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Wieder Vandalismus an der Museumseisenbahn in Bösel

In der vergangenen Woche sind Loks und Waggons der Museumseisenbahn beschmiert worden. Eine Belohnung soll bei der Suche nach Tätern helfen, zur Abschreckung werden Laternen und Kameras installiert.

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Wofür steht "RESK"?: Karl-Heinz Scholz, der Vorsitzende der Museumseisenbahn Friesoythe-Cloppenburg, zeigt die jüngsten Schmierereien auf Loks und Waggons am Bahnhof Bösel.   Foto: Stix

Wofür steht "RESK"?: Karl-Heinz Scholz, der Vorsitzende der Museumseisenbahn Friesoythe-Cloppenburg, zeigt die jüngsten Schmierereien auf Loks und Waggons am Bahnhof Bösel.   Foto: Stix

Karl-Heinz Scholz ist sauer. "Am Donnerstag bin ich um 16 Uhr hier weg, am Samstag um 11 Uhr bin ich wieder hergekommen, und da waren die Waggons beschmiert", erzählt der Vorsitzende der Museumseisenbahn Friesoythe-Clopppenburg. Also hat er, statt sich um die anderen anliegenden Arbeiten am Böseler Bahnhof zu kümmern, erst einmal die Schmierereien, so gut es ging, abgewaschen. Und tags darauf gleich die nächsten Graffiti an einigen der 14 Waggons und fünf Loks am Böseler Standort des Vereins entdeckt. 

Für Scholz ist das damit verbundene Prozedere fast schon Routine, so oft kommt es zu Schmierereien und eingeworfenen Fensterscheiben. "Natürlich habe ich wie immer die Polizei verständigt, die war auch da und hat Bilder gemacht", sagt er. Der 73-Jährige weiß aber auch, dass es kaum eine Chance gibt, die Täter zu erwischen. "Das geht eigentlich nur auf frischer Tat", sagt er. Und selbst dann hilft es nicht viel. "Einmal habe ich ein paar Zehn- bis Zwölfjährige erwischt, die Scheiben eingeschmissen haben", erzählt er. Auf den Kosten für den Einbau der neuen Scheiben ist der Verein trotzdem sitzengeblieben.

500 Euro Belohung für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen

Trotzdem ist es Scholz und seinen Mitstreitern wichtig, die Täter in irgendeiner Form zur Verantwortung zu ziehen. Der Verein hat deshalb 500 Euro Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. "Wir wollen das einfach mal ausprobieren", sagt der Vereinsvorsitzende. Mit dem Schriftzug "Resk" haben sich die Täter diesmal auf einer Lok und auf einem grünen Waggon verewigt. "Keine Ahnung, was das heißen soll", brummt Scholz. "Aber vielleicht hilft es, die Typen zu erwischen. Und dann sollen die das abschleifen und die neue Lackierung bezahlen."

Denn nicht alle Graffitis können abgewaschen werden. "Das hängt davon ab, welche Farbe für die Schmierereien verwendet wird", erläutert Scholz. Und selbst wenn Spezialreiniger auf den ersten Blick eine Wirkung zeigen, irgendwelche Spuren bleiben dann doch meistens im Altlack zurück. "Man muss immer schleifen und lackieren", sagt Scholz. Und meist bleibt es nicht bei einer punktuellen Ausbesserung. "In Staatsforsten steht ein roter Waggon, der beschmiert wurde", erzählt Scholz. "Da ist die Farbe etwas ausgeblichen, den Ton bekommt man nicht hin." Einen Tag dauert allein das Lackieren, hinzu kommt der Zeitaufwand für das Abschleifen und die vorbereitenden Arbeiten.

Laternenmasten und Kameras als Vorbeugungsmaßnahme

Die ausgesetzte Belohnung ist nicht das einzige Mittel, mit dem der Verein den Kampf gegen den Vandalismus aufnimmt. "Wir stellen jetzt ausgediente Bahnhofslaternen auf", sagt Scholz. Mit zwei Waggons haben die Vereinsmitglieder per Bahn über zehn Laternenmasten aus Cloppenburg geholt, die dort abgebaut worden waren. Vier stehen schon, der Rest wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. "Und wir werden auch Kameras zur Überwachung installieren", betont der Vereinsvorsitzende. "Ich hoffe, dass es dann besser wird."

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