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Windpark-Projekt in Dinklage bekommt Rückenwind

Die Haushalte im 1000-Meter-Radius stimmen für das Projekt in Bünne. Politik und Verwaltung sind grundsätzlich positiv gestimmt.

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Das ist der Windpark Badbergen-Dinklage: Die Betreiber wollen die fünf in Bünne bestehenden Anlagen durch vier neue, leistungsfähigere und vor allem größere Windräder ersetzen. Foto: Bergmann

Das ist der Windpark Badbergen-Dinklage: Die Betreiber wollen die fünf in Bünne bestehenden Anlagen durch vier neue, leistungsfähigere und vor allem größere Windräder ersetzen. Foto: Bergmann

Das geplante Windpark- Projekt in Bünne-Wehdel bekommt Rückenwind. Die Mitglieder des Dinklager Ausschusses für Bauen, Umwelt und Stadtentwicklung empfahlen mit den Stimmen von CDU und SPD in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich, den Bebauungsplan 87a für den „Windpark Bünner Wohld“ neu aufzustellen. Außerdem ist eine Beteiligung der Stadt Dinklage in Form eines gemeinnützigen Modells denkbar. Gleichzeitig votierten alle Fraktionen für zwei Anträge der SPD: Zum einen sollen im Laufe des Genehmigungsverfahrens auf einer Bürgerversammlung offene Fragen geklärt werden. Und: Die Verwaltung soll prüfen, inwieweit Interessierte sich in Form eines Bürgerwindparks beteiligen könnten.

Die endgültige Entscheidung fällt nun der nicht-öffentlich tagende Verwaltungsausschuss am Montag (16. März). Auch auf der Klausurtagung der Ratspolitik am Samstag (14. März) soll das Thema noch einmal besprochen werden. Bei einem Ja der Ratspolitik könnte im zweiten Quartal 2022 der Bau beginnen. Darum geht es: Im Zuge des Repowering, wie es in der Fachsprache heißt, sollen die bestehenden 17 Windräder in Bünne und Wehdel (fünf auf Dinklager Gebiet, zwölf auf Badberger Seite) durch elf leistungsfähigere (vier in Dinklage, sieben in Badbergen) ersetzt werden. Es handelt sich bei den geplanten neuen Windkraftanlagen um den Typus „Nordex N163“. Diese Anlagen haben laut den drei Betreibergesellschaften (BWP Badbergen, SeeBaTecWP Badbergen und Alpha Wind) einen Rotordurchmesser von bis zu 170 Metern, eine Gesamthöhe von maximal 250 Meter und bringen jährlich bis zu 180 000 Megawattstunden.

Zum Vergleich: Die jetzigen Anlagen haben einen Rotordurchmesser von 70 Metern, eine Höhe von 150 Meter und erzielen 42500 Megawattstunden. Die Betreibergesellschaften wollen diese alten Windräder von 2006 zurückbauen und die effizienteren Systeme installieren. Dadurch ließe sich deutlich mehr Energie gewinnen.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“Reiner Borgmeyer

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, meinte Mitgesellschafter Reiner Borgmeyer. Seine wichtigste Botschaft: Alle 34 Bünner Haushalte im Radius von 1000 Metern hätten dem Projekt schriftlich zugestimmt. Nach vielen Gesprächen mit den Anwohnern „erwarten wir nun keinen Stress mehr“, sagte Borgmeyer. Man wolle die Nachbarn mitnehmen. In Badbergen gab es zwölf Zusagen von 16 Eigentümern, in Quakenbrücker eine Ablehnung bei drei Haushalten. Der Gesellschafter machte zudem darauf aufmerksam: An keinem der 34 betroffenen Wohnhäuser bestehe laut einem Gutachten eine „optisch bedrängende Wirkung“ durch den Schattenwurf. Die Kompensation erfolge in direkter Nähe der Anlagen in ein und drei Kilometer Entfernung. Und: Auch die Ergebnisse der avifaunistischen und der Fledermaus-Untersuchungen sehen keine Hindernisse, die dem Projekt gegenüberstünden.

Die Politik nahm besonders zufrieden zur Kenntnis, dass alle Anwohner hinter dem Windpark- Projekt stehen. „Wenn alle dafür sind, aus Überzeugung oder aus anderen Gründen, dann ist das sehr positiv“, sagte Matthias Windhaus (SPD). Dennoch habe die Politik die Verpflichtung, das Projekt kritisch und langfristig zu begleiten. Vor allem die Anwohner, aber auch alle weiteren Bürger, sollten daher auf der geplanten Versammlung über die Immissionen von Lärm und Schattenwurf ausführlich informiert werden. Windhaus prognostizierte: Das Windpark-Projekt in Bünne werde in Zukunft nicht das einzige im Dinklager Stadtgebiet bleiben. Den Ausführungen seines Cousins schloss sich auch Andreas Windhaus (CDU) im Kern an. Er wünschte sich, dass das Genehmigungsverfahren nicht mehr ins Stocken gerate. Die Möglichkeiten, sich an einem Bürgerwindpark zu beteiligen, halte er jetzt noch für schwierig, sei aber zu prüfen.

Uli Heitmann (Bürgerforum) enthielt sich wegen der seiner Meinung nach fehlerhaften avifaunistischen Untersuchung und Fledermausgutachten bei der Abstimmung über den Bebauungsplan. So sei zum Beispiel der Uhu in der Kartierung nicht erfasst worden. Grundsätzlich stehe er Windpark-Projekten mit Blick auf die Ökostromgewinnung aber positiv gegenüber, sagte Heitmann. Das beratende Mitglied Dieter Beuse hielt die präsentierten Montagen mit Größe der Anlagen und des Schattenwurfes für „fragwürdig“. Gesellschafter Borgmeyer räumte dazu ein: „Sie bekommen einen Eindruck. Das ist nicht die Praxis.“

Beuses Hinweis fand Bürgermeister Frank Bittner ebenfalls wichtig. Er machte auch darauf aufmerksam: Die neuen Anlagen sind drei bis vier Mal höher als der 72 Meter hohe Dinklager Kirchturm. Grundsätzlich sehe die Stadtverwaltung das Windpark- Projekt aber positiv.

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