Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Wie ein Phönix aus der Asche: "Dedicated" ist Weltmeister

Die Stage-7-Formation hat sich im englischen Blackpool den 1. Platz in der Kategorie „Intermediate over 18“ erkämpft. Das Wettkampf-Wochenende war geprägt von Höhen und Tiefen.

Artikel teilen:
Führen nun stolz den Titel der Weltmeister: (von links) Albina Grigorjeva (unten), Valentina Witt (oben), Ida Linnenkämper (unten), Mailin Wolf (oben), Joyce Nduneri (oben), Lea Elsenbach (unten), Carolin Schnieders (oben), Laura Tepe (oben hinter Carolin), Fabiola Keria Baya (neben Laura oben), Saliha Zajonz (oben), Maria Kladt (unten), Nicole Haag (oben), Anna Grobelny (Trainerin oben), Linda Haag (unten), Julia Kraschtel (oben), Viktoria Cefel (oben), Adina Bahlmann (oben), Vivien Riesselmann (Betreuer unten), Milena Duran (oben). Foto: privat

Führen nun stolz den Titel der Weltmeister: (von links) Albina Grigorjeva (unten), Valentina Witt (oben), Ida Linnenkämper (unten), Mailin Wolf (oben), Joyce Nduneri (oben), Lea Elsenbach (unten), Carolin Schnieders (oben), Laura Tepe (oben hinter Carolin), Fabiola Keria Baya (neben Laura oben), Saliha Zajonz (oben), Maria Kladt (unten), Nicole Haag (oben), Anna Grobelny (Trainerin oben), Linda Haag (unten), Julia Kraschtel (oben), Viktoria Cefel (oben), Adina Bahlmann (oben), Vivien Riesselmann (Betreuer unten), Milena Duran (oben). Foto: privat

Die Hip-Hop-Formation „Dedicated“ des Vereins Stage 7 – Tanzhaus Lohne ist Weltmeister. Die 18 Tänzerinnen des Lohner Studios haben sich vom 11. bis 14. August bei den „Udo World Street Dance Championships“ in der Kategorie „Over 18 Intermediate“ den 1. Platz erkämpft.

„Das ist einfach unfassbar“, sagt Trainerin Anna Grobelny. Sie begleitet die Gruppe schon, seitdem sie gegründet wurde. Sie am Wochenende als Sieger in Blackpool zu sehen, sei überwältigend gewesen. Verarbeitet haben weder sie noch ihre Tänzerinnen den Erfolg richtig. “Das Wort ‚Weltmeister‘ war immer eine Art Worthülse“, beschreibt sie. Auf der Heimfahrt habe man immer wieder gemerkt, wann eine der Tänzerinnen den Sieg realisiert hat.

Trat als Solo-Tänzer an: Mahsun Giasar erreichte bei den Udo World Street Dance Championships den 4. Platz. Foto: privatTrat als Solo-Tänzer an: Mahsun Giasar erreichte bei den "Udo World Street Dance Championships" den 4. Platz. Foto: privat

Auch die Unterstützung aus dem Umfeld sei überragend gewesen. Ohne die Spendengelder nach dem Spendenaufruf der Crew hätte die Gruppe nicht teilnehmen können, betonen die Tänzerinnen als auch Grobelny immer wieder. Die Frauen seien von ihren Familien, Nachbarn und sogar Arbeitskollegen mit Überraschungen empfangen worden. Dazu sei die „Stage 7-Family“ bei jedem Schritt des Wettbewerbs dabei gewesen.

Denn das Wochenende war kein leichtes. Zum einen war der Wettbewerb in diesem Jahr kleiner. Grobelny war schon 2016 bei der Udo-Weltmeisterschaft. Da waren es vor Ort noch 30 Gruppen, dieses Jahr nur 10. Das habe zwar die Stimmung verbessert, es seien aber auch nur die besten Gruppen vertreten gewesen. Zum anderen schien es zuerst, als verfolge die Crew eine Pechsträhne.

