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Wo junge Postler vielen Zauneidechsen helfen

Sie packten kräftig mit an. Die Auszubildenden mähten nicht nur einen Teil der Streuobstwiese unterhalb des Klosters Damme. Sie bauten auch eine ganz besondere Burg.

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Im Dienste der Natur: Junge Postler engagierten sich auf der Streuobstwiese beim Kloster Damme.   Foto: Lammert

Im Dienste der Natur: Junge Postler engagierten sich auf der Streuobstwiese beim Kloster Damme.   Foto: Lammert

Rosemarie Ruge aus Steinfeld absolviert derzeit eine Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen. 2 Jahre dauert es bis zur Abschlussprüfung. Doch jetzt war sie, wie auch 17 andere Auszubildende aus den Post-Niederlassungen Münster und Osnabrück, eher berufsfremd unterwegs.

Im Rahmen der zur Ausbildung gehörenden Einführungswoche "Gesellschaftliche Verantwortung" waren sie zusammen mit 8 Ausbildern auf der Streuobstwiese der Dammer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) unterhalb des Klosters Damme tätig. Das aber nicht planlos, sondern nach Vorgaben Antonius Viefhues', einer der beiden Vorsitzenden der Nabu-Ortsgruppe.

Eine der Aufgaben: Auszubildende halfen beim Bau einer sogenannten Zauneidechsenburg. Das sei, sagte der Auszubildende Sven Pfeifer aus Lingen, eine interessante Herausforderung  gewesen. Während der Arbeit habe er viele Tiere beobachten können.

Wegen der Burg hoben die jungen Post-Beschäftigten zunächst eine 80 Zentimeter tiefe Grube in den Maßen 1,5 mal 1,5 Meter aus und schichteten dann Bruchsteine und Holz in der Grube auf.

Burg ist eine wertvolle Hilfe für vom Aussterben bedrohte Tierart

Der Name der Anlage verrät es: Hier sollen hauptsächlich Zauneidechsen – die Art ist vom Aussterben bedroht – Unterschlupf finden. Ihre Eier können die Echsen, aber auch andere Tiere, in der direkt angrenzenden, ebenfalls neu geschaffenen, in der Fläche 3 mal 1 Meter und in der Tiefe 30 Zentimeter messenden Sandlinse ablegen. Sie entstand aus dem ausgekofferten Sand, der beim Bau der "Burg" angefallen war.

Ein 2. Projekt, an dessen Umsetzung die Postler mithalfen, war der neue Schmetterlingslehrpfad, den die Nabu-Ortsgruppe mit finanzieller Unterstützung der Dammer Bürgerstiftung anlegt. Der Pfad wird nach der Fertigstellung über 10 Stationen verfügen.

Neue Heimat: Jede Menge Schmetterlinge, darunter auch mancher Admiral, leben auf der Streuobstwiese. Foto: LammertNeue Heimat: Jede Menge Schmetterlinge, darunter auch mancher Admiral, leben auf der Streuobstwiese. Foto: Lammert

Für jede hat Antonius Viefhues einen hölzernen Schmetterling hergestellt, zum Beispiel ein Tagpfauenauge und einen Zitronenfalter. Zudem hat der Vorsitzende ein Insekten- und ein Schmetterlingshotel gebaut, die an dem Pfad ihren Platz gefunden haben.

Es gibt viel Wissenswertes über Schmetterlinge

Der Pfad soll den Besuchern Wissenswertes über die Schmetterlinge wie über die verschiedenen Arten oder auch deren Lebenskreis vermitteln.

Wie richtig der Schmetterlingspfad auf dieser Streuobstwiese platziert sei, zeige sich an der Vielzahl dieser Insekten, die das Gelände als Lebensraum nutzen, erklärte der frühere Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe, Werner Schiller.

Er hatte den Auszubildenden vor dem praktischen Einsatz auf dem rund 11.000 Quadratmeter großen Gelände Informationen über den Naturschutz im Allgemeinen und Streuobstwiesen im Besonderen gegeben, ehe er die Gruppe über die Wiese unterhalb des Klosters Damme führte.

"Wir lassen immer einen Teil des Bewuchses stehen."Werner Schiller

Eine 3. Aufgabe der Auszubildenden war das Mähen der Wiese mit einem Balkenmäher. Allerdings nicht die komplette Fläche, sondern nur zirka 7000 Quadratmeter. "Wir lassen immer einen Teil des Bewuchses stehen", sagte Werner Schiller.

Die Maat erfolgt einmal im Jahr, wenn die Pflanzen die Samen abgeworfen haben. Das Mähgut transportierten die Auszubildenden zu einem großen Komposthaufen auf dem Gelände.

Auch wenn die Arbeit anstrengend gewesen sei, hätten sie manches gelernt, sagten übereinstimmend Rosemarie Ruge, Sven Pfeifer und die aus Everswinkel stammende Katja Weiß.

Ein Fazit: Gartenarbeit macht in der Gruppe Spaß

Die wichtigste Erkenntnis: Die Natur ist wichtig. Eine andere nach Worten der Steinfelderin Ruge: Gartenarbeit macht in der Gruppe Spaß. Und so lautete das Fazit der 3: Der Einsatz auf der Streuobstwiese hätte ruhig 1 oder 2 Tage länger sein dürfen.

Viel geschafft: Positiv fiel die Bilanz der jungen Postler, ihrer Ausbilder und der Naturschützer nach dem Einsatz auf der Streuobstwiese aus. Foto: LammertViel geschafft: Positiv fiel die Bilanz der jungen Postler, ihrer Ausbilder und der Naturschützer nach dem Einsatz auf der Streuobstwiese aus. Foto: Lammert

Das wird auch Kathrin Fahle von der Abteilung Personalentwicklung der Post gerne gehört haben. Mit ihr hatte Antonius Viefhues den Einsatz auf der Streuobstwiese abgesprochen. Nach ihren Worten sollte dieser Praxistag den Auszubildenden einen tieferen Einblick in die ehrenamtliche Arbeit bieten.

Zu den weiteren Aufgaben der Auszubildenden, die während der Projektwoche im Jugend- und Freizeitheim des Landkreises Vechta in Dümmerlohausen untergebracht sind, gehörte nach Angaben Kathrin Fahles unter anderem eine Einführung in den Bereich der gesellschaftlichen Arbeit. Dazu mussten die Jugendlichen auch theoretische Aufgaben erfüllen.

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