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Zivilcourage: Hohe Auszeichnung für Lebensretter

Alexander Kromm ist in Garrel mit der Niedersächsischen Rettungsmedaille geehrt worden. Der 47-Jährige hatte im Februar eine bewusstlose Frau aus ihrem verqualmten Haus gerettet.

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Feierstunde für einen Helden: Alexander Kromm (Mitte) freute sich mit (von links) Gemeindebrandmeister Peter Deeben, Kreisbrandmeister Arno Rauer, Bürgermeister Thomas Höffmann, seiner Frau Marina Kromm, Regierungsbrandmeister Udo Schwarz und dem örtlichen Polizisten Jürgen Pieper über die Auszeichnung. Foto: Schrimper

Feierstunde für einen Helden: Alexander Kromm (Mitte) freute sich mit (von links) Gemeindebrandmeister Peter Deeben, Kreisbrandmeister Arno Rauer, Bürgermeister Thomas Höffmann, seiner Frau Marina Kromm, Regierungsbrandmeister Udo Schwarz und dem örtlichen Polizisten Jürgen Pieper über die Auszeichnung. Foto: Schrimper

Dass so viel Aufhebens um seine Person gemacht wird, war ihm nicht wirklich recht. Doch es gilt das alte Sprichwort: Ehre, wem Ehre gebührt. Weil er einer Garrelerin im Februar das Leben gerettet hat, ist Alexander Kromm nun in einer Feierstunde im Garreler Rathaus mit der Niedersächsischen Rettungsmedaille ausgezeichnet worden – eine Ehre, die nur wenigen zuteil wird.

Am 24. Februar war der Unternehmer aus Werlte gegen 11 Uhr mit seinem Mülltonnen-Reinigungsfahrzeug in der Christinenstraße in Garrel unterwegs, als er bemerkte, dass aus einem Bungalow Brandgeruch kam. Er stoppte sein Fahrzeug, klopfte und klingelte, um die Bewohner des Hauses zu warnen. Als niemand antwortete, sich laut einer Anwohnerin aber noch eine Person in dem Haus befinden sollte, schlug Alexander Kromm eine Fensterscheibe ein.

Auf allen vieren kroch der 47-Jährige durch das völlig verqualmte Haus und fand schließlich im Schlafzimmer eine bewusstlose Frau und brachte sie ins Freie. Mit einem in der Nachbarschaft wohnenden Feuerwehrmann kümmerte er sich um die verletzte Person. Die Frau und auch ihr Retter wurden daraufhin ins St.-Josefs-Hospital in Cloppenburg gebracht, wo Kromm 24 Stunden zur Beobachtung bleiben musste.

Ehrung "mehr als nur gerechtfertigt"

"Nur durch das entschlossene Handeln unseres Retters konnte die bewusstlose Person vor dem sogenannten Rauchtod bewahrt werden", sagte Garrels Bürgermeister Thomas Höffmann, der Alexander Kromm als "echten und wahren Helden" bezeichnete. Auch die am Einsatz beteiligten Rettungskräfte hätten sein Verhalten als vorbildlich beschrieben. Kromms Zivilcourage verdiene höchste Anerkennung und Respekt. Immerhin habe er nicht eine Sekunde gezögert und sein eigenes Leben und seine Gesundheit zurückgestellt, um zu helfen, so der Verwaltungschef. 

"Wo andere zur Seite geschaut hätten, hat Alexander Kromm 'Bürgermut' gezeigt", so Höffmann. Taten wie diese bewiesen, "dass wir eine offene und soziale Gesellschaft haben, in der Menschen für andere Mitbürger da sind, wenn es darauf ankommt". Der Verwaltungschef kritisierte, dass die Arbeit von Rettungskräften heutzutage oft von Gaffern und deren "verstörenden Handlungen" erschwert werde. "Sensationsgierige Personen" stünden im Weg, um Foto- und Videoaufnahmen zu machen. Im aktiven Dienst als Polizeibeamter und im Rettungsdienst habe er sich selbst oft über diese Verhaltensweisen geärgert, die noch heute seinen Puls in die Höhe trieben.

Udo Schwarz, Regierungsbrandmeister des Niedersächsischen Landesamts für Brand- und Katastrophenschutz, betonte in der Feierstunde, dass die Ehrung Kromms "mehr als nur gerechtfertigt" sei. "Eine Medaille ist eigentlich noch viel zu wenig." Sein rasches und zielgerichtetes Handeln "aus einem Impuls heraus" sei alles andere als selbstverständlich gewesen. Dadurch rage er positiv aus der Gesellschaft heraus. Die "hohe Wertigkeit" der Niedersächsischen Rettungsmedaille zeige sich darin, dass sie nur selten vergeben werde. "Das ist kein Streuartikel", machte er deutlich.

"Helden gibt es leider viel zu wenig", ergänzte Garrels Gemeindebrandmeister Peter Deeben, der Kromm mit einem Augenzwinkern dazu einlud, sich der Feuerwehr anzuschließen. Kreisbrandmeister Arno Rauer sagte, dass die Minuten, in denen der Retter zur Stelle war, "kostbar" gewesen seien.

Die Auszeichnung: Die Niedersächsische Rettungsmedaille wird seit 1953 vergeben. Foto: SchrimperDie Auszeichnung: Die Niedersächsische Rettungsmedaille wird seit 1953 vergeben. Foto: Schrimper

Der Retter selbst gab sich in der Feierstunde bescheiden. „Ich habe damals gar nicht daran gedacht, später mal hier zu sitzen und geehrt zu werden.” Wie er sagte, würde er wieder so handeln. Zu der geretteten Frau habe er keinen Kontakt. 

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