Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Wie in guten alten Zeiten: Schützenverein restauriert 42 Jahre alte Schießuhr

Ein Stück aus der Vergangenheit ist zurück im Vereinsheim der Schützen "Hubertus" Scharrel. Wilfried Kuhl hat die alte Mechanik in aufwendiger Kleinarbeit wieder gangbar gemacht.

Artikel teilen:
Ein Hingucker im Vereinsheim der Hubertus-Schützen: Wilfried Kuhl (links) restaurierte eine alte Schießuhr zur Freude des Ehrenvorsitzenden Willi Hinrichs. Foto: C. Passmann

Ein Hingucker im Vereinsheim der Hubertus-Schützen: Wilfried Kuhl (links) restaurierte eine alte Schießuhr zur Freude des Ehrenvorsitzenden Willi Hinrichs. Foto: C. Passmann

Die ältere Generation der aktiven Sportschützen werden sie noch kennen: mechanische Schießuhren, die die Treffer anzeigten. Ob beim Pokalschießen oder traditionellen Königsschießen – das Ergebnis ließ sich für den Schützenverein optisch einfach erkennen, da die Trefferzahl an den Seiten herausklappte. Mittlerweile haben diese Schießuhren ausgedient: Sie wurden durch digitale Anzeigen ersetzt. Von 1965 bis 1980 waren auch im Schützenverein "Hubertus" zwei solcher Kleinkaliber-Schießuhren das Ziel der Scharreler Schützen. 

Nach 42 Jahren fand diese Erfindung nun wieder ihren Weg zurück in den Schießstand. Auf einer Diele habe die Schießuhr viele Jahre lang ihr Dasein gefristet, bis sie im August wiederentdeckt wurde, erzählt Schützenbruder Wilfried Kuhl. Gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Günther Fugel und Ludger Kanne habe er sie hervorgeholt. Das sei gar nicht so einfach gewesen, denn die alte Uhr wiege 150 Kilogramm. „Die hebt man nicht so einfach auf den Autoanhänger“, sagt Kuhl. Doch mit vereinten Kräften habe es schließlich geklappt.

„Man muss schon das System und die Funktion kennen, sonst braucht man sich nicht an die Restauration machen.“Wilfried Kuhl

Dem früheren Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden, Willi Hinrichs, sei es immer eine Herzensangelegenheit gewesen, dass die Schießuhr wieder funktionsfähig gemacht wird und im Vereinsheim ausgestellt wird. Schütze Wilfried Kuhl nahm sich der Sache an und restaurierte die Anlage von Kopf bis Fuß, mitsamt dem komplizierten Innenleben. „Man muss schon das System und die Funktion kennen, sonst braucht man sich nicht an die Restauration machen“, sagt Kuhl. Fast 2 Monate lang habe er an der Schießuhr geschraubt und gewerkelt.

"Das war gar nicht so einfach", so Kuhl. „Die Firma, die die Uhr einst gebaut hatte, gab es zwar noch. Doch sie teilte mir mit, dass mittlerweile sämtliche Ersatzteile entsorgt worden seien. Lediglich eine einzige Schießkarte war noch im Lager vorhanden und die hat mir das Unternehmen freundlicherweise zukommen lassen“, erzählt das Vereinsmitglied.

Der Restaurateur hat selber gute Erinnerungen an die Uhr

Die Schießuhr sei stark vergammelt gewesen, als sie auf seinem „Operationstisch“ lag. Deswegen sei sie von der Firma Lange in Elisabethfehn durch Sandstrahlen gesäubert worden, dann habe er sie neu lackiert. "Das ganze Uhrwerk musste raus und anschließend auch wieder rein. Manchmal bin ich fast verzweifelt“, sagt der Schützenbruder. Am Ende habe jedoch irgendwie alles gepasst.

Ehrenvorsitzender Willi Hinrichs freut sich über das Ergebnis: „Wilfried hat es geschafft, die Uhr wieder in so einen fantastischen Zustand zu bringen. Nun ist das Schmuckstück ein Hingucker im Eingangsbereich des Vereinsheimes." Wilfried Kuhl hat gute Erinnerungen an die alte Schießuhr. Im Jahr 1980 habe er auf die Königsscheibe geschossen und die Trefferzahl sollte reichen, um König von "Hubertus" Scharrel zu werden. Bei historischen Schießscheiben ist das Ziel oft schwarz markiert, wovon sich die Redewendung „ins Schwarze treffen“ ableitet.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Wie in guten alten Zeiten: Schützenverein restauriert 42 Jahre alte Schießuhr - OM online