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Workshops für Zugewanderte: Wie Integration im Kreis Vechta gelingen soll

Zu gleich zwei Veranstaltungen hatten der Landkreis, die Agentur für Arbeit sowie das Jobcenter eingeladen. Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung.

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Informieren über das Thema Integration: Stefanie Rolfes-Gröninger (Agentur für Arbeit), Referentin Sandra Pasquali, Andrea Schlärmann (Stadt Vechta), Sabine Behrens (Koordinatorin für Integration, Landkreis Vechta), Katharina Drees (Jobcenter), Landrat Tobias Gerdesmeyer und Astrid Brokamp (Gleichstellungsbeauftragte, Landkreis Vechta). Foto: Landkreis Vechta

Informieren über das Thema Integration: Stefanie Rolfes-Gröninger (Agentur für Arbeit), Referentin Sandra Pasquali, Andrea Schlärmann (Stadt Vechta), Sabine Behrens (Koordinatorin für Integration, Landkreis Vechta), Katharina Drees (Jobcenter), Landrat Tobias Gerdesmeyer und Astrid Brokamp (Gleichstellungsbeauftragte, Landkreis Vechta). Foto: Landkreis Vechta

Zwei Veranstaltungen zum Thema „Chancen für und mit zugewanderten Personen“ haben vor Kurzem im Kreishaus Vechta stattgefunden. Der Landkreis Vechta mit den Sachgebieten Integration, Gleichstellung sowie der Gesundheitsregion, die Stadt Vechta, die Agentur für Arbeit sowie das Jobcenter im Landkreis Vechta hatten sowohl zu einer Workshop-Reihe als auch zu einem Fachvortrag gebeten. Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind laut Pressemitteilung des Landkreises der Einladung gefolgt.

„Dieser Tag ist das Ergebnis von zahlreichen Gesprächen, Netzwerktreffen und Planungen“, berichtet Astrid Brokamp, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises. „Aufgrund der Corona-Einschränkungen konnte er lange Zeit nicht durchgeführt werden. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass zum heutigen Termin so viele Personen erschienen sind.“

Den Auftakt machte die Workshopreihe „Was ich alles sein kann – meine Chancen in Deutschland“, die sich explizit an Mütter mit Migrationshintergrund richtete. Landrat Tobias Gerdesmeyer begrüßte zu diesem Workshop über 70 Frauen mit Migrationshintergrund: „Ich möchte Sie ausdrücklich ermutigen: Vertrauen Sie auf Ihre eigenen Talente! Nutzen Sie die Möglichkeiten, die sich Ihnen im Landkreis Vechta und in Deutschland bieten.“

Brokamp: Workshop zeigt, dass Chancen da sind

Gerdesmeyer betonte, dass die Frauen mit ihren Fähigkeiten ein Gewinn für den ganzen Landkreis Vechta seien. In kleinen Gruppen hatten die Frauen Gelegenheit, ihre Stärken und Chancen zu erarbeiten. Dabei wurde zu unterschiedlichen Schwerpunkten wie Arbeit und Beruf, Bildung und Qualifizierung oder auch Engagement und Ehrenamt gemeinsam überlegt, welche Fähigkeiten wie eingesetzt werden können und welche Ziele die Frauen noch erreichen möchten.

„Wir haben festgestellt, dass viele Zugewanderte gut qualifiziert und vielseitig interessiert sind, es aber oft an langfristigen Vertrauenspersonen mangelt, die sich mit beruflichen, familiären und behördlichen Möglichkeiten auskennen und Zugänge organisieren können“, berichtet Brokamp. „Jedoch ist es für viele Frauen aus hierarchischen Gesellschaften ungewohnt, individuelle Ziele zu planen und zu verfolgen. Der Workshop hat ihnen aufgezeigt, dass ihnen viele Bildungschancen in Deutschland offen stehen. An diese Aufbruchsstimmung soll nun in weiteren Workshops angeknüpft werden.“

Weiter ging es am Nachmittag mit einem Fachvortrag zur interkulturellen Gesundheitsförderung. Eingeladen waren Haupt- und Ehrenamtliche in der medizinischen und beraterischen Arbeit mit migrantischen Familien. Daran anknüpfend referierte Ramazan Salman, Leiter des Ethno-medizinischen Zentrums Hannover, über Grundlagen und Forschungsansätze funktionierender Gesundheitskommunikation.

Landkreis bietet Integrations-App in 8 Sprachen an

Er beschrieb, dass Benachteiligungen zum einen durch Sprach-, Gestik- und Mimikbarrieren, zum anderen aber auch durch unterschiedliche Lebensgewohnheiten entstehen. Wenn dann noch Zugangsbarrieren kompliziert seien, sei es die logische Folge, dass Präventionsangebote nicht angenommen und Krankheiten zu spät behandelt werden.

Die anschließende Podiumsdiskussion stand unter dem Motto „Wie verstehe ich (Dich) besser – Grundlagen und Handlungsansätze guter interkultureller Gesundheitskommunikation“. In dieser seien Transferhilfen erarbeitet worden, die im Landkreis Vechta die gesundheitliche Versorgung von Zugewanderten verbessern könnten.

Zum Abschluss der Veranstaltung verwies Sabine Behrens auf die Möglichkeiten der Integreat-App, die als digitale Integrationsplattform Informationen und Angebote des Landkreises Vechta in aktuell 8 Sprachen übersetzt. Die Organisatorinnen zeigten sich mit dem Tag zufrieden. Andrea Schlärmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vechta, freute sich über das große Interesse anderer Kommunen, ein ähnliches Angebot auf die Beine zu stellen: „Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen zeigen uns, dass bei zugewanderten Frauen und Familien noch viel Potenzial ungenutzt und ungefördert ist.“ Auch Astrid Brokamp zeigte sich nach diesem Tag sehr zufrieden: „Dieser Fachtag hat es geschafft, regionale und bundesweise Hilfen zu bündeln und die Ergebnisse der ersten Workshopreihe in möglichst viele Familien und Kulturen zu tragen.“

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