Am Flughafen ging ein Koffer verloren, berichtet Carolin Schnieders, eine der Tänzerinnen. Die Wettkampf-Outfits waren aber im Handgepäck verstaut. In England ging es dann richtig los: Bei den sogenannten Pre-Lims am Freitag machten der Crew die Nerven einen Strich durch die Rechnung, erklärt Schnieders. Eigentlich wollte sie durch ein Schnell-Auswahlverfahren als eine von drei Gruppen sofort in das Finale am Sonntag geschickt werden. Aber vergebens: „Die Crew war noch gar nicht bei sich. Das war fast wie 'Ups – die Pannenshow'“, beschreibt Grobelny weiter.

Lied der Crew muss über Nacht zensiert werden

Dann kam das nächste Problem. Alle fünf Richter haben Dedicated jeweils einen Strafpunkt gegeben. Der Grund: In ihrem Lied wurde fünfmal das Wort „shit“ gesagt. Bei der deutschen Meisterschaft war das noch kein Problem, in England aber schon. An jedem Tag fünf Strafpunkte zu bekommen, das sei „ein Genickbruch“, erklärt Grobelny. Also musste sie den Track zensieren. Bis in die Nacht habe sie per Videochat mit ihrer Trainerin das Lied bearbeitet. Ihren Laptop hatte Grobelny nämlich nicht dabei. Ihre Trainerin musste sie erst vom Stoppelmarkt zurückrufen.

Mit dem zensierten Lied konnte die Crew dann am Samstag auftreten. Vorher kam noch ein unerwarteter Motivationsschub: Die Jury – bestehend aus den großen Namen der Szene – hat sich mit einer Tanzeinlage vorgestellt. Für Schnieders als auch Grobelny sei die Show ein Highlight gewesen. „Wir haben uns am Samstag so viel Energie gezogen, dass wir am Sonntag einfach vorbeigezogen sind“, sagt die Trainerin. Wie ein Phönix aus der Asche hätte sich Dedicated am Samstag und Sonntag von der Konkurrenz abgesetzt und den Pokal geholt. Am Sonntag auf der Bühne zu stehen, sei unglaublich gewesen, erzählt Carolin Schnieders. Hinter der Bühne hätten zwar alle versucht, sich zu beruhigen, auf der Bühne dann aber alles gegeben.

Mahsun Giasar belegt 4. Platz als Solo-Tänzer

Als es dann zu der Siegerehrung kam, stieg bei den Tänzerinnen schnell die Anspannung. „Wir haben es schon riesig gefunden, dass wir die Top 3 erreicht haben und dann wurden die Vizesieger bekannt gegeben und es waren nicht wir“, sagt Schnieders. Jetzt eine Weltmeisterin zu sein, sei ein unbeschreibliches Gefühl. 

Aber Dedicated waren nicht die einzigen Stage-7-Vertreter, die in Blackpool erfolgreich waren. Die Freestyle-Tänzer Mahsun Giasar und Victoria Sandvoß traten in der Solo-Kategorie an. Und das mit Erfolg: Mahsun Giasar erreichte den 4. Platz. Für ihn sei es noch immer surreal, bei seiner ersten Weltmeisterschaft so gut abgeschnitten zu haben. Auch er habe Anfangsprobleme gehabt, mit einem Freestyle-Solo zu einem Michael-Jackson-Song aber die Kurve gekriegt.

Verpassen Sie nichts von der Landtagswahl in Niedersachsen am Sonntag. Wer regiert in den nächsten 5 Jahren? Wer zieht in den Landtag in Hannover ein?  Alle Ergebnisse aus allen Wahlkreisen und den Städten und Gemeinden im OM finden Sie auf unserer Themenseite, inklusive Liveticker. 

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Wie ein Phönix aus der Asche: "Dedicated" ist Weltmeister - OM online