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Wie ein Kartenclub aus Märschendorf vielen Bedürftigen hilft

Den Kartenclub Märschendorf gibt es seit 7 Jahren. Aus der Lust am Spiel wurde eine regelmäßige Spendenaktion für den Jugendtreff Lohne. Jüngst hat die Spielrunde eine wichtige Marke geknackt.

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Spendenfreudige Truppe: Der Märschendorfer Kartenclub hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit seinem Hobby bedürftigen Menschen unter die Arme zu greifen. Mit dem Jugendtreff haben sie den richtigen Partner für dieses Unterfangen gefunden. Foto: Seelhorst

Spendenfreudige Truppe: Der Märschendorfer Kartenclub hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit seinem Hobby bedürftigen Menschen unter die Arme zu greifen. Mit dem Jugendtreff haben sie den richtigen Partner für dieses Unterfangen gefunden. Foto: Seelhorst

Bubensolo, Reizen und Stiche setzen für den guten Zweck: "Liebend gerne spiele ich Karten, aber nur zum Spaß", sagt Lisa Willenborg, als sie sich gemeinsam mit den anderen Mitspielern vor dem großzügig ausgebauten Spielraum versammelt. Seit 2015 veranstaltet ihre Familie regelmäßige Treffen, um gemeinsam mit Freunden Karten zu spielen.

Was damals privat in einer kleinen Runde mit etwa 15 Leuten in der heimischen Stube anfing, hat sich mit der Fertigstellung des Spielhauses 2016 zu einem waschechten Kartenclub entwickelt, in dem seitdem immer um die 30 Mitglieder aktiv sind und sich zweimal im Jahr – im März und Oktober – nachmittags treffen, um gemeinsam Doppelkopf zu spielen.

Beim ersten Treffen konnte jeder Teilnehmer mit einem Startgeld von 10 Euro mitmachen. Weitere Einnahmen entstanden durch Getränkeverkauf und Spenden, sodass schließlich, samt der Preisgelder, eine Summe von 275 Euro zusammenkam. Die Gruppe wollte das Geld jedoch nicht behalten, sondern es regelmäßig an einen Verein oder eine Institution geben, wo es gebraucht wird. „Da haben wir beim Jugendtreff die richtige Adresse gefunden", stellt Thomas Willenborg, Lisa Willenborgs Sohn, zufrieden fest. "Wir haben immer tüchtig zusammengearbeitet."

Durchschnittlich 830 Euro kommen bei einem Treffen zusammen

Diese Ansicht teilt auch Jugendpfleger Paul Sandmann, der sichtlich gerührt von den Zuwendungen ist. In 7 Jahren hat die Spielrunde 10.800 Euro gesammelt. "Es gibt keinen anderen Club, der an diese Spendensumme herankommt", lobt Sandmann. "Vielen Dank für die Unterstützung. Wir konnten damit vielen bedürftigen Familien helfen."

Bei den bisherigen 13 Treffen hat der Kartenclub durchschnittlich 830 Euro zusammenbekommen und gespendet. Diese großen Summen werden auch durch viele freiwillige Spenden möglich gemacht. Allein das erstmalige Ausknobeln eines Präsentkorbs hat nicht nur eine neue Tradition ins Leben gerufen, sondern auch 155 Euro eingebracht.

Die Teilnehmer lassen auch mal ein bisschen mehr da

Alle Teilnehmer verstehen sich als Freunde und Bekannte. In dieser familiären und angenehmen Atmosphäre und vor dem Hintergrund des Spendenzwecks wird dann auch mal ein bisschen mehr Geld für die Getränke dagelassen oder man gibt einfach etwas extra dazu. "Den Leuten soll es Spaß machen, das ist das Wichtigste", sagt Thomas Willenborg.

Der Plan scheint – so lässt sich zumindest die immense Spendenwilligkeit deuten – voll und ganz aufzugehen. "Der Nebeneffekt ist natürlich gigantisch. Wir machen hier 30 Leute glücklich – und dabei so eine Summe zusammenzubekommen, ist schon Wahnsinn", konstatiert Thomas Willenborg.

Das nächste Ziel ist die 15.000-Euro-Marke

Mit dem Geld konnte Paul Sandmann bereits viele Menschen aus misslichen Lagen befreien und unterstützen. Die Verwendungszwecke sind dabei ebenso zahlreich wie verschieden. So habe die Einrichtung mit dem Geld die Wunschzettel-Aktion unterstützt, bei der kleine Geschenke für Kinder organisiert wurden. Auch beim Schulstart habe der Jugendtreff bereits Kindern geholfen und ihnen Schulutensilien beschafft, erzählt Sandmann. Einem blinden Mädchen habe man durch das Geld ein spezielles Handy finanziert und auch längst überfällige Stromrechnungen von einkommensschwachen Familien wurden ausgeglichen.

Die Betroffenen seien froh, dass es Leute gebe, die auch etwas abgeben wollen, so Sandmann. Auf diese Weise könne man vielen Menschen mit verschiedensten Schicksalsschlägen unter die Arme greifen. "Man kann sich nicht immer nur wegducken", stellt Thomas Willenborg fest. Mit dem Überschreiten der 10.000-Euro-Marke wurde der erste Meilenstein bereits erreicht. Doch laut Thomas Willenborg ist die Luft beim Kartenclub noch lange nicht raus: "Wir sehen zu, dass wir nächstes Jahr die 15.000 Euro angehen", sagt er zuversichtlich.

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