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Wie der ambulante Hospizdienst Cloppenburg trauernden Menschen hilft

Elf ehrenamtliche Trauerbegleiter helfen dabei, den Verlust eines Angehörigen zu verarbeiten. Der Hospizdienst hat mehrere Gruppen gebildet, unter anderem für trauernde Kinder und Jugendliche.

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Jeder Mensch geht anders mit Trauer um: Manche suchen zum Beispiel das Gespräch, andere ziehen sich zurück. Symbolfoto: dpa

Jeder Mensch geht anders mit Trauer um: Manche suchen zum Beispiel das Gespräch, andere ziehen sich zurück. Symbolfoto: dpa

Auf die Trauer können sich Menschen nur schlecht vorbereiten. "Man kann sich vorher nicht vorstellen, wie das ist", sagen die Trauerbegleiter des ambulanten Hospizdienstes Cloppenburg. Jeder sucht sich seinen eigenen Weg, um mit dem Verlust eines Angehörigen umzugehen. Die Trauer an sich aber sei eine angeborene Fähigkeit des Menschen, den Verlust zu verarbeiten. Sie sei heute für viele belastender, als es früher der Fall war. Denn weil immer mehr Menschen auch in Cloppenburg alleine wohnen, ist oft niemand da, mit dem man über den Verlust sprechen kann. 

Helfen kann der ambulante Hospizdienst. Er bietet an, Trauernden – egal ob sie alleine leben oder nicht – zu helfen, über den Tod eines Angehörigen hinwegzukommen. Elf speziell ausgebildete Frauen und Männer arbeiten dafür ehrenamtlich in der Trauerbegleitung. 

"Die Ausbildung ist sehr intensiv", sagt Hildegard Meyer, die als hauptamtliche Koordinatorin beim Hospizdienst arbeitet. Der Zusatzkurs für die Trauerbegleitung dauert etwa 1 Jahr. Unter anderem beschäftigen sich die angehenden Trauerbegleiter dabei auch mit dem eigenen Tod und damit, wie sie in ihrem bisherigen Leben mit Trauer umgegangen sind.  

Trauernde müssen ersten Schritt wagen

"Wage den ersten Schritt, die nächsten gehen wir gemeinsam", lautet ein Motto der Trauerbegleiter. Für den Erfolg der Trauerbegleitung sei es entscheidend, dass die Trauernden von sich aus, also freiwillig das kostenlose Angebot in Anspruch nehmen. Ist diese Hürde überwunden, gibt es mehrere Wege. So bietet der Hospizdienst neben Einzelgesprächen auch Gruppengespräche an. Was für wen am besten passt, klären sie vorher in einem direkten Gespräch.

Eingespieltes Team: die Trauerbegleiter des ambulanten Hospizdienstes. Vier Begleiter fehlen auf dem Foto. Foto: NiemeyerEingespieltes Team: die Trauerbegleiter des ambulanten Hospizdienstes. Vier Begleiter fehlen auf dem Foto. Foto: Niemeyer

Innerhalb der Trauerbegleitung wird unterschieden, etwa zwischen trauernden Kindern und Jugendlichen, Eltern sowie Angehörigen von Suizid-Opfern. In den Gruppen sollen sich die Teilnehmer auch untereinander unterstützen. Trauernde Kinder und Jugendliche betreuen Gerlinde Wilhelm und Barbara Haase im Gesprächskreis "Unterm Regenbogen".

Haase und Wilhelm berichten, dass sich Kinder in Gegenwart ihrer Eltern oft nicht trauen, offen über ihre Trauer zu sprechen, etwa weil sie ihre ebenfalls trauernden Eltern nicht zusätzlich belasten wollen. Anders ist es in der Kinder- und Jugendtrauergruppe: "Bei uns können Kinder erzählen, was sie zu Hause nicht loswerden", sagt Haase.

Angebot wird laufend angepasst

In den Gruppensitzungen backen sie zum Beispiel gemeinsam mit den Kindern oder machen handwerkliche Arbeiten. Jede Sitzung beginnt mit einem thematischen Einstieg. So können die Kinder etwa eine Erinnerung erzählen, die sie an den/die Verstorbenen haben, oder sie blicken zurück auf die gemeinsame Zeit. Haase betont, dass jedes Kind dabei das Recht hat zu schweigen. Niemand muss etwas erzählen, wenn er oder sie nicht will. 

Hildgegard Meyer sagt, dass das Angebot der Trauerbegleitung immer wieder angepasst und geändert wird. So sei eigens eine Gruppe für verwitwete Frauen gegründet worden, in Anlehnung an das schon etablierte Trauercafé. Die Gruppe soll ein niederschwelliges Angebot darstellen. Einen Namen will sie sich noch geben. Anders als die Hospizbegleitung, die der Hospizdienst über die Krankenkassen finanziert, sei die Trauerbegleitung auf Spenden angewiesen.

  • Info: Wer das Angebot des Ambulanten Hospizdienstes in Anspruch nehmen möchte, kann mit den Mitarbeitern in Kontakt treten. Sie sind erreichbar unter der Nummer 04471/8509140 oder unter 0175/8991171. Zusätzlich informiert der Hospizdienst an seinem Tag der offenen Tür in der neuen Geschäftsstelle in der Wilke-Steding-Straße 26 am 11. Februar (Samstag) von 10 bis 17 Uhr über seine Angebote.

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