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Wie der Traum von Ameland erneut platzte

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Die niederländische Insel in der Nordsee lässt bei vielen schöne Kindheitserinnerungen aufflammen. Mich enttäuschte sie hingegen ein 2. Mal.

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Die Fähre, der Anleger und der Fußmarsch ins Ferienlager. Willkommen auf der Insel Ameland. In der Nordsee gelegen vor der Küste der Niederlande, lockt sie jedes Jahr etliche Deutsche an. Die Insel ist das Mallorca der Kinder und Jugendlichen – aber ohne Ballermann, versteht sich. Sommerferien ohne die Eltern, dafür mit den besten Freunden Sonne, Sand und Meer genießen. Das macht die Insel aus. Natürlich ist die Anzahl der Geschichten über Ameland dementsprechend riesig. 

Meine erste Begegnung mit der Insel war eher spontan. Sagen wir mal sie war bald nicht wissend. Zugezogen in eine neue Stadt, war mir der Begriff Ameland noch nie über die Lippen gekommen. Warum auch, dachte ich mir. Alle meine Freunde fingen irgendwann an, von Ferienlagern zu erzählen, auf die sie in den Sommerferien als Gruppenleiter mitfahren wollten. Schnell war ich von der Euphorie angesteckt und wollte auch mit auf die Kinderfreizeit, irgendwohin in ein kleines Haus im Kreis Diepholz sollte es gehen. Doch: Die Freizeit hatte schon genug Betreuer. Enttäuschung breitete sich bei mir aus. 

Für die Ameland-Freizeit würde noch jemand gesucht werden, hieß es dann plötzlich. Ich muss zugeben, ich musste erst mal nachsehen, wo das überhaupt liegt. Je mehr es in die Vorbereitung ging, desto mehr war ich von der Freizeit aber fasziniert. Strand. Hausdüne. Stadtrollenspiel. Fahrradtour zum Leuchtturm. 

2020 sorgte die Corona-Pandemie für eine frühe Absage der Freizeit

Mein erster Schritt auf die Insel war noch etwas zaghaft. 13 Tage später war ich begeistert von Ameland. 13 Tage Sonne. 13 Tage Action mit Kindern. Der Abschied fiel am Ende extrem schwer. Die Zuversicht blieb: Nächstes Jahr komme ich wieder – was dann auch passierte.

Irgendwie bin ich dann im vergangenen Jahr mit in das Leitungsteam gerutscht. Als ich das erfuhr, war das Wort Corona noch niemandem ein Begriff. Die Vorfreude war riesig. Doch der Traum von der Insel platzte ziemlich schnell. 3 Tage am Pfarrzentrum gab es als Alternative. Ein Jammer.

"Im Januar – mitten im Lockdown – sagten wir uns: Im Sommer, wenn alle geimpft sind, dann können wir fahren. Wir planten und hofften."Jan-Christoph Scholz

Dieses Jahr sollte es erneut auf die Insel gehen. Im neuen Leitungsteam. Mit 62 Kindern und etlichen motivierten Gruppenleitern. Im Januar – mitten im Lockdown – sagten wir uns: Im Sommer, wenn alle geimpft sind, dann können wir fahren. Wir planten und hofften. Im Juni dann der Lichtblick: Die Corona-Zahlen sanken. Die Vorbereitungen gingen in die finale Phase. Dann vor wenigen Wochen der Schock: Die Niederlande waren Risikogebiet. Kurz darauf: Hochrisikogebiet. 5 Tage Quarantäne für alle Kinder unter 12 Jahren hätte das bedeutet. Natürlich nur, wenn sie nicht geimpft sind. Ach ja, für Kinder unter 12 gibt es gar keinen Impfstoff. Pech gehabt.

Mal wieder sind die Kinder die Leidtragenden. Alle Versuche, beim Gesundheitsamt eine Sondergenehmigung zu erhalten, scheiterten. Man habe genug zu tun, hieß es. 3 Wochen vor der Freizeit mussten wir sie absagen. Quarantäne und damit Ferienklau, wollten wir den Kids nicht zumuten. Noch bitterer: Seit Freitag ist die Niederlande kein Hochrisikogebiet mehr. Wir wären nächsten Dienstag gefahren. Zu spät. Der Traum von Ameland platzte kurz vor dem Ziel erneut. 

In diesem Jahr lautet die Alternative: 6 Tage Freizeit in einem Haus bei Goldenstedt. Immerhin eine Alternative. Und dennoch freue ich mich, 2022 hoffentlich die Insel wieder mit Kindern betreten zu dürfen.


Zur Person

  • Jan-Christoph Scholz ist Volontär der OM Medien.
  • Sie erreichen den Autor per Mail an: redaktion@om-medien.de.

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