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Wohnmobil bietet Geflüchteten Obdach

Anfang der Woche startete Juri Brischten seine Ein-Mann-Hilfsaktion in Polen. Auf dem Rückweg nahm er einige Menschen mit. Für manche ist der Landkreis nur eine Durchgangsstation.

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Erste Hilfe: Im Wohnmobil geht es zwar eng zu. Die Kinder stört das aber nicht.   Foto: Brischten

Erste Hilfe: Im Wohnmobil geht es zwar eng zu. Die Kinder stört das aber nicht.   Foto: Brischten

Juri Brischten hat es geschafft. Nach 14-stündiger Fahrt erreichte der Ukrainer mit seinem Wohnmobil die Grenzregion zwischen Polen und der Ukraine. Dort traf er auf Kriegsflüchtlinge und konnte ihnen die dringend benötigte Hilfe anbieten.

Bis direkt an die Grenze ist Brischten, der in Molbergen lebt und in Lastrup eine Werkstatt betreibt, nicht gekommen. "Das war auch nicht notwendig, denn es sind überall Flüchtlinge unterwegs", berichtet er nach seiner Rückkehr. Die erste Familie, auf die er traf, versorgte er mit dem Nötigsten. Er kochte ihr auch eine warme Mahlzeit. Zudem bot er den Erschöpften in seinem Fahrzeug Gelegenheit, sich auszuruhen. "Sie sind inzwischen bei Freunden in Warschau untergekommen", sagt er. 

Erschöpft: Dieses Mädchen darf sich im Wohnmobil ausschlafen.   Foto: BrischtenErschöpft: Dieses Mädchen darf sich im Wohnmobil ausschlafen.   Foto: Brischten

Für Juri Brischten ging es darum, praktisch zu helfen. Und zwar nicht nur mit Lebensmitteln und einer warmen Dusche – auch die gab es in seinem Wagen. Schlaf bekam der Molberger so gut wie nicht. Auf der Rückfahrt nahm er mehrere Geflüchtete mit, darunter einen Landsmann, der in den USA lebt und zu Beginn des russischen Angriffs bei seiner Verlobten war. Auch sie ist jetzt in Sicherheit.

Während die ersten Ukrainer im Landkreis ankommen, packen Brischten und seine Freunde fleißig neue Hilfsgüter. Gleich mehrere Transporter sollen jetzt in Richtung Polen aufbrechen. Molberger Tankstellen ließen sie gratis volltanken. Die Solidarität sei überwältigend, sagt Brischten und bedankt sich bei allen Menschen in der Region. Zugleich appelliert er an sie, nicht nachzulassen. "Es geht darum, Menschlichkeit zu zeigen."

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