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Wilde Müllkippen werden in Vechta zum Problem

Seit einiger Zeit häufen sich die Vorfälle. Der illegal abgeladene Müll verursacht erheblich mehr Aufwand für den Bauhof. Ein Vorfall macht besonders wütend.

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Windelfund auf dem Stukenborg: Der Betriebsleiter des Bauhofs, Peter Eckhardt (links), und ein Mitarbeiter entsorgen die Windeln. Foto: Stadt Vechta / Gerecke

Windelfund auf dem Stukenborg: Der Betriebsleiter des Bauhofs, Peter Eckhardt (links), und ein Mitarbeiter entsorgen die Windeln. Foto: Stadt Vechta / Gerecke

Dieser Einsatz im Vechtaer Stadtteil Stukenborg war nichts für Menschen mit einer empfindlichen Nase: 5 oder 6 große Mülltüten,  gefüllt mit benutzten Windeln für Erwachsene, hatte irgendwer auf eine Grünfläche geworfen. Der Bauhof musste sich um die Entsorgung kümmern.

Ein Einzelfall sei das nicht. Illegal abgeladener Müll werde immer mehr zum Problem für das Bauhof-Team. Das sei natürlich ohnehin für die  Reinigung der öffentlichen Flächen im Stadtgebiet zuständig, sagt Betriebsleiter Peter Eckhardt. Normalerweise sei dafür ein Mitarbeiter an 7 Tagen in der Woche eingeteilt, erklärt Eckhardt. Auf einer täglichen "Mülltour" würden die Innenstadt sowie der Außenbereich gereinigt, Mülltonnen ausgeleert und Hunde-WCs gesäubert.

Hausmüll wird in öffentlichen Mülleimern entsorgt

In der letzten Zeit seien aber immer mehr unerlaubte Müllentsorgungen hinzugekommen. „Wir haben massiv mit dem Müll zu kämpfen“, sagt Eckhardt. Er beklagt, dass einige Bürger ihren Hausmüll in den kleinen öffentlichen Mülleimern entsorgen würden. Auch dort, wo etwa Glas- oder Altkleidercontainer stehen, gebe es Probleme: "Sehr schlimm ist es zum Beispiel am Stoppelmarkt", sagt Eckhardt. Dort würden Elektrogeräte oder Bauschutt einfach neben den Containern abgeladen. 

Um diesem Ärgernis generell zu begegnen, seien in Oythe unlängst Unterflurcontainer aufgestellt worden. Die Sammelbehälter für das Altglas sind unterirdisch zu finden. Oberirdisch ist nur noch der Einwurf zu sehen. Die Anlage wirkt übersichtlicher, was die Hemmschwelle für Müllsünder erhöhen soll. 

"Seitdem ist die Situation da auch viel besser geworden", sagt Eckhardt. Direkt bei den Flaschen-Einwürfen sei alles okay. Dafür liege jetzt bei Altkleidercontainern einige Meter entfernt jede Menge Unrat,  zeigt sich Eckhardt resigniert.

Pizzakartons von Jugendlichen sind ein Problem

Der Betriebsleiter kennt die "neuralgischen" Punkte im Stadtgebiet. "Im Außenbereich finden wir beispielsweise am Linnenkamp immer wieder Müll." Einige Jugendlichen hätten die Grünanlagen an der Grafenhorststraße als Treffpunkt gewählt. Gern werde gemeinsam Pizza gegessen. Die Kartons bleiben liegen, sagt der Bauhof-Chef. "Wir haben schon größere Mülleimer aufgestellt, das bringt bisher aber leider gar nichts."

Oft melden Bürgerinnen und Bürger, wo neuer Unrat zu finden ist. "Wir fahren dann entweder selber hin oder informieren die AWV (Abfallwirtschaft Vechta)", erklärt Eckhardt. Je nach Art des Mülls müssten 1 bis 2 Mitarbeiter anrücken, manchmal sogar mit einem Ladekran. Für den Innenstadtbereich sei der Bauhof zuständig, für den Außenbereich die AWV. "In jedem Fall entstehen Kosten und ein hoher Personalaufwand", bedauert Eckhardt.

Verursacher können nur selten ermittelt werden

Die Mitarbeiter des Bauhofs oder des Ordnungsamtes untersuchen die Hinterlassenschaften in der Regel auf Hinweise, woher der Dreck stammen könnte. Stefan Thole, Fachdienstleiter Bürger- und Ordnungsdienste, erzählt: "Es gelingt leider nur ganz selten, den Verursacher zu ermitteln. Es muss ein Hinweis auf die Person, zum Beispiel ein Briefumschlag mit aufgedruckter Adresse, mit dabei sein." Dann werde der Fall weiter an den Landkreis gegeben, da die Stadt in diesen Fällen keine rechtliche Grundlage habe, Bußgelder zu verhängen.

Warum einige Bürger ihren Müll in der Öffentlichkeit abladen, darüber kann der Betriebsleiter nur spekulieren. "Vielleicht haben einige Leute einfach keine Lust, ihren Müll zu trennen, und laden dann alles zusammen irgendwo ab." Es könne aber auch sein, dass die Mülltonne schlicht zu klein gewählt sei. "Was größeren Müll wie Elektrogeräte betrifft, sind einigen Bürgern die Wartezeiten beim Entsorgungszentrum vielleicht zu lang." Das sei laut Eckhardt aber nun mal der richtige Ort für die Entsorgung. Alternativ können Elektrogeräte auch bei einigen Händlern wieder zurückgegeben werden.

Den Müll nach dem Picknick wieder mit nach Hause nehmen

„Alles in allem macht uns der ganze wild abgeladene Müll die Arbeit nicht leichter“, meint Eckhardt. Von der Idee, auch im Außenbereich mehr Mülleimer aufzustellen, hält der Betriebsleiter indes nichts: Er fragt provokant: "Warum brauchen wir da überhaupt Mülleimer?" Wer Bierdose oder Keksschachtel gefüllt zum Picknick mitbringe, nehme sie später leer einfach wieder mit nach Hause. "Das würde den Bauhof massiv entlasten", findet Eckhardt und hofft zudem, dass die wilden Müllablagerungen wieder weniger werden.

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