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Wohnberater helfen dabei, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben

Besser früher an später denken: Die Freiwilligenagentur "Herz & Hand" im Ludgerus-Werk in Lohne koordiniert die Arbeit der Ehrenamtlichen. Deren Expertise ist kostenlos.

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Am Erfahrungsaustausch nahmen (von links) Jutta Czolbe, Anja Sperveslage, Mechtild Braje, Petra Schmidt, Bernd Reinken, Thomas Kossen und August Bröring teil. Verhindert waren die Wohnberater Karin Sienkamp und Heiner Pohlmann.   Foto: Gerwanski

Am Erfahrungsaustausch nahmen (von links) Jutta Czolbe, Anja Sperveslage, Mechtild Braje, Petra Schmidt, Bernd Reinken, Thomas Kossen und August Bröring teil. Verhindert waren die Wohnberater Karin Sienkamp und Heiner Pohlmann.   Foto: Gerwanski

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen haben auch die Arbeit der ehrenamtlichen Wohnberater im Landkreis Vechta deutlich eingeschränkt. Grund genug für die Helfer, ein Zwischenfazit zu ziehen, denn ihre Unterstützung wird von Senioren und Menschen mit Behinderung nach wie vor gebraucht.

Anja Sperveslage sagt: "Der Kreis dieser Ehrenamtlichen ist nach wie vor sehr motiviert." Sie ist Ansprechpartnerin der Freiwilligenagentur "Herz & Hand" im Ludgerus-Werk. Bei ihr werden die Kontakte zwischen Helfern und Hilfesuchenden koordiniert.

Neben den gegenwärtig sechs Wohnberatern August Bröring, Jutta Czolbe, Thomas Kossen, Bernd Reinken, Karin Sienkamp und Heiner Pohlmann sind auch Petra Schmidt vom Senioren- und Pflegestützpunkt Vechta und Mechtild Braje vom Seniorentreffpunkt des Ludgerus-Werkes in die Thematik eingebunden. "Wir möchten die gesamte Bevölkerung des Kreises verstärkt auf die Bedeutung der Wohnberatung aufmerksam machen", erklärt Schmidt. "Viele Menschen machen sich erst dann Gedanken darüber, wenn sie bereits pflegebedürftig geworden sind."

"Oftmals sind es die engen Angehörigen der älteren Menschen, die sich wegen Beratung und Hilfe an uns wenden."Thomas Kossen, ehrenamtlicher Wohnberater im Landkreis Vechta

Doch die Pflegebedürftigkeit entwickele sich mitunter recht langsam, sagt die Expertin, so dass es sinnvoll sei, sich frühzeitig mit der persönlichen Wohnsituation zu befassen. "Oftmals sind es die engen Angehörigen der älteren Menschen, die sich wegen Beratung und Hilfe an uns wenden", weiß Kossen aus Erfahrung.

Der Grundgedanke bei Betroffenen und Angehörigen ist meistens, in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können. Diesem Wunsch stehen mitunter aber Hindernisse in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus gegenüber. Viele Menschen würden alte Häuser bewohnen, gibt Kossen zu bedenken. "Damals wurde ja noch nicht barrierefrei gebaut."

Es muss nicht immer der große Umbau sein

Ältere Menschen haben sich aber über Jahrzehnte an ihre Wohnsituation gewöhnt und kamen damit auch gut zurecht. Nun stehen vielleicht notwendige Veränderungen an, für die zunächst eine Beratung sinnvoll ist: Umbaumaßnahmen im Bad mit bodengleicher Dusche oder einem stufenlosen Eingang, Badewannenlifter oder Haltegriffe, bequemere Möbel und sichere Fußbodenbeläge, entsprechende Finanzierungsfragen oder auch die Möglichkeit des betreuten Wohnens.

"Vieles lässt sich sogar mit geringen Mitteln lösen", erklärt Bröring. Das müsse man dann eben bei der Beratung ermitteln. "Teilweise seien auch Zwischenlösungen denkbar", ergänzt Braje. Denn sollten umfangreiche Baumaßnahmen anstehen, würden diese natürlich länger dauern.

Auch darin sind sich die Wohnberater einig: Bei den anstehenden Veränderungen müsse man den Betroffenen möglichst Zeit lassen. "Sie müssen die Vorschläge erst einmal sacken lassen und sich damit vertraut machen." Andererseits gebe es durchaus Senioren, die von sich aus Überlegungen anstellten. "Wir sind jetzt so und so alt, und wir machen uns Gedanken, welche Umbauten vorzunehmen sind, brauchen aber eine fundierte Beratung."

Wohnberater absolvieren 90 Stunden Fortbildung

In die ehrenamtliche Tätigkeit der Wohnberater kann mittlerweile eine jahrelange Erfahrung einfließen. Grundlage ihrer Arbeit ist eine 90-stündige Fortbildung, während der die gesamte Bandbreite des Wohnens und Bauens im Alter und bei eingeschränkter Mobilität behandelt wurde. Hinzu kommen Informationsbesuche in anderen Landkreisen und Städten und bei Firmen, die sich ebenfalls mit diesen Themen beschäftigen. Gerne suchen die Wohnberater auch die Zusammenarbeit mit Krankenhäusern, Krankenkassen und Handwerkern.

  • Info: Die Wohnberater arbeiten ehrenamtlich. Ihre Expertise ist kostenlos. Die Freiwilligenagentur „Herz & Hand“ im Ludgerus-Werk als Kontaktstelle ist unter Telefon 04442/806071 oder per E-Mail an herzundhand@ludgerus-werk.de erreichbar.

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