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Zeitgeist meint es gut mit "Möbelei"

Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei der Kaufentscheidung eine immer größere Rolle. Davon profitiert auch der Löninger SKFM.

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Möbel und mehr: Agnes Brümmer (rechts) und Sophie Zielke betreuen das Geschäft an der Bremer Straße. Foto: G. Meyer

Möbel und mehr: Agnes Brümmer (rechts) und Sophie Zielke betreuen das Geschäft an der Bremer Straße. Foto: G. Meyer

Secondhand liegt voll im Trend. Das hat auch das Mitarbeiterteam der "Möbelei" in Löningen bemerkt. "Der Umsatz steigt und die Nachfrage ist deutlich größer als früher", bestätigt Agnes Brümmer, Vorsitzende des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer (SKFM). 

Im Herbst vergangenen Jahres war die "Möbelei" aus der Innenstadt an die Bremer Straße umgezogen. Das leerstehende Fahrradgeschäft  (ehemals Elektro Biermann) war zuvor mit vereinten Kräften auf Vordermann gebracht worden. Auch Jugendliche des Sozialen Briefkastens packten mit an. "Der Platz ist genau richtig, unser Angebot findet jetzt eine viel stärkere Beachtung", sagt Agnes Brümmer zufrieden. Bis zu 20 Kunden lassen sich während der nur 2-stündigen Öffnungszeiten blicken. Für ein Geschäft, das hauptsächlich mit gebrauchten Möbeln, Einrichtungsgegenständen, Büchern und Spielen handelt, ist das nicht schlecht. Die Einnahmen steigen, für die Miete reiche es inzwischen, berichtet Brümmer. Das liege vor allem daran, dass die bis zu 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich allesamt ehrenamtlich engagieren.

"Bei jungen Leuten ist Secondhand richtig cool geworden."Sophie Zielke, Werkstudentin

Mit Sophie Zielke beschäftigt der SKFM derzeit auch eine sogenannte "Werkstudentin". An der Uni Vechta lässt sich die 23-Jährige gerade zur Managerin für soziale Dienstleistungen ausbilden. 20 Stunden in der Woche jobbt sie nebenher für den Löninger Sozialdienst. Die Arbeit in der "Möbelei" macht ihr Spaß. Gerade bei jungen Leute sei Secondhand-Ware cool geworden, weiß sie. "Es muss ja nicht immer Ikea sein." Wobei der schwedische Möbel-Riese mittlerweile selbst Produkte aus recycelten Materialien anbietet, um zumindest nach außen hin grüner zu werden. Das Thema "Nachhaltigkeit" spiele bei den Jüngeren eine immer größere Rolle, erklärt Zielke.

Und das gilt nicht nur für den Möbelkauf. Auch der ebenfalls zum SKFM gehörende Bekleidungsladen "Tuchfühlung" läuft derzeit gut. Die Gebrauchtwelle hat sogar die großen Kaufhäuser erreicht. Neben  nagelneuen Kollektionen bieten Modehändler wie C&A und Breuninger in einigen ihrer Filialen Tragbares aus zweiter Hand an. C&A testet außerdem eine Plattform für den privaten Verkauf gebrauchter Artikel.

Von allem etwas: Auch Gläser, Tassen und anderes Geschirr gehören zum Sortiment. Foto: G. MeyerVon allem etwas: Auch Gläser, Tassen und anderes Geschirr gehören zum Sortiment. Foto: G. Meyer

Den Zeitgeist wissen die Löninger also auf ihrer Seite. Viele Leute kämen einfach zum Stöbern, sagt Agnes Brümmer. "Und oft finden sie bei uns das Schnäppchen, nach dem sie schon lange suchen." Ein gutes Bett mitsamt Lattenrost und Matratze ist in der "Möbelei" schon für unter 100 Euro zu haben. Sofas und Schreibtische kosten ebenfalls wenig. Nach dem Motto "alles muss raus" reduziert die "Möbelei" die Preise nun noch einmal um die Hälfte. Das Angebot gilt ab sofort. Sein Ziel: Platz schaffen für Neues. 

Das Lager füllt sich ausschließlich mit Spenden. Der SKFM kauft nichts hinzu. Das muss er auch nicht, denn der Nachschub ist dank funktionierender Mundpropaganda stets gesichert. Wer die Möbel nicht selbst vorbeibringen kann, darf sich gern melden. Die Ehrenamtlichen haben einen Abholservice eingerichtet. Sie achten aber darauf, dass die Waren von guter Qualität sind. Was nur noch Schrottwert hat, wird gar nicht erst aufgeladen. Manchmal ergattert die "Möbelei" aber auch echte Designerstücke. Während die Nachfrage nach Großmöbel stetig steigt, hüten Haushaltsgegenstände und andere Kleinteile den Laden oft länger als früher, hat Agnes Brümmer festgestellt. Zum Sortiment gehören ebenfalls Elektrogeräte, darunter Bügeleisen und Toaster. Auch sie überprüft das Team auf ihre Tauglichkeit, ehe es sie ins Regal stellt. 

Geöffnet ist die "Möbelei" immer montags und donnerstags, jeweils zwischen 14 und 16 Uhr. "Wir würden gern zusätzlich am Samstagvormittag öffnen, dafür fehlen uns aber Ehrenamtliche", bedauert Brümmer. Wer sich für eine Mitarbeit interessiert, kann sich jederzeit beim SKFM melden. 

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