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Wie die evangelische Kirche Fladderlohausen die Seenotrettung unterstützt

Vor einem Jahr hat sich in der Gemeinde ein Kreativtisch gebildet. Handarbeiten, Fotokarten, Illustrationen und Aquarelle sind bereits entstanden und werden zugunsten von „United4Rescue“ angeboten.

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Aktiv für den „Kreativtisch“: (von links) Rainer und Andrea Wördehoff sowie Imke Greve in der evangelisch-lutherischen Kirche Fladderlohausen.   Foto: Wehring

Aktiv für den „Kreativtisch“: (von links) Rainer und Andrea Wördehoff sowie Imke Greve in der evangelisch-lutherischen Kirche Fladderlohausen.   Foto: Wehring

Kreativ sein und damit Gutes tun – diese Maxime hat sich der Kreativtisch der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Fladderlohausen auf die Fahnen geschrieben. Vor etwa einem Jahr, in Zeiten des Lockdowns, bildete sich die Gruppe, „coronakonform auf Abstand oder jeder für sich zu Hause“, erinnert sich Imke Greve, eine der Initiatorinnen des Kreativtisches. Malen, Handarbeiten, Schreiben, Gestalten: Neben einem Nähcafé, bei dem man sich regelmäßig im Gemeindehaus trifft, gibt es auch einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die zu Hause ihrem Hobby nachgehen und die Ergebnisse ihrer Arbeit in den Dienst der guten Sache stellen.

Diese „gute Sache“ ist das deutschlandweite Bündnis „United4Rescue e.V.“, dem neben der evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Fladderlohausen seit 2020 als Bündnispartner und Fördermitglied angehört. Der Verein wurde unter anderem auf Initiative der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) gegründet, um die Seenotrettung im Mittelmeer zu unterstützen. Das Bündnis arbeitet spendengestützt und versucht, in Seenot geratenen Flüchtlingen zu helfen.

„Wir wollen helfen, um Leben zu retten“, heißt es auf der „United4Rescue“-Homepage. Dank zahlreicher Spenden hat der Verein aktuell bereits zwei Rettungsschiffe im Einsatz. Schon vielen Menschen habe man so das Leben retten können, heißt es weiter.

Kissen, Beutel oder Handy-Hüllen werden verkauft

Um die Initiative zu unterstützen und um das Gemeindeleben lebendig zu gestalten, wurde der Lorser Kreativtisch gegründet, sagt Imke Greve: „So kann jeder Einzelne ein wenig mithelfen.“ Die Materialkosten werden allen Teilnehmern erstattet. Der Erlös des Verkaufs von Nacken- und Körnerkissen, Rucksack-Beuteln oder Handy-Hüllen geht an „United4Rescue“.

Was durch diese Initiative bisher entstand, ist beachtlich. Da sind zum Beispiel kleine Heftchen, in denen sich die mittlerweile verstorbene Altrud Struckmeier, Tochter des ehemaligen Fladderlohausener Dorfschullehrers Hermann Wilder, an das Dorfleben aus ihren Kindheitstagen erinnert. Oder sie schreibt über die alte Lorser Tradition des „Kuchensingens“, die es auch heute noch gibt: Alljährlich am 6. Januar ziehen die Kinder der Bauerschaft von Haus zu Haus, singen Weihnachtslieder und bekommen dafür kleine oder große Süßigkeiten.

In dieser Reihe soll in einigen Monaten noch ein weiteres Heft erscheinen und in der Kirche ausgelegt werden. Die bereits gedruckten Hefte und die fertigen Näh-, Strick- oder Kunst-Artikel können in der Christuskirche nach den Gottesdiensten gegen eine angemessene Spende erworben werden.

Alte Fotos aus dem Gemeindeleben werden gezeigt

Illustriert wurden die kleinen Heftchen, die auch alte Fotos aus dem Lorser Dorfleben enthalten, vom Grafiker Rainer Wördehoff. Auch seine Frau Andrea hat bereits einige sehr schöne Aquarelle gemalt und sie dem Kreativtisch in Form von Fotokarten zur Verfügung gestellt. Die Sozialpädagogin, die eine Kinder-Wohngruppe des Caritas-Sozialwerkes in Damme leitet, ist besonders vom Schicksal der Flüchtlingskinder betroffen und möchte schon aus diesem Grund die Initiative unterstützen: „Kreativ zu sein und damit auch noch helfen zu können, ist sehr erfüllend“, beschreibt die Fladderlohausenerin ihr Engagement.

Nach langen Spaziergängen in der Umgebung greife sie daher gerne zu ihren Malutensilien. „Diese Ausdrucksmöglichkeit zu haben, tut mir gut“, sagt Andrea Wördehoff, „besonders in der Pandemie, die die Reduzierung vieler sozialer und kultureller Möglichkeiten mit sich bringt.“ Zudem sei es für sie eine Freude, andere an ihrer Kunst teilhaben zu lassen, besonders im Rahmen dieser Aktion.

  • Info: Wer beim Nähcafé mitmachen möchte oder ein anderes kreatives Hobby hat, kann sich an Imke Greve wenden: 05494/995979 oder imke@greve-holdorf.de

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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