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Wie sich im Diakonieladen Shopping mit Nachhaltigkeit und Wertschätzung verbindet

Martina Fisser und ihr Team leiten den neuen Laden in Cloppenburg, der mit seinem Konzept doppelt hilft. "Wir freuen uns auf jeden Käufer", sagt sie.

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Lädt zum Einkauf ein: Martina Fisser im neuen Diakonieladen am Schwedenheim. Foto: Bernd Götting

Lädt zum Einkauf ein: Martina Fisser im neuen Diakonieladen am Schwedenheim. Foto: Bernd Götting

Martina Fisser arbeitet an einem idyllischen Ort in der Cloppenburger Innenstadt. Auf dem Gelände des Schwedenheims, über viele Jahrzehnte gewachsen und strukturiert, befindet sich ein Ensemble skandinavisch anmutender Häuser, das tatsächlich schon bei dem einen oder anderen Urlaubserinnerungen weckte.

Obwohl im Winkel zwischen den Verkehrsadern Friesoyther Straße und Soestenstraße gelegen, ist dieses Gelände beschaulich und belebt zugleich. Kindergarten, Krippe, Gemeindezentrum und die benachbarte Paul-Gerhardt-Schule sorgen stets für buntes Treiben. Da aber der lärmende Durchgangsverkehr fehlt, lässt es sich hier angenehm leben und arbeiten.

Hier geht auch Martina Fisser Tag für Tag ihrer Arbeit nach und wälzt dabei die Probleme anderer Menschen. Doch die studierte Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin, ausgestattet mit dem notwendigen Fachwissen, macht das gerne und hingebungsvoll. Neben ihrer Leitungstätigkeit für das Diakonische Werk ist sie auch zuständig für die dort angesiedelte Beratungsstelle der Diakonie.

„Wir fragen hier im Diakonieladen nicht nach Herkunft, Konfession und Bedürftigkeit, sondern freuen uns auf jeden Käufer.“Martina Fisser, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks

Diese bietet realistische und kompetente Beratung in fast allen Lebenslagen an, egal ob es um Schulden, Schwangerschaften, Kuren oder Konflikte in der Partnerschaft geht. Oft genug bitten dort auch einzelne Personen und junge Familie um Hilfe, denen kurz vor Monatsende das Geld ausgegangen ist und die beispielsweise dringend Windeln oder Babynahrung einkaufen müssen. Für diese Menschen gibt es oft eine Notfallhilfe in Form einer kleinen Bargeldspende. Dass Geld nicht vom Himmel fällt, weiß man auch in der Diakonie und hat mit dem vor vielen Jahren aufgebauten Diakonieladen ein Angebot, das gleich doppelt nützlich ist. „Wer für sein Kind eine neue Hose braucht und dafür zehn Euro veranschlagt hat, bekommt hier die optimale Lösung“, schildert Martina Fisser ein praktisches Beispiel.

Auf dem Schwedenheimgelände: Der neue Diakonieladen wurde ebenfalls im skandinavischen Stil erbaut. Foto: Bernd GöttingAuf dem Schwedenheimgelände: Der neue Diakonieladen wurde ebenfalls im skandinavischen Stil erbaut. Foto: Bernd Götting

„Bei uns kostet die Hose nur zwei Euro, und schon stehen acht Euro für Lebensmittel oder Schulsachen zur Verfügung“. Und weil der Diakonieladen nur mit gespendeter Ware und mit ehrenamtlichem Personal arbeitet, fließt der Verkaufserlös praktisch direkt in den Topf für die Notfallhilfen. Diesem Konzept möchte Martina Fisser noch mehr Leben einhauchen. Schließlich steht ihr seit dem Sommer 2021 ein ganz neuer Laden zur Verfügung, denn das altbekannte „Rote Haus“ auf dem Schwedenheimgelände musste vor einiger Zeit abgerissen werden.

Der neue Diakonieladen, von der Soestenstraße oder vom Britta-Holmström-Weg leicht zu erreichen, wurde im vergangenen Jahr fertiggestellt und lädt zum Schauen und Kaufen ein. Als Anbau der Diakonie-Geschäftsstelle wurde das Gebäude passend zum Schwedenheim mit Holzbrettern verschalt und bietet nun an drei Tagen je Woche ein entspanntes Einkaufsvergnügen zu günstigen Preisen.

Statt Plastiktüten gibt es Papierbeutel oder Taschen aus der Nähstube

Und weil alles neu ist, setzt Martina Fisser mit ihrem Team auch ein zeitgemäßes Konzept um. „Wir wollen nachhaltig und wertschätzend arbeiten. Hier gibt es keine Plastiktüten und wir setzen möglichst viel Naturmaterial ein. Tragetaschen werden in der hauseigenen Nähstube hergestellt und für 50 Cent angeboten.“ Doch damit nicht genug. Das gesamte Angebot an Kleidung für Damen, Herren und Kinder stamme aus Spenden, sei geprüft, sofort tragbar und sehr preiswert. Ähnliches gelte für Haushaltswaren, Spielzeug und Bücher. Dabei ist Martina Fisser und ihrem Team jeder Kunde willkommen. „Wir fragen hier im Laden nicht nach Herkunft, Konfession und Bedürftigkeit, sondern freuen uns auf jeden Käufer,“ betont die Leiterin. Eine wichtige Rolle für die Wirtschaftlichkeit spielen neben den Spenden auch die ehrenamtlichen Helfer. Martina Fisser hat ein Team von zehn Personen an ihrer Seite, die sich unentgeltlich für den Laden, die Menschen und die Soforthilfen engagieren. „Wir sind dienstags von 10 Uhr bis 12 Uhr und mittwochs und donnerstags von 15 Uhr bis 17 Uhr für die Kunden da“, so die Leiterin.

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