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Wolf reißt 5 Schafe in Barnstorf

Es ist bereits der dritte Vorfall, der sich innerhalb von 2 Wochen in der Samtgemeinde Barnstorf ereignet hat. Tierhalter und Jäger sind alarmiert.

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Trauriger Anblick: Hofbesitzer Klaus Naber beklagt fünf tote Schafe. Im Hintergrund überprüft Wolfsberater Dr. Marcel Holy die Höhe des Weidezauns. Foto: Speckmann

Trauriger Anblick: Hofbesitzer Klaus Naber beklagt fünf tote Schafe. Im Hintergrund überprüft Wolfsberater Dr. Marcel Holy die Höhe des Weidezauns. Foto: Speckmann

Die Schafe liegen friedlich auf der Weide. Es wirkt fast so, als wenn sie noch schlafen würden. Doch bei der Fütterung am Samstagmorgen erwartet die Familie Naber aus Barnstorf eine böse Überraschung: 4 Tiere sind tot, ein fünftes ringt noch um sein Leben. "Das war der Wolf", ist der Hofbesitzer überzeugt.

Es ist bereits der dritte Vorfall, der sich innerhalb von 2 Wochen in der Samtgemeinde Barnstorf ereignet hat. Damit nimmt die Zahl der Nutz- und Wildtierrisse im Grenzgebiet zwischen den Landkreisen Diepholz und Vechta weiter zu. Tierhalter und Jäger sind alarmiert. Das heizt die aktuelle Diskussion um eine Entnahme von sogenannten Problemwölfen in Niedersachsen weiter an.

Besendung könnte nützliche Infos liefern

Wolfsberater Dr. Marcel Holy aus Hüde hat erneut wolfstypische Bissverletzungen an Kehle und Bauch festgestellt. Dazu passen die Trittsiegel, also die Pfotenabdrücke, auf dem aufgeweichten Boden vor dem Teich in der Weide. Die entnommenen DNA-Proben sollen im Labor untersucht werden. Sie werden Aufschluss darüber geben, ob sich der Verdacht bestätigt. Eventuell ist auch eine Zuordnung zu bereits registrierten Wölfen möglich.

Nützliche Informationen könnte eine Besendung der Wölfe liefern, aber diese Technik wird trotz jahrelanger Debatte immer noch nicht für das Rudel der Goldenstedter Wölfin angewendet. Wolfsberater Ulrich Heitmann aus Dinklage hat unlängst seine Kritik an Umweltminister Olaf Lies erneuert, weil es bis heute nicht gelungen sei, "auch nur einen Wolf vernünftig zu besenden", um zu wissen, wo sich das Tier aufhält.

Angefressene Tiere sind nicht ungewöhnlich nach Wolfsrissen

Der Weidezaun in Barnstorf ist unversehrt, wie Holy bei der sorgfältigen Begutachtung feststellte. Löcher im Boden unter dem Draht seien ebenfalls nicht zu erkennen. "Der Wolf muss einen guten Sprung haben", meint Hofbesitzer Klaus Naber. Immerhin ist der Zaun etwa 1,50 Meter hoch und liegt damit 30 Zentimeter über den landesweiten Vorgaben, die Voraussetzung für eine finanzielle Entschädigung sind.

Dass die Schafe lediglich angefressen sind und keine größeren Fleischmengen fehlen, ist nicht ungewöhnlich. Durchaus denkbar, dass der Wolf durch Geräusche in der Umgebung gestört wurde, etwa durch den Hund des Nachbarn, der am frühen Morgen zwischen 4 und 5 Uhr angeschlagen haben soll. Ähnlich sei es beim jüngsten Vorfall eine Woche zuvor im nur wenige Kilometer entfernten Ort Dreeke gewesen, berichtete Holy.

Bei der Herde handelt es sich um sogenannte Ouessants, benannt nach der französischen Atlantik-Insel. Es ist die kleinste Schafrasse Europas. Der Bock ist gerade erst ein Jahr alt gewesen. Ein Tierarzt hat noch versucht, ein schwer verletztes Tier zu retten. Doch es starb wenige Stunden später. Unversehrt blieben 6 Schafe und 2 Esel, die auf einer zweiten Weide gehalten werden, über Nacht aber im Stall eingesperrt waren.

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