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Zukunftspläne in Vechta: Soziale Beratungen unter einem Dach vereint

Der Katholische Verein für soziale Dienste Vechta (SKM) will ein neues Beratungshaus am Dominikanerweg errichten. Bei der Realisierung des Projekts hilft ein starker Partner aus Osnabrück.

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Der Planungsentwurf steht kurz vor der Umsetzung. In dem mehrgeschossigen Beratungshaus am Dominikanerweg in Vechta sollen Suchtberatung, Wohnungslosenhilfe und gesetzliche Betreuung vereint werden. Das bedeutet kurze Wege für Mitarbeiter und Klienten. Visualisierung: Stephanswerk Wohnungsbaugesellschaft

Der Planungsentwurf steht kurz vor der Umsetzung. In dem mehrgeschossigen Beratungshaus am Dominikanerweg in Vechta sollen Suchtberatung, Wohnungslosenhilfe und gesetzliche Betreuung vereint werden. Das bedeutet kurze Wege für Mitarbeiter und Klienten. Visualisierung: Stephanswerk Wohnungsbaugesellschaft

Das Gebäude steht leer, der Gashahn ist zugedreht, die ersten Dachpfannen sind schon runter: In wenigen Tagen soll ein Bagger am Dominikanerweg 8 anrücken. Die alte Immobilie wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Hier will der Katholische Verein für soziale Dienste Vechta (SKM) seine Zukunftspläne verwirklichen. Ziel ist die Errichtung eines modernen Beratungshauses.

Mit der Verwirklichung des ambitionierten Projektes werden die Suchtberatungsstelle, die ambulante Wohnungslosenhilfe und die gesetzliche Betreuung, die bisher noch unter verschiedenen Adressen im Vechtaer Stadtgebiet angesiedelt sind, unter einem Dach vereint. In Ergänzung zu den sozialen Einrichtungen schafft der Träger in dem mehrgeschossigen Gebäude auch zwei Übergangswohnungen für bedürftige Menschen.

„Die Idee ist in den letzten Jahren gewachsen. Wir begeben uns jetzt auf ein neues Feld, das den Weg in die Zukunft zeichnet“, erklärt Vorstandsvorsitzender Clemens Rottinghaus. Er sieht in dem geplanten Gebäude viele Vorteile. Neben der Schaffung von besseren Arbeitsbedingungen sowie kürzeren Wegen für Mitarbeiter und Klienten werde auch die Präsenz des Vereins in der Öffentlichkeit gesteigert.

Für die Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfe und Betreuung bedeutet der Neubau eine Rückkehr an ihren alten Standort. Sie haben ihre Beratungen bereits früher im Altbau am Dominikanerweg angeboten, sind aber im vergangenen Jahr aufgrund von Platzproblemen in angemietete Räume an der Münsterstraße umgezogen. Nun zeichnet sich ein Ende dieser Übergangslösung ab.

„Die Arbeitsbedingungen waren nicht mehr zeitgemäß“, berichtet Thomas Pille, der für die beiden Fachbereiche verantwortlich zeichnet. Vor allem in der Corona-Pandemie seien die Mitarbeiter an ihre Grenzen gestoßen. Sie hätten die Abstandsvorschriften kaum noch einhalten können, ganz zu schweigen von ausreichenden Aufenthalts- und Sanitärräumen.

Die Pläne liegen auf dem Tisch: Vorstandsvorsitzender Clemens Rottinghaus (rechts) sowie die Einrichtungsleiter Bettina Albrecht und Thomas Pille sehen in dem Neubau des Beratungshauses viele Synergieeffekte. Foto: SpeckmannDie Pläne liegen auf dem Tisch: Vorstandsvorsitzender Clemens Rottinghaus (rechts) sowie die Einrichtungsleiter Bettina Albrecht und Thomas Pille sehen in dem Neubau des Beratungshauses viele Synergieeffekte. Foto: Speckmann

Von dem Neubau erhofft sich Pille optimale Bedingungen und auch neue Möglichkeiten zur Ausweitung des Angebotes. Das ist ganz im Interesse des Vorstands. Rottinghaus sieht in den sozialen Bereichen bundesweit einen steigenden Beratungsbedarf, dem sich auch der SKM vor Ort verpflichtet fühle. Um den Ansprüchen gerecht zu werden, stehe der Verein in engem Austausch mit den Kostenträgern, sagt der Vorsitzende.

