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Wilma Wochenwurm hilft Bakumer Kindern durch den Lockdown

Der Kindergarten St. Josef möchte während der Pandemie den Kontakt zu den Familien nicht verlieren. Damit das gelingt, hilft ein niedliches Maskottchen.

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Freundlich und liebenswürdig ist nicht nur Erzieherin Lena Dullweber. Die Figur Wilma Wochenwurm hilft dem Bakumer Kindergarten, den Kontakt zu den Kindern, die nicht in die Einrichtung kommen können, nicht zu verlieren. Foto: C. Meyer

Freundlich und liebenswürdig ist nicht nur Erzieherin Lena Dullweber. Die Figur Wilma Wochenwurm hilft dem Bakumer Kindergarten, den Kontakt zu den Kindern, die nicht in die Einrichtung kommen können, nicht zu verlieren. Foto: C. Meyer

Wegen der coronabedingten Einschränkungen können nicht alle Kinder zum Kindergarten gehen. Das ist für die Beteiligten kein schöner Umstand. Die Mitarbeitenden des Kindergartens St. Josef in Bakum wollten aber auf keinen Fall den Kontakt zu denjenigen verlieren, die keinen Anspruch auf einen Platz in der Notbetreuung haben. Deshalb gibt es regelmäßig Post – von Wilma Wochenwurm.

„Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir weiterhin alle Familien erreichen können“, sagt Lena Dullweber, Erzieherin und Leiterin der Außenstelle an der Loher Straße. So wurden sie und ihre Kollegen auf die Figur der Autorin Susanne Bohne aufmerksam. „Wilma Wochenwurm zieht sich mittlerweile wie einer roter Faden durch die Lockdown-Zeit“, sagt Dullweber.

Wer sich in der Einrichtung umsieht, kann das sofort erkennen. Wilma findet sich in zahlreichen Basteleien wieder. So haben die Kinder gemeinsam mit ihren Erzieherinnen eine Wilma aus Wolle gebastelt, die zentral den Gruppenraum ziert. Über ihr hängen die Erklärungen zu den Corona-Regeln. „Die Idee hinter Wilma ist: Wie können wir Corona kindgerecht erklären?“, sagt Dullweber. Das Konzept ist aufgegangen. Die Corona-Regeln seien für die Kinder überhaupt kein Problem mehr, sagt die Erzieherin.

Wilma ist überall mit dabei. Die Kinder malen und basteln viel mit ihrem Maskottchen. Foto: C. MeyerWilma ist überall mit dabei. Die Kinder malen und basteln viel mit ihrem Maskottchen. Foto: C. Meyer

Doch Wilma lasse sich vielseitig einsetzen. Sie schlängele sich beispielsweise durch die Jahreszeiten oder Wochentage und nehme dabei die Kinder mit. „Es gibt verschiedene Angebote für alle Altersgruppen“, erklärt die Erzieherin. Damit aber nicht nur die Kinder vor Ort etwas davon haben, gibt es die Wilma-Post für Zuhause. Die Eltern bekommen die Materialien per E-Mail zugeschickt. So gibt es Anregungen und Ideen für daheim. Aktuell beschäftigt sich Wilma mit Frühblühern. „Das wird gut angenommen“, sagt Dullweber. Die Materialien seien mit QR-Codes angereichert, die zu Liedern und Tänzen weiterleiten.

Die Notbetreuung dürfe zu 50 Prozent ausgelastet werden. Man wisse, dass die Eltern, die die Notbetreuung nicht in Anspruch nehmen dürfen, mittlerweile an ihre Grenzen geraten. „Diese Familien wollen wir durch die Wilma-Post mitnehmen“, sagt Dullweber. Die Wilma-Post animiere zudem dazu, auch selbst Post in den Kindergarten vorbeizubringen. Die Bilder und Mitbringsel werden an der Fensterfront zur Straße hin gut sichtbar angebracht. „So kann man immer sehen, was es gerade Neues gibt“, sagt die Erzieherin. Außerdem tue es den Kindern wie auch den Erzieherinnen gut, sich kurz zu sehen und zu sprechen, gibt Dullweber zu.

Abstandhalten ist nicht möglich

Was hat das vergangene Jahr mit dem Kindergarten-Alltag gemacht? Zu Anfang habe die Frage im Raum gestanden, wie die Kinder die neue Situation überhaupt annehmen, erzählt Dullweber. Doch die Kinder hätten die Regeln schnell verinnerlicht und ihrer Beobachtung zufolge seien die Kinder auch selbstständiger und mutiger geworden. Nur eines ist nicht möglich: Abstand halten. Die Kinder krabbelten auf den Schoß und müssten zwischendurch getr��stet werden. Kinderbetreuung auf Abstand sei einfach nicht möglich, erklärt die Erzieherin.

Auch das Tragen von Masken in der Gruppe sei schwierig. „Wir tragen Masken sonst überall“, erklärt Kindergartenleiterin Hildegard Hellbernd. „Die Kinder kennen Masken“, ergänzt Dullweber. Aber die Mimik gehe dabei völlig verloren. Für die Kinder sei es schöner, wenn sie das ganze Gesicht ihrer Erzieherin sehen können. „Es ist ein anderes Arbeiten, keine Frage“, gibt Hellbernd zu.

Die Gefahr einer Ansteckung sei immer im Hinterkopf, da man diesen ungeschützten Kontakt zu den verschiedenen Kindern vor Ort habe. „Aber man ist trotzdem gerne am Kind“, sagt Dullweber. Seit einigen Wochen stünden der Einrichtung Schnelltests zur Verfügung. Damit fühle sich Dullweber schon besser. Auch, dass die Impftermine in Aussicht sind, gebe den Erzieherinnen ein gutes Gefühl. Die Impfbereitschaft in dem Bakumer Kindergarten sei hoch.

Von außen gut sichtbar: Nicht nur an der Loher Straße, sondern auch in der Hauptstelle des Kindergartens St. Josef an der Bahnhofstraße ist Wilma für die Kinder da. Foto: C. MeyerVon außen gut sichtbar: Nicht nur an der Loher Straße, sondern auch in der Hauptstelle des Kindergartens St. Josef an der Bahnhofstraße ist Wilma für die Kinder da. Foto: C. Meyer

Hellbernd bedauert, dass gerade die Schnelltests erst jetzt kämen, aber die Mitarbeitenden hätten im Privaten sehr auf Zurückhaltung geachtet. Die Eigenverantwortung nimmt dabei eine entscheidende Rolle ein. Das habe in den vergangenen Monaten auch funktioniert. Der Kindergarten sei bislang gut durch die Pandemie gekommen, sagt Hellbernd. Es habe so gut wie keinen Corona-Fall in der Einrichtung gegeben.

Doch die Ungeduld der Eltern nehme zu. „Wir kriegen schon immer mal wieder Anfragen“, sagt Hildegard Hellbernd. Das könne sie nachvollziehen. Doch sie könne nicht darüber entscheiden. Sie und ihre Mitarbeitenden können die Situation nur so erträglich wie möglich gestalten. Und dabei leiste Wilma Wochenwurm einen entscheidenden Beitrag.

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