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Wolf reißt in Markhausen 17 Schafe

Ein grausiges Bild bot sich Franz Stammermann am Dienstagmorgen: Offensichtlich hatte sich ein Wolf an der Herde des Hobbyschäfers zu schaffen gemacht. (Update 13.50 Uhr)

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17 tote Schafe hat Franz Stammermann zu beklagen. Drei Lämmer werden noch vermisst.   Fotos: Stix

17 tote Schafe hat Franz Stammermann zu beklagen. Drei Lämmer werden noch vermisst.   Fotos: Stix

Hobbyschäfer Franz Stammermann wird, so viel steht fest, die Schafhaltung aufgeben. "Ich hatte früher schon mal 2 Hunderisse in meiner Schafherde", erzählt er. "Da war für mich klar, wenn der Wolf kommt, dann mache ich damit Schluss."

Der Wolf kam in der Nacht von Montag auf Dienstag und riss 17 der 30 Schafe, die Stammermann noch in seiner Herde hatte. "Vielleicht waren es auch 2 Wölfe", sagt Wolfsberater Arnold Aumüller, der die toten Tiere begutachtet und DNA-Proben genommen hat. "Es wurde mehr gefressen, als es ein Wolf alleine schaffen würde." 3 Schafe sind bei dem Überfall angefressen worden, bei 2 von ihnen war jeweils eine Hinterkeule weg.

Aumüllers Einschätzung steht indes noch unter Vorbehalt, denn erst einmal müssen die DNA-Proben im Frankfurter Senckenberg-Institut geprüft werden. "Dann steht auch fest, ob es wirklich ein Wolfsriss war und wie viele Tiere beteiligt waren", sagt Aumüller. Für ihn deuten allerdings alle Indizien auf den Wolf: Die Tiere sind mit einem Kehlbiss getötet worden, die Fraßstellen sind typisch Wolf und der Pansen wurde nicht angerührt. "Wölfe fressen nur Muskelfleisch, Hunde gehen auch an den Pansen", erläutert der Wolfsberater.

Nach 40 Jahren macht Stammermann Schluss mit seinem Hobby

Franz Stammermann war 40 Jahre lang Hobby- oder Nebenerwerbsschäfer aus Leidenschaft. Bis vor 4 Jahren war seine Herde noch über 300 Schafe groß, dann reduzierte sie sich auf 30 Tiere. "Ich bin jetzt auch schon 74, die große Herde ging einfach irgendwann nicht mehr", erzählt er. Doch auch die 30 Schafe haben ihn auf Trab gehalten. "Jeden Tag habe ich mindestens ein Mal kontrolliert, ob alles in Ordnung ist, sommers wie winters."

Um seine Herde vor dem Wolf zu schützen, hatte Stammermann extra den Zaun um die 3,4 Hektar große Weide auf etwa 130 Zentimeter erhöht und umlaufend mit 2, an den meisten Stellen sogar 3 stromführenden Drähten gesichert. "Gegen den Wolf hilft nur Strom", sagt er. Wie und wo das Tier die Absperrung überwunden hat, weiß er noch nicht. Auch die 2 Ponys, die mit ihren 2 Fohlen inmitten der Herde leben, haben nicht geholfen. "Das sind Isländer, da hatte ich gehofft, dass die den Wolf vertreiben."

"So geht es halt nicht mehr, das tut sich kein Hobbyschafhalter an."Franz Stammermann, Hobby-Schäfer

Stammermann vermutet, dass der Wolf schön öfter an der direkt an den Eleonorenwald grenzenden Weide war und nach einem Zugang gesucht hat. "Dort gibt es ja schon länger Wölfe", betont er. Und im Grunde habe er auch gar nichts gegen die Wildtiere. "Aber so geht es halt nicht mehr, das tut sich kein Hobbyschafhalter an."

Das sieht auch Enkel Sören Hinrichs so, der eigentlich die Herde übernehmen und die Schafhaltung als Hobby weiterführen wollte. "Ich hab am Dienstagabend gleich mit ihm telefoniert", erzählt Stammermann. "Und da hat er auch gesagt, 'Opa, ich glaube das war's dann'."

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