Die Bündelung unter einem Dach soll sich auch für die Suchtberatungsstelle auszahlen, die bisher im Caritas-Haus am Neuen Markt angesiedelt ist. Leiterin Bettina Albrecht verweist auf Synergieeffekte: „Es gibt Überschneidungen. Wer wohnungslos ist, hat eventuell auch ein Suchtproblem.“ Die Mitarbeiter könnten an einem gemeinsamen Standort besser zusammenarbeiten, sich ergänzen und bei Bedarf gegenseitig vertreten.

Neubau soll im Frühjahr 2024 fertig sein

Bei den Entscheidungsträgern stoßen solche Argumente auf offene Ohren. Die Mitgliederversammlung des SKM hat das Projekt schon im Januar dieses Jahres abgesegnet. Die Pläne sind inzwischen bis ins Detail ausgereift, die Baugenehmigung liegt seit einigen Tagen vor, sodass die Arbeiten am Dominikanerweg beginnen können. Mit einer Fertigstellung des Neubaus wird im Frühjahr 2024 gerechnet.

Das Beratungshaus verfügt über zwei Geschosse mit einer Nutzfläche von insgesamt fast 500 Quadratmetern. Davon entfallen gut 80 Quadratmeter auf die beiden Übergangsquartiere für Wohnungslose. Somit bleibt ausreichend Platz für die aktuell 11 Voll- und Teilzeitkräfte der drei Beratungseinrichtungen und bei Bedarf auch noch Luft für personelle Erweiterungen.

Das alte Beratungsgebäude am Dominikanerweg steht kurz vor dem Abriss. Auf dem Grundstück soll ein Neubau für rund 1,9 Millionen Euro entstehen. Foto: SpeckmannDas alte Beratungsgebäude am Dominikanerweg steht kurz vor dem Abriss. Auf dem Grundstück soll ein Neubau für rund 1,9 Millionen Euro entstehen. Foto: Speckmann

Für die Vereinsvertreter selbst ist die Verwirklichung des mit rund 1,9 Millionen Euro veranschlagten Bauvorhabens jedoch eine Nummer zu groß. Daraus macht der Vorstandsvorsitzende keinen Hehl. Aus diesem Grund haben sich die Vechtaer einen starken Partner an die Seite geholt. Das Bauprojekt wird von der Stephanswerk Wohnungsbaugesellschaft mit Sitz in Osnabrück als Investor realisiert.

Rottinghaus äußert sich sehr positiv über die Zusammenarbeit mit dem Projektpartner, zu dessen wesentlichen Aufgaben die Errichtung und Verwaltung von Wohnraum sowie vielfältige bauliche Dienstleistungen zählen. In Trägerschaft des Bistums Osnabrück und des Bischöflichen Stuhls zu Osnabrück ist das Aufgabenspektrum der Gesellschaft seit der Gründung im Jahr 1949 stetig gewachsen.

Das vereinbarte Finanzierungsmodell sieht vor, dass das Stephanswerk das im Besitz des SKM befindliche Grundstück erwirbt, die Immobilie errichtet und an die Nutzer langfristig vermietet. Eine Herausforderung bleibt es dennoch, weiß Rottinghaus. Schließlich müsse der laufende Betrieb finanziert werden. Der Verein sei zwar kein Unternehmen, müsse aber ebenso wirtschaftlich arbeiten, um die Kosten für die sozialen Angebote zu decken.

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