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Wie sich die Stadt verändert hat: Kalender zeigt historische Löninger Aufnahmen

Zwölf Monatsmotive und ein Titelbild hat der Heimatverein für die neue Auflage ausgesucht. Sie geben spannende Einblicke in vergangene Zeiten und laden zur Spurensuche ein.

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Wiedererkennung gelingt: Paul Mastall hält vor dem Bahnhof den neuen Jahreskalender in den Händen. Foto: G. Meyer

Wiedererkennung gelingt: Paul Mastall hält vor dem Bahnhof den neuen Jahreskalender in den Händen. Foto: G. Meyer

Personenzüge halten am Löninger Bahnhof schon seit vielen Jahren nicht mehr. Eine Ausnahme bildet da nur die Museumseisenbahn. Vor 100 Jahren sah das noch ganz anders aus, wie eine historische Postkartenaufnahme belegt. Sie ziert den Titel des neuen Jahreskalenders des Heimatvereins. Er steht seit kurzem zum Verkauf.

Die 14. Auflage schöpft vor allem aus den Archiven des Heimatfotografen Töne Kramer und der Löninger Autorin Evelies Ponsch. Auch Heimatvereinsvorsitzender Paul Mastall steuerte das eine oder andere Foto bei. Das Bild vom Bahnhof gefällt ihm ganz besonders. "Die Postkarte wurde im Jahr 1915 abgestempelt, aber die Szene dürfte älter sein", glaubt er. Die Bahnstrecke zwischen Essen (Oldenburg) und Löningen war  1888 eröffnet worden – zunächst auf Rechnung der Gemeinde Löningen. 1895 übernahmen die Großherzoglich-Oldenburgischen-Staatseisenbahnen die Strecke. 1907 schließlich wurden die Gleise aus Essen und Meppen in Lewinghausen zusammengeführt. 1962 fuhr der letzte Personenzug von Essen nach Lewinghausen. 1970 schließlich stellte die Deutsche Bahn die Fahrten zwischen Herzlake und Meppen ein. Aktuell wird wieder über eine Revitalisierung stillgelegter Bahntrassen diskutiert, wobei auch die Ost-West-Achse zwischen Essen und Meppen im Gespräch ist. Ob es irgendwann dazu kommen wird und am Bahnsteig in Löningen wieder – so wie auf dem historischen Foto – Fahrgäste auf ihren Zug warten, ist jedoch offen. Paul Mastall hat Zweifel. "Ich glaube nicht, dass sich das wirtschaftlich darstellen lässt", sagt er. 

Ältestes Foto ist 120 Jahre alt

Das älteste Foto, eine Aufnahme aus Bunnen, stammt diesmal aus dem Jahr 1902. Aber auch die deutlich jüngeren Kalenderbilder zeigen die starken Veränderungen, die das Löninger Ortsbild in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat. So fotografierte Töne Kramer 1978 die Gabelung der Poststraße genau an der Stelle, an der heute der Kurt-Schmücker-Platz beginnt. "Da hat sich wirklich alles verändert", staunt Mastall. Die Älteren werden sich auch an weitere Gebäude und Geschäftshäuser in der Innenstadt erinnern, die ebenfalls in den Kalender aufgenommen wurden. 

Nicht wiederzuerkennen: Die Poststraße im Jahr 1978. Hier befindet sich heute der Kurt-Schmücker-Platz. Foto: Archiv Töne Kramer Nicht wiederzuerkennen: Die Poststraße im Jahr 1978. Hier befindet sich heute der Kurt-Schmücker-Platz. Foto: Archiv Töne Kramer 

Die Heimatfreunde haben, anders 2020 und 2021, ein vergleichsweise normales Vereinsjahr hinter sich. "Wir sind zufrieden", bestätigt Mastall. Waren die beiden Vorjahre noch von coronabedingten Einschränkungen geprägt, die zahlreiche Absagen zur Folge hatten, fanden diesmal die meisten Veranstaltungen wie gewohnt statt. Ende November etwa bildete der gut besuchte Weihnachtsmarkt an der Schutenmühle einen stimmungsvollen Jahreshöhepunkt. Im Kulturcafé finden derweil Konzerte und Lesungen statt. Zuletzt brachte Kirchenmusiker Oliver Strauch dort mehr als 50 Interessierten Barockmusik auf dem Cembalo näher.  

Die frisch restaurierte Mühle ist neben dem Kulturcafé das Prunkstück des Heimatvereins. Als Kulisse für Trauungen und Hochzeiten ist sie überregional bekannt und entsprechend begehrt. 30 Paare gaben sich in diesem Jahr dort das Jawort. Für das kommende Jahr ist sie ebenfalls schon wieder gut gebucht. "Wir haben bereits neun Anmeldungen. Aber dabei wird es sicher nicht bleiben", ist Paul Mastall überzeugt.

  • Info: Für 9 Euro pro Stück ist der Kalender in der Tourist-Info, im Kaufhaus Cordes, im Lottoladen Lämmermühle oder beim Vorstand des Heimatvereins erhältlich. Gedruckt wurden 300 Exemplare. Weitere Infos gibt es bei Paul Mastall (Telefon 0176/6188695, E-Mail: mastall@outlook.de).
Warten auf den Nikolaus: Der Weihnachtsmarkt an der Schutenmühle war gut besucht. Foto: MastallWarten auf den Nikolaus: Der Weihnachtsmarkt an der Schutenmühle war gut besucht. Foto: Mastall

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