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Zoll gelingt Schlag gegen Schwarzarbeit im Landkreis Vechta

Die Ermittlungen richten sich gegen eine Montage- und Servicefirma. Es geht um Scheinselbstständigkeit, fiktive Werkvertragsfirmen in Polen und einen Schaden von rund einer Million Euro.

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Symbolfoto: Zoll

Symbolfoto: Zoll

Das Hauptzollamt in Osnabrück spricht am Donnerstag von einem "großen Schlag gegen die organisierte Schwarzarbeit" bei der Vorstellung von den Ergebnissen der Ermittlungen, die sich gegen eine Firma im Landkreis Vechta richten. Durch die jahrelange illegale Beschäftigung seien dem Staat Sozialversicherungsabgaben in Höhe von rund einer Million Euro entgangen. Vier Beschuldigten wird das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt vorgeworfen. 

Von 2014 bis 2018 sollen die vier Verdächtigen "eine Vielzahl" von Arbeitskräften aus Polen angeworben haben. Sie sollten für eine Montage- und Servicefirma im Landkreis Vechta tätig werden. "Die Arbeitnehmer arbeiteten als Selbstständige oder als polnische Werkvertragsarbeitnehmer in Deutschland", berichtet Christian Heyer, Pressesprecher desHauptzollamtes Osnabrück. Tatsächlich – so die jetzige Erkenntnis – hätten diese Arbeitskräfte aber bei der Firma als Arbeitnehmer gemeldet werden müssen.

Ermittlungen begannen bereits im Jahr 2019

Die Ermittlungen kamen demnach bereits 2019 ins Rollen. Schon damals wurden die beteiligten Firmen im Landkreis Vechta durchsucht. Mitarbeiter wurden vernommen, außerdem sei umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt worden. Dabei habe sich dann herausgestellt, dass die Arbeitskräfte aus Polen als vermeintlich selbstständige Subunternehmer beschäftigt wurden –offensichtlich mit dem Ziel, die Sozialabgaben einzusparen. Außerdem seien Arbeitskräfte von anderen Firmen aus Polen ausgeliehen worden.

"Hierbei handelte es sich um zwei polnische Firmen, die Arbeitskräfte aus Polen anwarben und diese im Rahmen eines Werkvertrages für eine Firma aus dem Landkreis Vechta arbeiten ließ", berichtet Pressesprecher Heyer. Nur: Recherchen in Polen hätten ergeben, dass diese beiden Firmen gar nicht existieren. Deshalb sei nun grenzübergreifend ermittelt worden.

Osnabrücker Zöllner und polnische Polizeibeamten durchsuchten am 15. März die angeblichen Firmensitze in Polen. Es stellte sich heraus, dass es sich um Privatwohnungen handelte. "Die Werksvertragsfirmen waren zwar gemeldet, aber tatsächlich nicht existent und wirtschaftlich nicht aktiv", heißt es in der Presserklärung der Hauptzollamtes. 

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