund 101.000 Euro).

1960 hatte der damalige Bundestagspräsident Eugen Gerstenmeier zur Eröffnung der Kirche eigenhändig die Widmung geschrieben "Wir aber predigen den gekreuzigten Christus 1. Kor. 1,13" - und das auch "im Namen des Bundespräsidenten".

Da hätten sich die beiden ranghöchsten Vertreter des Landes mit der Einweihung einer kleinen Kirche in der nordwestdeutschen Provinz befasst, sagt Uwe Böning, der seit 2006 in Damme tätig ist. Pastorin Wiebke Range wechselte 2008 in die Kirchengemeinde, die derzeit rund 3000 Mitglieder zählt.

Laurentiuskapelle kostete 5000 Mark

Die Einweihung der Laurentiuskapelle hatte am 26. August 1905 auf dem Grundstück Große Straße/Ecke Lindenstraße stattgefunden. Der Turm hatte 2000 Mark, das Kirchenschiff 3000 Mark gekostet. Eigentlich fänden in dem 115 Jahre alten Gotteshaus immer samstags ab 18 Uhr Gottesdienste statt, zurzeit aber entfielen sie wegen der Corona-Pandemie und deren Folgen, sagt Uwe Böning.

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