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Wie ein Videostudio die Kunsttherapie in der Jugendklinik erweitern soll

Die Kunsttherapie in der Clemens-August-Jugendklinik hat sich personell neu aufgestellt: Paulina Cortes und Frederieke Squarra folgen auf Martin Böhm. Er ist in den Ruhestand verabschiedet worden.

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Wichtige Änderungen: Die Kunsttherapeutinnen Frederieke Squarra (links) und Paulina Cortes (rechts) treten die Nachfolge Martin Böhms (Zweiter von rechts) an, der von Chefarzt Dr. Andreas Romberg mit Lob verabschiedete. Foto: Meier

Wichtige Änderungen: Die Kunsttherapeutinnen Frederieke Squarra (links) und Paulina Cortes (rechts) treten die Nachfolge Martin Böhms (Zweiter von rechts) an, der von Chefarzt Dr. Andreas Romberg mit Lob verabschiedete. Foto: Meier

Die Kunsttherapie der Clemens-August-Jugendklinik ist neu aufgestellt worden: Der langjährige Kunsttherapeut Martin Böhm wurde mit Lob und Dank in den Ruhestand verabschiedet. Nachfolgerinnen sind nach einer Mitteilung aus der Einrichtung die Kunsttherapeutinnen Paulina Cortes aus Neuenkirchen-Vörden und Frederieke Squarra aus Melle.

Mit dem Wechsel wurden zudem die Räume der Kunsttherapie erweitert und umgestaltet. So gibt es nun auch ein Videostudio in der Clemens-August-Jugendklinik. Denn die Arbeit mit Filmaufnahmen ist ein Spezialgebiet von Paulina Cortes. Sie hat in Santiago de Chile freie Kunst studiert. 2006 ist sie dann aus Chile nach Deutschland gekommen und führte ein Aufbaustudium in Kunsttherapie und Kunstpädagogik in Ottersberg durch.

Sie war begeistert von der interdisziplinären Therapie mit der Verbindung von Tanz, Musik und Kunst, machte bereits 2008 ein Praktikum an der Clemens-August-Jugendklinik und arbeitete seitdem unter anderem in Bremen im Bereich Kunsttherapie- und Medienpädagogik, schreibt die Einrichtung.

Im Atelier bieten sich den Patienten viele Möglichkeiten

Frederieke Squarra wuchs nach Angaben aus der Klinik in Melle auf, studierte in Holland kreative Therapie und arbeitete zunächst in einer Fachklinik für Essstörungen in Bad Oeynhausen. Dann absolvierte sie ein Master-Studium an der Medical School Hamburg. "Ich habe gespürt, dass mein Herz für die Kunsttherapie schlägt", sagt sie. Und so landete sie in Neuenkirchen-Vörden.

Chefarzt Dr. Andreas Romberg freut sich: "Die beiden führen den erfolgreichen Weg von Martin Böhm fort und setzen zugleich neue Akzente." So spiele zum Beispiel die Verknüpfung von Tanz, Bewegung, Musik, Theater und Kunst eine immer wichtigere Rolle auch in der Gruppenarbeit. Er würdigte Martin Böhm, der die Kunsttherapie in der Jugendklinik seit 1984 aufgebaut, maßgeblich geprägt und öffentlich gemacht habe. Dazu zählten auch zahlreiche Lehr- und Forschungsaufträge an verschiedenen Hochschulen für Kunsttherapie.

"Ganz ohne Zwänge können sie hier experimentieren und sich kreativ entfalten."Chefarzt Dr. Andreas Romberg

In der Clemens-August-Jugendklinik entdecken Kinder und Jugendliche nach Angaben der Leitung beim künstlerischen Schaffen neue Handlungsmöglichkeiten. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre Entscheidungsfreude. "Im Atelier der Kunsttherapie bieten sich den jungen Patienten zahlreiche Möglichkeiten, den Alltag hinter sich zu lassen", wird Dr. Romberg zitiert. Weiter heißt es: "Ganz ohne Zwänge können sie hier experimentieren und sich kreativ entfalten. Sie erleben sich als Künstler und werden von einem Kunsttherapeuten auf der Suche nach ihrem eigenen künstlerischen Ausdruck unterstützt. Durch die schöpferische Betätigung blühen Ressourcen auf, Selbstbewusstsein und Autonomie entfalten sich."

Der Kunsttherapeut gebe kein Ziel vor, sondern begebe sich mit dem Kind oder Jugendlichen auf eine Spurensuche – mit Malbogen, Farben und Pinsel, mit Ton, Gips oder alltäglichen Materialien, heißt es in der Mitteilung. So entstünden Bilder, Figuren und Formen, über die der Therapeut mit den jungen Künstlern spricht. Aber auch das gemeinsame Arbeiten an einem Werk, musikalische Improvisationen oder Szenenspiel eröffneten den Kindern und Jugendlichen neue Erfahrungsräume.

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