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Wohnmobil-Dinner in Vechta ist komplett ausgebucht

Die Veranstalter erwarten am Wochenende etwa 300 Besucher mit 130 Wagen. Die Behörde warnt: Kein Anziehungspunkt für Schaulustige.

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Die Werbung hat voll eingeschlagen. Maleen Kordes, Mitarbeiterin des Stadtmarketingvereins „Moin Vechta“, und Wohnmobilhändler Christian Hackmann freuen sich über die große Resonanz. Die Veranstaltung ist ausverkauft. Foto: Moin Vechta

Die Werbung hat voll eingeschlagen. Maleen Kordes, Mitarbeiterin des Stadtmarketingvereins „Moin Vechta“, und Wohnmobilhändler Christian Hackmann freuen sich über die große Resonanz. Die Veranstaltung ist ausverkauft. Foto: Moin Vechta

Dinner im Wohnmobil – An dieser Idee finden in der Corona-Pandemie immer mehr Gastronomen und Camper großen Gefallen. Anlaufstellen vom einfachen Gasthof bis zum exklusiven Hotel gibt es mittlerweile zuhauf in ganz Deutschland. Seltenheitswert hat hingegen das Projekt in Vechta, wo sich fast die ganze Innenstadt in ein Restaurant auf Rädern verwandeln wird.

Auf Initiative des Stadtmarketingvereins „Moin Vechta“ werden am Samstag (6. März) etwa 300 Besucher mit 130 Fahrzeugen im Zentrum der Kreisstadt buchstäblich Rast machen. Damit ist das erste Wohnmobil-Dinner komplett ausgebucht. Auf der Anmeldeliste geht schon seit Tagen nichts mehr. Die teilnehmenden Wirte sind ausgelastet, das Parkplatzangebot nahezu ausgeschöpft.

„Wir sind extrem überwältigt von der Resonanz. Wir hatten mit 50 Fahrzeugen geliebäugelt. Nun hat sich die Zahl vervielfacht“, freut sich Geschäftsführerin Birgit Beuse. Sie und ihre Mitstreiter sehen sich darin bestätigt, das richtige Rezept für den Lockdown gefunden zu haben. Die hohe Teilnehmerzahl zeige, wie die Stimmung in der Bevölkerung sei: „Die Leute wollen raus und etwas erleben.“

Das Organisationsteam hat alle Hände voll zu tun. Birgit Beuse, Geschäftsführerin des Stadtmarketingsvereins Moin Vechta, sowie die Inhaber der Firma Hartz und Hackmann Mobile, Christian Hackmann (links) und Ulrich Hartz (r.), nehmen die Standortvergabe für die Fahrzeuge vor. Foto: Moin VechtaDas Organisationsteam hat alle Hände voll zu tun. Birgit Beuse, Geschäftsführerin des Stadtmarketingsvereins "Moin Vechta", sowie die Inhaber der Firma "Hartz und Hackmann Mobile", Christian Hackmann (links) und Ulrich Hartz (r.), nehmen die Standortvergabe für die Fahrzeuge vor. Foto: Moin Vechta

Die Aktion soll zur Unterstützung der ortsansässigen Gastronomen beitragen, die schon seit Monaten ihre Türen geschlossen haben und sich auf den Außer-Haus-Verkauf beschränken müssen. Gleichzeitig wollen die Veranstalter ein Lebenszeichen für die Innenstadt senden, die ohne den Einkaufstrubel stellenweise wie ausgestorben wirkt. Frei nach der Devise: „Wir sind noch da und kümmern uns.“

Die Auswirkungen der Pandemie seien für die Vechtaer Innenstadt derzeit noch nicht absehbar, so Beuse weiter. Nicht ausgeschlossen, dass sich das Bild der Großen Straße verändere. Umso wichtiger seien imageträchtige Maßnahmen, die im Einklang mit den behördlichen Vorgaben stünden. „An oberster Stelle steht die Gesundheit aller Akteure und der Schutz vor dem Virus“, sagt die Geschäftsführerin.

Veranstalter haben Hygienekonzept vorgelegt

Die Veranstalter haben ihr Hygienekonzept mit dem Landkreis Vechta abgestimmt. Sie weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich die Teilnehmer an die geltenden Kontaktbeschränkungen halten müssen. In einem Reisemobil dürfen nur Angehörige eines Haushaltes sowie einer weiteren Person sitzen. Wer das Fahrzeug verlässt, muss eine Schutzmaske tragen. Außerdem werden die persönlichen Daten für eine mögliche spätere Kontaktnachverfolgung erfasst.

In der Zeit von 18 bis 22 Uhr kümmern sich vier Gastronomiebetriebe um die Bewirtung. Die Servicekräfte liefern die vorab bestellten Menüs direkt an die Wagen, wo sie auch verzehrt werden. Alkohol wird nicht ausgeschenkt, den müssen sich die Gäste bei Bedarf selbst mitbringen. Zu tief ins Glas schauen sollten die Fahrer aber nicht. Übernachtungen vor Ort schiebt der Gesetzgeber zurzeit einen Riegel vor, denn das würde einem touristischen Zweck nahekommen.

"Grundsätzlich ist es immer gut, wenn es Aktionen gibt, die der heimischen Gastronomie in dieser Zeit helfen."Herbert Fischer, Pressesprecher der Stadt Vechta

Die Stadt Vechta hat offenbar keine Einwände gegen die Veranstaltung im öffentlichen Raum. „Grundsätzlich ist es immer gut, wenn es Aktionen gibt, die der heimischen Gastronomie in dieser Zeit helfen“, erklärt Pressesprecher Herbert Fischer auf Anfrage. Allerdings solle das Wohnmobil-Dinner in der aktuellen Lage kein Anziehungspunkt für Ausflügler oder Schaulustige werden.

Die Warnung vor möglichen Menschenansammlungen und der Gefahr eines Hotspots kommt nicht von ungefähr, denn es dürfte schon ein imposantes Bild sein, wenn die Große Straße von der Propsteikirche bis zum Bremer Tor von Wohnmobilen gesäumt wird. Auch der große Parkplatz am Neuen Markt sowie Kapitelplatz, Europaplatz und Alter Markt werden in das kulinarische Geschehen einbezogen.

Große Straße wird für öffentlichen Verkehr gesperrt

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass die Große Straße von Samstag (17 Uhr) bis Sonntag (7 Uhr) für den öffentlichen Verkehr gesperrt wird, und zwar von der Einmündung der Bahnhofstraße bis zur Kreuzung Falkenrotter Straße/Oldenburger Straße. Anlieger können die Zufahrt an der Propsteikirche in Richtung Bremer Tor nutzen. Diese Einbahnstraßenregelung gilt auch für Dinner-Gäste.

„Wir wollen keine kilometerlangen Staus produzieren, aber Wartezeiten werden sich nicht vermeiden lassen“, sagt Beuse. Sie bittet die Teilnehmer schon jetzt um etwas Geduld. Um das Verkehrsaufkommen bei der Anreise zu entzerren, gebe es verschiedene Zufahrten. Außerdem seien Ordner eingeteilt, die beim Rangieren der Fahrzeuge mit wachsamen Augen zur Verfügung stehen.

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