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Wie die Techniktürme den Alltag an 4 Bildungseinrichtungen in Lohne bereichern

Die bunten Materialschränke sind seit 2 Jahren an der Ketteler-Schule sowie den Kindertagesstätten St. Barbara, St. Michael und "Die großen Strolche" im Einsatz. Die Bilanz fällt sehr positiv aus.

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Wider den Stereotypen: Ein Ziel des Einsatzes der Techniktürme an der Ketteler-Schule ist es, mehr Mädchen für den MINT-Bereich – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – zu begeistern. Bei den Schülerinnen der 4d funktioniert's. Foto: Timphaus

Wider den Stereotypen: Ein Ziel des Einsatzes der Techniktürme an der Ketteler-Schule ist es, mehr Mädchen für den MINT-Bereich – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – zu begeistern. Bei den Schülerinnen der 4d funktioniert's. Foto: Timphaus

Die Freude am Experimentieren wecken: Das ist das Ziel der sogenannten Techniktürme. Seit 2 Jahren sind die farbenfrohen Materialschränke an der Ketteler-Schule sowie den Kindertagesstätten St. Barbara, St. Michael und "Die großen Strolche" in Lohne im Einsatz. Das Fazit des Pilotprojekts, das durch Spenden von Firmen und die Kofinanzierung durch die Stadt ermöglicht wurde, fällt sehr positiv aus.

Marion Weuffen ist begeistert. "Die Techniktürme haben Aufforderungscharakter", sagt die Lehrerin der Ketteler-Schule, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Thomas Lamping für die Fachleitung Sachunterricht verantwortlich ist. Die Materialschränke können ihren Angaben zufolge in ganz unterschiedliche Bereiche des Sachunterrichts eingebunden werden, eignen sich aber auch für den fächerübergreifenden Einsatz.

Aber worum geht es überhaupt? Die Techniktürme enthalten strukturiert und geordnet vielfältige Experimentier- und Baukästen, mit denen im Unterricht ohne großen Aufwand eigenständig Versuche aufgebaut, durchgeführt und dokumentiert werden können. Die Materialien fördern das forschende und entdeckende Lernen. Die Idee stammt aus den Niederlanden.

Es werde Licht! Auch mit einem verletzten Arm lassen sich die Kontakte knüpfen, sodass sich der Stromkreis schließt. Foto: TimphausEs werde Licht! Auch mit einem verletzten Arm lassen sich die Kontakte knüpfen, sodass sich der Stromkreis schließt. Foto: Timphaus

Weuffen lobt die gute Struktur der Materialschränke. Durch ein Lehrerblatt für den Aufbau sei der Einsatz denkbar simpel. Mit den Kästen lassen sich ihrer Ansicht nach ganze Themengebiete praktisch erarbeiten. Die Techniktürme förderten das handlungsorientierte Lernen und die Sozialkompetenzen, sagt sie. Lernbegleiterin Hamiyet Imrol ergänzt, dass schwächere Schüler verstärkt eingebunden würden.

Es gibt aber auch Herausforderungen. So ist jeder der Experimentierkästen laut Hersteller auf eine Bearbeitungszeit von etwa 45 Minuten ausgelegt. Doch das ist nach Angaben der Grundschullehrerin kaum zu schaffen. "Die Aufgaben erfordern es, dass die Schüler viel lesen." Dies führe ab und an zu Verständnisproblemen – auch weil manche der Heranwachsenden schlicht keine Lust auf eine langwierige Lektüre hätten, sondern direkt mit dem Ausprobieren starteten.

Lehrerin wünscht sich mehr Techniktürme für die Schule

An der Ketteler-Schule wurde der Stundenplan zum Glück auf den Einsatz der Techniktürme angepasst. So erfolgt der Sachunterricht in allen Jahrgängen unter anderem in einer Doppelstunde. So bleibt genügend Zeit für die Experimente und Konstruktionen.

Pro Kasten können laut Weuffens Schätzung 8 bis 10 Schüler ein Themengebiet entdecken und ihre Kenntnisse vertiefen. Sie wünscht sich deshalb die Anschaffung weiterer Techniktürme, um Themenbereiche mit der gesamten Klasse behandeln zu können.

"Die Kinder zeigen grundsätzlich großes Interesse."Christiane Rießelmann, pädagogische Leiterin in der Kindertagesstätte "Die großen Strolche" in Lohne

Auch in den Kindertagesstätten stoßen die Techniktürme auf sehr positive Resonanz. So sagt Christiane Rießelmann, pädagogische Leiterin der Kita "Die großen Strolche", dass die Materialschränke rege genutzt werden – "sowohl im Stuhlkreis mit allen Kindern als auch speziell für bestimmte Entwicklungs- beziehungsweise Altersgruppen". Die Techniktürme eigneten sich ihrer Erfahrung nach vor allem für die 5- und 6-Jährigen, unter Anleitung auch für Jüngere. "Die Kinder zeigen grundsätzlich großes Interesse."

Bei den Erzieherinnen kommt das System ebenfalls gut an, so Rießelmann, unter anderem, "weil die Materialien immer griffbereit und gut sortiert sind", die Aufgabenstellungen präzise und Nachbestellungen einfach. "Wir haben festgestellt, dass gerade auch Jungen sehr interessiert sind und das Angebot für sich einfordern. Gerade jene, die mit Kreativangeboten nicht immer zu locken sind, bringen sich besonders ein", bilanziert die pädagogische Leiterin.

Der Fokus liegt auf der Praxis: Die Techniktürme fördern das handlungsorientierte Lernen und die Sozialkompetenzen. Foto: TimphausDer Fokus liegt auf der Praxis: Die Techniktürme fördern das handlungsorientierte Lernen und die Sozialkompetenzen. Foto: Timphaus

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