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Wie der Spielmannszug Lohne den Corona-Restart erlebt

Mehr als ein halbes Jahr mussten die Instrumentalisten ausharren. Vor wenigen Tagen war es endlich soweit: Der Spielmannszug darf wieder proben. Auftritte wird es aber vorerst wohl nicht geben.

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Endlich wieder auf die Trommel hauen: Spielmannszug-Vorsitzender Benno Niemann freut sich, wieder proben zu dürfen. Foto: Bernhardt

Endlich wieder auf die Trommel hauen: Spielmannszug-Vorsitzender Benno Niemann freut sich, wieder proben zu dürfen. Foto: Bernhardt

Der Spielmannszug Lohne hat eine lange Tradition. Der Verein besteht seit 1959 und ist eng mit dem Lohner Schützenwesen verbunden. Dass nun zum zweiten Mal in Folge die Schützenfest-Saison in der Region ins Wasser gefallen ist, hat Folgen für die Instrumentalisten – nicht nur im Terminkalender, sondern auch im Portemonnaie. 

Der Vereinsvorsitzende Benno Niemann erzählt: "Die Schützenfeste sind für uns die wichtigsten Events in der Umgebung. Das ist schon unser Highlight. Da hängt aber nicht nur unser Herz dran, sondern auch andere Faktoren." Er ergänzt: "Für uns ist das natürlich auch finanziell nicht so schön. Dadurch, dass keine Feste stattfinden können, haben wir keine Einnahmen mehr."

Seit November des vergangenen Jahres hatte der Spielmannszug keine Auftritte mehr. Auch Proben konnten aufgrund des monatelangen Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen nicht mehr stattfinden. "In so einer Zeit hat man natürlich schon Angst, dass wir dadurch auch Mitglieder verlieren", sagt Niemann.

Die Stimmung war an einem Tiefpunkt angelangt 

Die Vereinskultur, welche durch das soziale Miteinander geprägt ist, habe am meisten unter der Situation gelitten, klagt der Lohner. "Man konnte nicht mehr zusammensitzen und reden oder mal was trinken. Die Stimmung war am Tiefpunkt. Die Leute hatten die Nase voll und man hat sich gefragt, wann es endlich mal wieder losgeht", sagt er.  

An der Vereinskultur hängt nach seinen Angaben eine ganze Menge: der Stammtisch, die Proben, die Feiern und auch die privaten Treffen. Dies alles konnte nicht stattfinden. Das setzte den Spielmannszug-Mitgliedern ordentlich zu, weiß Niemann.

Alle vereint: Die Proben dürfen wieder im Freien stattfinden. Foto: BernhardtAlle vereint: Die Proben dürfen wieder im Freien stattfinden. Foto: Bernhardt

Aber alles hat ein Ende, sagten sich die Musikerinnen und Musiker in der Hoffnung auf 2021. Auch Corona geht vorbei. Doch Anfang des Jahres zeichnete sich relativ schnell ab, dass auch in diesem Jahr keine Großveranstaltungen stattfinden können. "Dass kein Stoppelmarkt und andere große Feste stattfinden würden, haben wir uns irgendwann schon gedacht. Überraschend war es jedoch, als wir vor 14 Tagen auf einmal die Erlaubnis erhielten, wieder zu proben. Darüber haben sich alle riesig gefreut: Endlich mal wieder zusammenkommen und Musik machen", schwärmt Niemann. 

Geprobt wird jetzt eben nicht mehr für die großen Auftritte, sondern um musikalisch fit zu bleiben – und vor allem um Spaß zu haben. Doch auch die aktuellen Zusammenkünfte gestalten sich nicht so einfach. Vieles muss beachtet werden. "Wir spielen draußen an der frischen Luft. Es müssen dabei die Hände desinfiziert, Abstand gehalten und bis zum Platz die Maske getragen werden", erklärt Niemann.

Beim Musizieren selbst darf dann der Mund-Nasen-Schutz fallen. Aber: Auch viele Kleinigkeiten müssen beachtet werden. Die Flötenspieler beispielsweise sollten laut Niemann aufgrund des vermehrten Ausstoßes von Aerosolen etwas mehr Abstand haben.

Die Stimmung beim Spielmannszug ist gut

Obwohl wahrscheinlich erst wieder Ende des Jahres die ersten Auftritte möglich sind, ist die Stimmung laut dem Vorsitzenden gut. Die Vereinsmitglieder freuen sich, dass sie nun wieder regelmäßig proben dürfen. "Wir können die Sache jetzt nur noch dem Schicksal überlassen und müssen gucken, was kommt. Aber wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt Niemann. 

Flötistinnen im Einsatz: Aufgrund der Aerosole müssen sie etwas weiter von der Gruppe entfernt sitzen. Foto: BernhardtFlötistinnen im Einsatz: Aufgrund der Aerosole müssen sie etwas weiter von der Gruppe entfernt sitzen. Foto: Bernhardt

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