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"Wiedersehen macht Freude" ist abgesagt

Das Treffen zur Stoppelmarktzeit von heimischen Unternehmen mit Berufstätigen, die aus der Ferne wieder auf Jobs in der alten Heimat zurückkehren wollen, wird für 2023 neu geplant.

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Die Berichterstattung rund um den Stoppelmarkt 2022 wird Ihnen präsentiert von der Volksbank Vechta.

Am Stoppelmarktsamstag (13. August) sollte zum dritten Mal die Veranstaltung „Wiedersehen macht Freude“ stattfinden. Nun hat der Landkreis Vechta als Veranstalter das Treffen von heimischen Unternehmen mit Berufstätigen, die aus der Ferne wieder auf Jobs in der alten Heimat zurückkehren wollen, abgesagt. Trotz intensiver Werbung für das Fachkräfteevent seien „die Anmeldezahlen der Rückkehrerinnen und Rückkehrer deutlich unter den Erwartungen geblieben“, so Jochen Steinkamp. Der Referatsleiter Öffentlichkeitsarbeit und strategische Steuerung beim Kreis, gilt als „Vater“ der Veranstaltung, die gemeinsam mit den Wirtschaftsförderern im Haus organisiert wird. Ein wenig geknickt zeigt sich Steinkamp zwar schon wegen der Absage, „aber nicht entmutigt. Im nächsten Jahr werden wir das Treffen wieder anbieten, das steht fest. Aber wohl in anderer Form.“

Die beiden ersten Veranstaltungen hatten unter „Rückkehrwilligen als auch Unternehmen eine gute Resonanz“, sagt Steinkamp. 150 bis 200 Besucher waren jeweils begrüßt worden. Rund 30 heimische Unternehmen wollten in diesem Jahr dabei sein, sich mit ihren Arbeitsstellen für Fachkräfte präsentieren. „Firmen aus allen Branchen, Gesundheitsunternehmen oder Dienstleister wie Steuerberater und Rechtsanwälte, natürlich auch die großen mittelständischen Betriebe aus dem Landkreis – das Interesse der Wirtschaft war wieder groß.“ Die Anmeldezahlen aus der Zielgruppe waren allerdings so mau, „dass wir angesichts des finanziellen und personellen Aufwandes, den die Firmen betreiben, die Durchführung der Veranstaltung nicht hätten rechtfertigen können.“

Muss das Wiedersehentreffen auf dem Stoppelmarkt 2022 absagen, will 2023 Jobinteressenten und heimische Unternehmen zur Marktzeit aber wieder zusammenbringen: Jochen Steinkamp. Foto: KühnMuss das Wiedersehentreffen auf dem Stoppelmarkt 2022 absagen, will 2023 Jobinteressenten und heimische Unternehmen zur Marktzeit aber wieder zusammenbringen: Jochen Steinkamp. Foto: Kühn

Warum sich so wenige potenzielle „Rückkehrer“ gemeldet haben, darüber kann auch Steinkamp nur spekulieren. „Ob die Corona-Unterbrechung ursächlich ist, unsere Zielgruppe vielleicht dieses Jahr bei der Rückkehr zum Stoppelmarkt und in die Heimat sich auf das Feiern beschränken will? Ob Jobsuche in diesem Jahr nicht so die große Rolle spielt? Vielleicht hat die Verlegung des Treffens vom Kreishaus in die VEC-Hallen eine Rolle gespielt, und vielleicht ist damit bei den Rückkehrern der Eindruck entstanden, dass wir doch eine Jobmesse veranstalten, was wir allerdings nicht wollen? – Wir wissen nicht, woran es in diesem Jahr lag.“

Von einigen teilnehmenden Firmen habe man gehört, dass die Zielgruppe „Rückkehrer“ möglicherweise zu eng gefasst ist, „und auch Talente eingeladen und angesprochen werden sollten, die wieder vor Ort sind, aber einen Stellenwechsel innerhalb der Region anstreben“.

Über „Wiedersehen macht Freude“ sollten „Rückkehrer“ berufliche Kontakte herstellen

Ursprünglich hat der Landkreis mit dem Wiedersehen Menschen ansprechen wollen, die einst für Arbeit oder Job ihre alte Heimat verlassen haben. Die alten Verbindungen haben viele nicht abbrechen lassen. Gerade der Stoppelmarkt ist ein Ort, auf dem sich ehemalige Mitschüler oder Bekannte immer wieder regelmäßig treffen.

Über „Wiedersehen macht Freude“ sollten „Rückkehrer“ berufliche Kontakte herstellen. Dazu hätten die Ausrichter durchaus ihre eigenen Netzwerke eingebracht, so dass man jetzt über einen „Rückkehrerpool“ von 300 Interessierten verfüge, den man direkt ansprechen könne.

Steinkamp sieht weiter „großes Potenzial“ in der Veranstaltung. Deshalb überlege man aktuell, ob man das Event nicht anders aufstellen muss.

Grundsätzlich wolle man aber den "Rückkehrern" ab er weiterhin den Besuch zweier Veranstaltungen an einem Tag ermöglichen: "Erst über die Jobs in der Heimat informieren, dann direkt hinein in den Jahrmarkttrubel." Zuletzt kamen jedoch Bedenken auf, dass man im Kreishaus doch ein wenig zu weit vom Stoppelmarkt entfernt ist. Deshalb habe man in diesem Jahr mit der Verlegung in die VEC-Hallen, die dann doch näher am Marktgelände lägen, reagiert. Er könne sich für die nächste Auflage aber durchaus vorstellen, „mit der Veranstaltung noch näher an das Marktgeschehen zu rücken,“ sagt Steinkamp.

Interesse der Firmen sei nach wie vor groß

Das Interesse der Firmen sei nach wie vor groß, berichtet der Referatsleiter. Man habe eine Warteliste einführen müssen, um das Treffen nicht zu sehr aufzublähen. Auch auf Unternehmensseite könne man Veränderungen anstoßen. „Es muss ja nicht immer ein Ausstellungsstand sein“, meint Steinkamp. Vielleicht genüge es, dass die Ansprechpartner der Firmen erkennbar seien, nicht an einem Stand verharren, sich unter die Besucher und Gäste begeben.

Die derzeit durchgeführte Analyse werde sicher zu einer teilweisen Neukonzeption der Veranstaltung führen, glaubt Steinkamp. Der Landkreis stelle über seinen Haushalt weiterhin die notwendigen Gelder für die Durchführung bereit. Deshalb werde es „Wiedersehen macht Freude“ auch 2023 geben. „Das steht heute schon fest.“

Der Internetauftritt der Veranstaltung bleibe jedenfalls freigeschaltet. So könnten sich interessierte "Rückkehrer" gerne bereits jetzt für das Treffen im kommenden Jahr anmelden., was "natürlich wieder zur Stoppelmarktzeit stattfinden wird".

  • Info: Anmeldungen zum Treffen 2023 sind möglich unter www.wiedersehen.starke-argumente.de

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