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Wo auch der "Heinzelmann" nicht weiterhelfen kann

Kolumne: Staubsaugen gehört nicht gerade zu den spannendsten Tätigkeiten. Zwar wurde schon viel erfunden, um die Arbeit angenehmer zu gestalten. In einem Punkt ist noch Luft nach oben.

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Wussten Sie eigentlich, dass der Haushaltsgerätehersteller Vorwerk in grauer Vorzeit auch Motoren für Grammophone geliefert hat? Laut Wikipedia gab es allerdings in den 1920er Jahren durch das Aufkommen des Hörfunks einen Umsatzeinbruch bei den mechanischen Vorläufern der Plattenspieler. Der damalige Vorwerk-Chefingenieur entwickelte aufgrund dieser Situation demnach aus dem Grammophon-Motor einen elektrischen Handstaubsauger.

Na, kommen Sie drauf? Richtig – es handelte sich um den Kobold „Modell 30“. Dieser konnte etwas später dank Zubehör sogar Haare trocknen. Verrückt. Und er inspirierte Loriot für seinen legendären Sketch mit Evelyn Hamann in „Weihnachten bei den Hoppenstedts“. Sie erinnern sich: Da wurde aus dem Kobold der Heinzelmann.

Ich selbst habe nie ein solches Gerät besessen, sondern schwöre stattdessen auf meinen mittlerweile 35 Jahre (!) alten Miele-Staubsauger. Zugegeben, so ganz handlich ist er nicht, hat mich aber bislang nie im Stich gelassen. Auf seine alten Tage habe ich ihm – frei nach Loriot – einen Heinzelmann in Form eines Akku-Staubsaugers zur Seite gestellt. Dabei beeindrucken mich bei diesem vor allem die kleinen Scheinwerfer, die sowohl bei Dunkelheit als auch bei strahlendem Sonnenschein noch zuvor unentdeckte Staubkörner sichtbar machen.

"Dabei gehören Staubsauger und Musik ja schon historisch gesehen irgendwie zusammen."Sonja Gruhn

Was mich aber nach wie vor stört, ist die Zeit, die man mit Saubermachen verbringt. Auch wenn hinterher alles rein ist, erscheint sie mir nicht gut genutzt. Nicht einmal das Radio ist zu hören, schon gar nicht, wenn durch verschiedene Räume gewuselt wird. Dabei gehören Staubsauger und Musik ja schon historisch gesehen irgendwie zusammen. Da offenbar jedoch noch niemand ein Gerät, das beides vereint, erfunden hat, musste ich improvisieren.

Also Bluetooth-Kopfhörer ins Ohr, etwas Passendes auf dem Smartphone gesucht und los ging’s. Wurde mir dann aber langweilig, nur die Playlist rauf und runter zu hören. So machte ich mich auf die Suche nach interessanten Podcasts und wurde bei OM-Online fündig. Nun lausche ich meinen Kollegen, die Wissenswertes über den Dammer Carneval, Hintergründe zum Holt-Prozess, Interessantes aus Politik und Wirtschaft berichten oder zu verschiedenen Themen mit Interviewpartnern plaudern. Auch die True Crime Storys können sich hören lassen. Und obwohl Sport nicht so mein Ding ist, kann ich den Auszeit-Podcast mit seinen interessanten Gästen durchaus genießen.

Die Auswahl auch auf anderen frei nutzbaren Kanälen ist riesig, Hörspiele und -bücher inbegriffen. Besonders Krimis haben es mir angetan. Und eines ist klar: Bevor der Mörder nicht gefasst ist, höre ich mit dem Staubsaugen nicht auf.


Zur Person:

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