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Wie reagieren die Kirchen auf die drohende Energiekrise?

Was tun, wenn Wärme teuer ist und der zu beheizende Raum ein altes Kirchengemäuer? Einfache Antworten gibt es nicht, hat OM-Online erfahren.

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Symbolfoto: dpa

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Licht aus, Heizung runter: Ab sofort ist auch offiziell Energiesparen angesagt. Folgen hat das allerorts – auch in den Kirchengemeinden. Laut "Spiegel online" erwägen bereits einige evangelische Gemeinden, mit der Feier ihrer Gottesdienste in die Gemeindehäuser auszuweichen. Diese, hieß es als Begründung, seien deutlich leichter zu beheizen.

Energie sparen wollen natürlich auch die Kirchengemeinden vor Ort. Wie, das ist noch nicht überall klar. Wobei es Thema auch schon vor der Energiekrise gab, erinnert Pastor Dr. Kurt Paesler aus Neuenkirchen. In seiner evangelischen Gemeinde sei es bereits seit Jahren üblich, die Gottesdienste nach dem Weihnachtsfest in das Gemeindehaus zu verlegen. Die Heizung der örtlichen Apostelkirche werde elektrisch betrieben; das sei immer teuer gewesen. Er könne sich angesichts der gestiegenen Energiepreise durchaus vorstellen, bereits vor Weihnachten mit den Gottesdienst-Feiern ins Gemeindehaus zu wechseln, sollte es sehr kalt werden.

Energie sparen? Ja! Aber wie?

Wie es die Kirchengemeinde in Fladderlohausen hält, für die Paesler ebenfalls zuständig ist, wisse er noch nicht. Hier würden noch Gespräche stattfinden, sagte Dr. Paesler. In den evangelischen Kirchengemeinden Damme und Vörden ist eine mögliche Verlegung der Gottesdienste in die Gemeindehäuser bislang kein Thema gewesen, heißt es aus beiden Kirchengemeinden.

Die katholischen Gotteshäuser in Damme, Osterfeine, Rüschendorf und Neuenkirchen weiterhin für ihre Messfeiern nutzen, das will die katholische Pfarrgemeinde St. Viktor. Das teilt Pfarrer Heiner Zumdohme mit. Ungeachtet dessen liefen aber Überlegungen, wie sich Energie einsparen lasse, versichert Zumdohme.

Über Sparsamkeit ein Zeichen setzen

Gedanken machen sich auch die Cloppenburgerinnen und Cloppenburger. Mit Hausmeistern, Küsterinnen, Küstern und Friedhofsgärtnern werde derzeit diskutiert, wie und wo gespart werden könne, sagt Hermann Schröer, der Vorsitzende des katholischen Kirchenausschusses.

Dabei gehe es weniger um die hohen Kosten, sondern um das Energiesparen an sich. Das sei das Gebot der Stunde, findet Schröer. In der nächsten Sitzung des Kirchenausschusses sollen Ideen besprochen werden. Die Gläubigen würden über die Entscheidungen natürlich sofort informiert, versichert Schröer. Wenn zum Kirchgang die dickere Jacke die bessere Wahl sei, müsse das bekannt sein. 

Ideen gibt es – eine ist die "Winterkirche"

"Das Thema Energiesparen bewegt unsere Kirchengemeinden", schreibt Martina Wittkowski, Kreispfarrerin des Evangelischen Kirchenkreises Oldenburger Münsterland, in einer Mail an OM-Online. Die Leitung der Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg lasse gerade in einer Arbeitsgruppe eine Empfehlung erarbeiten, die voraussichtlich in der nächsten Woche an die Kirchengemeinden geleitet werde. Beim nächsten Pfarrkonvent am 14. September stehe das Thema mit auf der Tagesordnung.

Allerdings werde bereits jetzt in einigen Gemeinden mit größeren Kirchengebäuden über eine „Winterkirche“ nachgedacht, weiß die Kreispfarrerin. Das bedeute, dass dann ins Gemeindehaus ausgewichen werde, weil das leichter zu beheizen sei.

Vielen Gemeinden sei es jedoch wichtig, die Kirche nicht zu verlassen. Die Temperaturen werden ohnehin in Kirchen und Gemeindehäusern abgesenkt. In einigen Kirchengemeinden werde zudem über die Nutzung von elektrisch zu beheizenden Sitzbänken nachgedacht, für die die Energie dann aus Photovoltaikanlagen gewonnen werden könnte, skizziert Wittkowski weitere Ideen. Oder: Decken könnten verteilt, heißer Tee ausgegeben werden.

Schon seit Jahren gebe es vonseiten des Gebäudemanagements der Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg Richtlinien und Anreize durch Förderungen für Gebäudesanierungen, um Energie zu sparen. Das alles könne aber nur ein Anfang sein.

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