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Wie die Kirchen vor Ort in der Energiekrise helfen wollen

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Steuermehreinnahmen an Bedürftige gehen sollen. Die Detailplanungen laufen an.

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Symbolfoto: pixabay

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Nach der Ankündigung der evangelischen und katholischen Kirchen in Niedersachsen, mit den jetzt zu erwartenden Steuermehreinnahmen aus der Energiepauschale die Schwächsten unterstützen zu wollen, hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg weitere Details genannt. Zwar fehlten noch konkrete Zahlen, wie viel mehr an Kirchensteuer vor Ort anfalle. Auszugehen sei aber grob von einem mittleren, sechsstelligen Betrag, sagt Pfarrer Hans-Werner Kögel, Pressereferent in Oldenburg. 

Es gebe für die Kirche in Oldenburg die Empfehlung, das Geld über die Diakonie beziehungsweise die Diakonischen Werke an Bedürftige zu geben. Das Netzwerk sei vorhanden; die Mitarbeitenden kennen sich vor Ort gut aus, sagt Kögel. Über die Schuldnerberatung etwa gebe es Kontakte zu Menschen aller Religionen und Herkunft. Denn unterstützen wolle die Kirche jeden, betont Kögel. In einer Arbeitsgruppe werden aktuell weitere Details des Verteil-Verfahrens diskutiert. Das Ziel sei, so unbürokratisch wie möglich diejenigen, die ohnehin wenig haben und daher unter den finanziellen Folgen der Energiekrise besonders leiden, zu unterstützen. 

"Ersten groben Schätzungen zufolge rechnet das BMO derzeit mit Mehreinnahmen in Höhe von 750.000 Euro im gesamten Oldenburger Land", schreibt Dr. Philipp Ebert, Pressesprecher des Bischöflich Münsterschen Offizialats, kurz BMO. Ähnlich wie beim Corona-Hilfsfonds, den das BMO seinerzeit mit 500.000 Euro aus Kirchensteuern befüllt habe, solle zunächst der Kirchensteuerrat eingebunden werden. Danach solle "situativ" entschieden werden, um das Geld möglichst effektiv einsetzen zu können, so Ebert.

Hintergrund: Am Mittwoch hatten die Kirchen auf Empfehlung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) verkündet, die Steuermehreinnahmen, die sich für sie aus der Energiepreispauschale des Bundes ergeben, gezielt für diakonische und karitative Angebote für die Schwächsten einsetzen zu wollen. Weil die Bürger durch den Bezug der Pauschale von 300 Euro im September mehr Einkommenssteuer zahlen müssen, erhöht sich auch die Kirchensteuer.

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