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Wo kommen eigentlich die Erdbeeren her?

Rund um das Harmann-Wessel-Haus in Goldenstedt bemüht sich Judith-Morthorst-Richter darum, einen Garten anzulegen, wie man ihn früher hatte. Dabei bezieht sie auch die Kleinsten mit ein.

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Wie früher: Vor dem Harmann-Wessel-Haus gibt es ein buntes Beet. Foto: Morthorst-Richter

Wie früher: Vor dem Harmann-Wessel-Haus gibt es ein buntes Beet. Foto: Morthorst-Richter

Die Moderne mit der Tradition verbinden – das möchte Judith Morthorst-Richter mit dem Bauerngarten rund um das Harmann-Wessel-Haus in Goldenstedt. Die Agraringenieurin und Mitglied des Heimatvereins möchte das Wissen über die regionale Gartenkultur erhalten und hat ein Kooperationsprojekt mit dem benachbarten Kindergarten „Martin Luther“ initiiert.

Auf knapp 200 Quadratmetern findet sich eine vielfältige Auswahl an Pflanzen, darunter auch Obst und Gemüse. Morthorst-Richter gefiel die ursprüngliche „08/15-Bepflanzung“ rund um das Harmann-Wessel-Haus, in dem das Heimatmuseum untergekommen ist, nicht, wie sie sagt. So habe sie dem Vorstand des Heimatvereins den Vorschlag gemacht, einen Garten anzulegen, wie er zu früheren Zeiten üblich war – passend zum Heimatmuseum. Der Gedanke gefiel.

Arbeitet gerne im Garten: Judith Morthorst-Richter. Foto: privatArbeitet gerne im Garten: Judith Morthorst-Richter. Foto: privat

Zunächst wurden dazu von den Mitgliedern des Heimatvereins entlang des Heimathauses verschiedene Obstbäume und Beerensträucher gesetzt – ein Naschgarten mit unter anderem Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Äpfeln sowie Birnen entstand, wie Morthorst-Richter schildert. 2 Beete mit typischen Bauerngartenblumen, Kräutern und Heilpflanzen, umzäunt von einem Staketenzaun, folgten vor dem Gebäude.

Morthorst-Richter fragte bei der Kindergartenleitung nebenan an, ob Interesse daran besteht, gemeinsam mit den Kindern einen Garten zu pflegen. Das Interesse bestand und so wurden Beete angelegt und gemeinsam mit den Kindern mit Salat, Erdbeeren und Gemüse bepflanzt. Wegen der Corona-Pandemie sei dies aber nicht ganz einfach gewesen. Der Abstand musste gewahrt werden, sagt Morthorst-Richter. Dennoch hätten dabei alle Beteiligten viel Spaß gehabt.

Riechen, fühlen, wühlen: Alles ist erlaubt

Sie habe selbst viel Freude an der Gartenarbeit und sei auf einem Bauernhof groß geworden, erzählt Judith Morthorst-Richter. Ihr Eindruck ist, dass viele Kinder heutzutage die Arbeit in solchen Gärten gar nicht mehr kennenlernen. Ihr Wissen möchte sie deshalb weitergeben. „Das ist ein Herzensprojekt von mir“, sagt sie. Deshalb versuche sie, die Kinder auf natürliche Weise an die verschiedenen Pflanzen heranzuführen. Dabei gehe es auch darum, verschiedene Sinne anzusprechen – riechen, fühlen, „oder einfach mal in der Erde zu wühlen“, sagt die Goldenstedterin. So soll spielerisch ein Bezug zur Natur und zu gesunder Ernährung vermittelt werden.

Strahlend gelb: Die Kinder des benachbarten Kindergartens haben Sonnenblumen gepflanzt. Foto: Morthorst-RichterStrahlend gelb: Die Kinder des benachbarten Kindergartens haben Sonnenblumen gepflanzt. Foto: Morthorst-Richter

Um die kontinuierliche Pflege der Pflanzen kümmern sich die Kinder mit ihren Betreuerinnen und Betreuern sowie die Mitglieder des Heimatvereins. Mittlerweile konnte auch schon einiges geerntet werden, sagt Morthorst-Richter. Darüber hinaus durfte jedes Kind eine eigene Sonnenblume aussäen und dann am Zaun des Spielplatzes einpflanzen. Die Pfähle am Zaun haben die Kleinen bunt angemalt. So weiß jedes Kind, wo „seine Sonnenblume“ steht, führt Morthorst-Richter aus. Das Gießen und das Wachstum der Sonnenblume zu beobachten, habe große Faszination bei den Kindern ausgelöst, erzählt sie begeistert und freut sich darüber, dass das Projekt so gut angelaufen ist.

Denn dabei soll es nicht bleiben. Morthorst-Richter möchte das Projekt weiter anbieten und auch ausbauen. Im Heimatmuseum finden sich noch alte Kochmaschinen, die früher in den Küchen standen. Eine davon möchte sie gerne nach draußen stellen, um damit künftig gemeinsam mit den Kindern einzukochen – so wie man es früher gemacht hat. So könnten die Jungen und Mädchen beispielsweise ihre eigene Marmelade herstellen, stellt sich Morthorst-Richter das Ganze vor. An weiteren Details arbeite sie noch. Doch sicher ist: Nicht nur im Harmann-Wessel-Haus, sondern auch im Außenbereich wird weiter fleißig gearbeitet.

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