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Wie ein Professor das Altwerden mitprägen will

Der Vechtaer Professor Dr. Andrei Teti wurde in die Altersberichtskommission der Bundesregierung berufen. Dort will er Impulse geben, um politische und fachliche Debatten anzuregen.

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Will Impulse geben: Professor Dr. Andrea Teti, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Universität Vechta. Foto: Universität Vechta

Will Impulse geben: Professor Dr. Andrea Teti, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Universität Vechta. Foto: Universität Vechta

Auch das Oldenburger Münsterland denkt künftig mit, wie Altwerden in Deutschland noch besser gelingen kann: Professor Dr. Andrea Teti, Direktor des Instituts für Gerontologie (IfG) an der Universität Vechta, ist einer von insgesamt elf von Bundesseniorenministerin Lisa Paus berufenen Experten für die Neunte Altersberichtkommission der Bundesregierung. Das geht aus einer Mitteilung der Universität hervor.

„Es gibt unzählige Aspekte des Älterwerdens. Die Erfahrungen und Herausforderungen sind unterschiedlich: Ob es um die große Gruppe der Babyboomer geht, um Menschen mit Migrationsgeschichte oder die queere Community“, sagte Bundesministerin Lisa Paus demnach laut Mitteilung. „Mit dieser Vielfalt des Älterwerdens und den darin liegenden Potenzialen werden sich die Expertinnen und Experten der Neunten Altersberichtskommission in den nächsten 2 Jahren beschäftigen.“

„Eine wichtige Funktion der Altenberichterstattung der Bundesregierung ist es, Impulse zu geben, um politische sowie fachliche Debatten zu den Themen der Altersberichte anzuregen“, fasste Andrea Teti seine künftige Aufgabenstellung zusammen. Für das Institut für Gerontologie der Universität Vechta bedeute dies die Anerkennung der Bedeutsamkeit und Sichtbarkeit der gerontologischen Forschung auf Bundesebene. „Vechta rückt somit ein Stück weiter ins  Rampenlicht des nationalen Interesses zum Thema Alter und Altern in Deutschland“, sagte der Wissenschaftler. „Davon erwarte ich zukünftig eine bessere Verzahnung unserer Forschung am IfG mit anderen Mitgliedern der Kommission beziehungsweise mit den bundesweiten Institutionen der gerontologischen Forschung, die sie vertreten.“


Fakten zur Altersberichtskommission

  • Die Altersberichte der Bundesregierung gehen zurück auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 1994.
  • Danach hat die Bundesregierung dem Bundestag in jeder Legislaturperiode (mit einer Dauer von 4 Jahren) einen Bericht zur Lebenssituation der älteren Menschen in der Bundesrepublik Deutschland vorzulegen.
  • Die Berichte werden durch weisungsunabhängige Sachverständigenkommissionen erarbeitet, die mit Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen besetzt sind.
  • Die bisherigen acht Altersberichte erschienen in den Jahren 2020, 2016, 2010, 2006, 2002, 2001, 1998 und 1993.

„Alt werden in Deutschland – Potenziale und Teilhabechancen“

Darüber hinaus sei es für ihn persönlich „eine große Ehre, dass die Universität Vechta als wichtiger Standort der gerontologischen Forschung gefragt wird, dieses Amt zu besetzen.“ Bereits Professorin Dr.in Gertrud M. Backes wirkte am Fünften Altenbericht der Bundesregierung mit. Sie war von 1998 bis 2000 Professorin für Gerontologie an der Hochschule Vechta und ab 2006 Professorin für Altern und Gesellschaft an der Universität Vechta.

Thema des neunten Altersberichts ist laut Mitteilung „Alt werden in Deutschland – Potenziale und Teilhabechancen“. „Umso mehr freue ich mich, einen Beitrag dazu leisten zu können, der die langjährige gender-diversity und kultursensiblen Forschungsperspektive der Universität Vechta widerspiegelt“, sagte Teti abschließend.

Alt werden in Deutschland ist geprägt von großer Vielfalt. Die Sachverständigenkommission soll in ihrem Bericht die Unterschiedlichkeit der Lebenssituationen älterer Menschen aufzeigen. Bei der Beschreibung der Verschiedenartigkeit des Alters und der Teilhabemöglichkeiten älterer Menschen sollen wesentliche Veränderungen der vergangenen Zeit sowie zu erwartende Entwicklungen in der nahen Zukunft aufgezeigt werden.

Expertenbericht soll bis März 2024 vorliegen

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung der kommenden Jahre soll außerdem auf die Generation der Babyboomer geschaut und herausgearbeitet werden, welche gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen und Chancen mit deren Älterwerden in Zukunft voraussichtlich entstehen werden.

Der Expertenbericht soll bis Ende März 2024 vorliegen. Die Arbeit der Sachverständigenkommission wird begleitet von der Geschäftsstelle Altersberichte der Bundesregierung am Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA).


Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Diese Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind Mitglied in der Neunten Altersberichtskommission:

  • Prof.in Dr.in Martina Brandt (Vorsitzende), Technische Universität Dortmund
  • Prof. Dr. Antonio Brettschneider, Fachhochschule Köln
  • Prof.in Dr.in Eva-Marie Kessler, Medical School Berlin
  • Prof.in Dr.in Susanne Kümpers, Hochschule Fulda
  • Prof.in Dr.in Sonia Lippke, Jacobs University Bremen
  • Prof. Dr. Ralf Lottmann, Hochschule Magdeburg-Stendal
  • Prof. Dr. Klaus Rothermund, Universität Jena
  • Prof.in Dr.in Liane Schenk, Charité Berlin
  • Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer, Direktor des DZA
  • Prof. Dr. Andrea Teti, Universität Vechta
  • Prof.in Dr.in Dr.in Hürrem Tezcan-Güntekin, Alice Salomon Hochschule Berlin

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