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Wie Mahsun Giasar bei "Stage 7" die Lohner fürs Tanzen begeistert

2. bei der Deutschen Meisterschaft, 4. bei der Weltmeisterschaft – der Lohner kann sich mit einigen Erfolgen rühmen. Was ihm besonders wichtig ist, erklärt er im Gespräch mit OM-Online.

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Hat das Tanzen im Blut: Mahsun Giasar ist Tanzlehrer, Tanzbattle-Veranstalter und international anerkannter Freestyle-Tänzer. Foto: E. Wenzel

Hat das Tanzen im Blut: Mahsun Giasar ist Tanzlehrer, Tanzbattle-Veranstalter und international anerkannter Freestyle-Tänzer. Foto: E. Wenzel

Der Lohner Mahsun Giasar spricht von kaum etwas so leidenschaftlich wie dem Tanzen. Schließlich hat er es zu einem großen Teil seines Lebens gemacht. Wenn er nicht gerade selbst trainiert, unterrichtet er Schüler in dem Lohner Tanzhaus "Stage 7". Sein Können im Hip-Hop-Freestyle ist mittlerweile international anerkannt. Der 27-Jährige hat in seiner Kategorie bei den Meisterschaften der United Dance Organisation in diesem Jahr ganz schön abgeräumt. Er kann sich Deutscher Vizemeister und 4. bei der Weltmeisterschaft nennen. 

Bekannt ist der Lohner auch durch sein Be-Yourself-Battle, das er in diesem Jahr mit dem Jugendkulturverein Oldenburger Münsterland ausrichtete. Dort traten immer zwei Personen gegeneinander an – insgesamt waren rund 200 Personen anwesend. Die Veranstaltung zeigt, was dem Sozialassistenz-Azubi besonders wichtig ist: Er wolle mit Menschen arbeiten und ihnen durch den Tanz einen sicheren Raum geben, um sich selbst entfalten zu können.

Möchte Menschen einen Raum geben, um sich selbst auszudrücken: In Mahsun Giasas Be-Yourself-Kursen geht es nicht nur um Hip-Hop, sondern auch um Selbstbewusstsein und Freiheit. Foto: E. WenzelMöchte Menschen einen Raum geben, um sich selbst auszudrücken: In Mahsun Giasas Be-Yourself-Kursen geht es nicht nur um Hip-Hop, sondern auch um Selbstbewusstsein und Freiheit. Foto: E. Wenzel

Wie viel das wert ist, hat Mahsun Giasar am eigenen Leib erfahren. Als seine Eltern sich getrennt haben, habe sich der Lohner oft alleine gefühlt. Um anderen in ähnlichen Situationen zu helfen, entwickelte er die Idee eines Kurses, in dem es um die Individualität im Tanz geht, der das Selbstbewusstsein fördere. Die Be-Yourself-Kurse waren geboren.

Er selbst habe schon früh ein starkes Selbstbewusstsein entwickelt, erklärt Giasar. Als er noch ein Kind war, ist seine Familie für 2 Jahre nach Griechenland ausgewandert. Ohne seine Freunde, Familie und mit einer fremden Sprache wurde er schnell aus seiner Komfortzone gerissen. Dasselbe passierte dann erneut, als es zurück nach Lohne ging. Auch hier kam es zu Schwierigkeiten. Giasar besuchte die Stegemannschule, war aber mittlerweile Griechisch gewohnt. Im Endeffekt hätten ihn diese Erfahrungen aber sehr selbstsicher gemacht, erklärt der Tanzlehrer.

An das Tanzen hat der damals Jugendliche noch nicht gedacht. Im Vordergrund stand zu der Zeit Fußball. Als seine Mannschaft keinen Trainer mehr hatte, begann Giasar mit Parcours und Freerunning. Fern war ihm das Tanzen aber nie. "Es liegt mir im Blut", erklärt der 27-Jährige. In den Kulturen seiner Familie – teils türkisch, teils griechisch – gehöre es einfach dazu.

Stage-7-Mitglieder haben Mahsun Giasar im Club entdeckt

Ernst wurde es dann, als zwei Mädchen der Stage-7-Crew "Devoted" den nun 19-Jährigen im Club tanzen gesehen haben. "Denen ist wohl aufgefallen, dass ich anders tanze, als ein normaler Clubtänzer", erzählt Giasar. Er wurde zum Training in der Formation eingeladen und dann auch aufgenommen. In der Formation tanzt er noch heute. Mittlerweile hat sich diese aber zu "Trinity" entwickelt. 

Im Laufe der Zeit kamen dann auch seine eigenen Be-Yourself-Kurse hinzu. Sie laufen nun seit etwa 3 Jahren und waren damals eines der ersten Freestyle-Projekte bei Stage 7. Dort sei es Giasar gelungen, "eine kleine Familie in der großen Familie" zu gründen. Neben dem Unterricht – in dem die Schüler oft selbst zum Coach werden – reden die Tänzer auch manchmal über ihr Privatleben, teilt Giasar mit. Hier kann er auch seine Erfahrungen mit den Teilnehmern teilen.

Er will sich generell für mehr Rückzugsorte für Jugendliche einsetzen. "Es ist schade, dass es hier im Umkreis neben den Vereinen nicht viel für Jugendliche gibt, wo sie sich inspirieren lassen und abschalten können", erklärt er. Das werde zwar besser, sagt er mit einem Blick auf die Skateanlage neben dem Stage-7-Komplex, sei aber noch ausbaufähig. 

Dance Battle im Gulfhaus: Bei dem Be-Yourself-Battle haben sich mehrere Zweiergruppen miteinander gemessen. Foto: Paul SieverdingDance Battle im Gulfhaus: Bei dem Be-Yourself-Battle haben sich mehrere Zweiergruppen miteinander gemessen. Foto: Paul Sieverding

Langfristig betrachtet, will Mahsun Giasar das Tanzen mit seinem Beruf verbinden. Ihm sei es wichtig, mit Menschen zu arbeiten. Zurzeit macht er eine Ausbildung zum Sozialassistenten, danach möchte er Psychologie studieren. Wie genau er das macht, weiß er noch nicht, die Felder passten aber gut zusammen. "Beim Freestyle-Tanzen steht im Vordergrund, dass man sich wohlfühlt", erklärt der 27-Jährige. Es sei einfach ein befreiendes Gefühl.

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